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Sonus Natura Extremi - was für Arbeit hinter einem speaker steckt
#41
(26.05.2026, 21:02)mannitheear schrieb: Mal ein kleines Update: seit einiger Zeit betreibe ich die Extremi vorwiegend an revidierten StSt Monoblöcken und das passt hervorragend!
Die letzten Monate haben sich hier folgende Verstärker besonders an der Exzremi bewährt:

- wie erwähnt begeistern derzeit die StSt Monos
- der volldigitale Amp von Achim lieferte ebenfalls grandios ab
- und last but not least der Arno-X, mit dem ich diverse Musikstücke die ich seit Jahrzehnten kenne und immer wieder hörte erstmalig wirklich verstanden habe!

Alle drei Lösungen klingen nochmals besser, echter, natürlicher als das Niveau das ich vorher hatte und markieren einen zumindest vorläufigen Endpunkt.
Was bin ich froh, in einen Lautsprecher investiert zu haben der mir nicht nur optisch nach wie vor sehr gefällt sondern der auch klanglich quasi mitwächst und keine Limits zu kennen scheint.

Morjen Manni,

das freut mich aber! Kannst du zu den STST Monos mehr schreiben oder was verlinken - ich kenne das Produkt noch nicht, hab keinen Plan was das genau ist.

Smile
Meine Katze ist schon 11 Jahre alt und arbeitet noch analog als Verbrenner auf Milchbasis! Big Grin
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#42
Hallo Werner,

StSt ist eine kleine Manufaktur in Kempten im Allgäu. Stefan Strohmetz hat Ende der 80er Jahre die Firma gegründet, das erste Produkt waren die 2-Wege Standlautsprecher Probus. Danach kamen weitere Lautsprechermodelle und eben Verstärker. Im wesentlichen der Vorverstärker Agmen, wahlweise mit integriertem Phonovorverstärker schaltbar zwischen MM und MC und eben die Mono Endstufen Opus II.

Bisher habe ich darüber nicht viel geschrieben, weil die Verstärker seit ein paar Jahren nicht mehr gebaut werden und StSt sich ausschließlich auf die Fertigung hochwertiger Plattenspieler und Tonarme konzentriert, bei denen Stefan Strohmetz übrigens alles selbst herstellt, also Motor, Motorlager, Plattenteller, Zarge etc. Zugeliefert werden lediglich die Staubschutzhauben und Normteile wie Schrauben und die Miniaturkugellager des Tonarms. So eine Fertigungstiefe habe ich bisher noch nirgends gesehen.


Die Idee hinder den Verstärkern war immer ein minimalistisches Design mit möglichst wenigen Bauteilen im Signalweg, die Verstärkerplatine in den Opus ist gerade mal so groß wie eine Zigarettenschachtel, die einzelnen (austauschbaren) Verstärkerstufen im Vorverstärker je Kanal nur etwas größer als eine Streichholzschachtel. 
Es gibt bei diesem Konzept im Ausgang der Mono Endstufen nur ein Paar Transistoren, keine Parallelschaltung mehrerer Paare. Anstatt fetten Eikos wie sie damals in Mode waren eine ganze Bank kleiner und einen überdimensionierten Ringkerntrafo mit 500 VA, obwohl die Monos nominell nur 50 W an 8 Ohm und 100 W an 4 Ohm leisten. Die Idee war, auch an niedrigen Impedanzen genügend Strom liefern zu können um Impulse unkomprimiert wiedergeben zu können. Die Stromlieferfähigkeit war mit 30 A kurzzeitig und Impulsen bis zu 200 A angegeben! Die aktuellen Platinen haben noch bessere Transistoren, die einen höheren Dauerstrom liefern können. Da das bei höherer Belastung thermisch nicht unkritisch ist, wird jedes einzelne Exemplar in der Endkontrolle mit einer professionellen Wärmebildkamera geprüft, ob die Montage auf dem Kühkörper, der gleichzeitig den Deckel der Endstufe darstellt einwandfrei ist.
Da aus puristischen Gründen bei allen Varianten auf eine Schutzschaltung verzichtet wurde, darf man die Ausgänge unter keinen Umständen kurzschließen. Mir ist das mal passiert mit der Folge, daß die Verstärkerplatine sich in Sekundenbruchteilen in Rauch auflöste. Was aber wiederum kein allzu großes Problem ist, da die Platine für überschaubares Geld getauscht werden konnte - und immer noch kann. Agmen und Opus können auch nach bis zu 40 Jahren immer noch in Kempten repariert und upgegradet werden.
Im "Normalbetrieb" an einigermassen empfindlichen Lautsprecher werden die Endstufen übrigens gerade mal handwarm.

Die ursprünglichen Gehäuse waren recht einfach und ein bisschen klapprig, die neueren Modelle haben massive Gehäuse.
Witzig auch, daß die alten Monos ein fest installiertes "normales" Netzkabel haben und dennoch hervorragend klingen. 

Was die StSt Verstärker nicht machen, ist irgendeine Art Sound oder ein Schönen oder Verrunden des Klangs. Erstklassige Quellen sind daher Pflicht.

Ein Freund und ehemaliger Studienkollege hatte eine Zeitlang nebenher ein Wohnraumstudio, in dem wir das vor zig Jahren sehr nachdrücklich hören konnte. Er hatte einen Rega P3 Plattenspieler mit einem nicht allzuteuren System an einem Röhrenverstärker angeschlossen und das klang recht schön und ansprechend. Als wir auf die StSt Vor- Endstufenkombi wechselten, fielen wir fast vom Glauben ab. Der P3 klang schlichtweg körnig und tendenziell unsauber, die Musik machte so keinen rechten Spaß. Erst der Wechsel auf einen wirklich hochwertigen Plattenspieler rückte die Welt wieder gerade.
Vorteil ist halt, daß man, wenn alles passt, sehr tief in die Feinheiten einer Aufnahme hineinhören kann, auch bei normalen Aufnahmen übrigens. 

Da meine Quellen inzwischen sehr zufriedenstellend sind, können die StSt Verstärker nun endlich ihre Stärken voll ausspielen, gerade an der Extremi, die einerseits dynamische Impulse voll umsetzen und anderseits unglaublich feinsinnig und subtil klingen kann.

LG
Manfred
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#43
Fehlt da nicht ein Beitrag, von Thomas74 glaube ich?
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#44
Kurzes Update: die Extremi ist hier langzeitgetestet und hat sich nun über die Jahre souverän bewährt, zwischenzeitliche Gedanken an Ersatz sind mittlerweile wieder aus dem Fenster geflogen   Wink

Werner bezeichnet die Extremi ja gerne als Blade Runner, weil der Grat des absoluten Wohlklangs relativ schmal sein kann. Man kann durch diese Sensibilität aber kleine Veränderungen ziemlich gut nachvollziehen. Kleines Beispiel: hier läuft das Digitalsignal vom Cocktail Audio Streamer über einen Mutec MC3+ USB Reclocker der mit einer sauteuren Mutec Clock getaktet wird in den DAC. Ich habe mehrfach versucht, auf das Reclocking zu verzichten, kehre aber immer wieder reumütig dahin zurück. 
Wobei, mit dem anTiTon DiAn könnte ich darauf verzichten, wie ich hier schon testen konnte.

Aber inzwischen ist das ganze System so, daß es eigentlich immer und mit jeder Aufnahme passt! Klassische Orchesteraufnahmen und klassische Stimmen sind eine Paradedisziplin, wo ich mich manchmal frage, wie es sein kann, daß auf einer Aufnahme (manchmal "nur" mit CD-Auflösung) überhaupt so feine Schattierungen enthalten sein können und die auch noch über eine Anlage wiedergegeben werden können.

Als Verstärker haben sich hier ja 3 Konzepte bewährt wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten:

  • die StSt Kombi aus Agmen Vorverstärker (muß noch revidiert werden) und revidierten Opus Monoblöcken
  • der wunderbare Arno hat seinen Meister vor einiger Zeit im Arno-X gefunden, der dringend auf der Wunschliste steht. Wenn man die beiden auf die Schnelle vergleicht, klingen die zuerst doch ziemlich ähnlich. Mit schnellem Umstöpseln verpasst man aber das Wesentliche: was dann  den Arno-X nämlich auszeichnet ist, daß sich das Zusammenspiel der Musiker geradezu magisch-intuitiv vor einem entfaltet. Und last but not least:
  • das legendäre Full Digital GaN Board klingt auch an der Extremi einfach saugut, passt aber hier wegen Kopfhörerverstärkern und analogen Quellen nicht so recht in die Anlage und würde einiges an DIY erfordern.

Im Grunde ist also fast alles wie immer geblieben, mit einer kleinen Änderung: seit einigen Tagen kam ich auf die Idee, wieder das 16 x 0,75 Lapp von Georg zu verwenden und stelle fest, daß es keine Einschränkungen bei der Auflösung, der Impulsschnelligkeit und der räumlichen Darstellung hat, aber durch einen minimal sonoreren Grundton noch etwas mehr Körperlichkeit vermitteln kann. Das bleibt jetzt erstmal so.

Also die Überlegung, auf einen (elektrisch) leicht anzutreibenden Lautsprecher mit weit überdurchschnittlichem Wirkungsgrad zu setzen, der aber gleichzeitig hoch auflöst, der Neutralität verpflichtet ist und dynamisch in einem normalen Wohnraum selbst mit wenigen Watt praktisch keine Limitierung kennt (und durch das Coax Prinzip auch noch recht kurze Hördistanzen erlaubt) hat sich letztlich als völlig stimmig herausgestellt.

Liebe Grüße
Manfred
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#45
Ich bin da teils wie Du wenn es drum geht, aussergewöhnliche Wege zu bestreiten. Man sieht an Deinem Equipment, dass Du exotische Lösungen bevorzugst. Die Extremi ist bestimmt ein sehr guter Lautsprecher und mir gefällt das Konzept alleine vom Aufbau her sehr gut.
Gruß
Mustafa
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#46
Ja da sagst du was, Mustafa. Tatsächlich hat es sich bei mir immer wieder so ergeben, daß ich irgendwie auf kleine Manufakturen gestoßen bin, die oft nur aus einer Person bestehen. Das hat den Vorteil, daß man mit diesen Menschen direkt in Kontakt gehen kann (und meist bei Interesse auch muß). Wenn man dann feststellt, daß man ganz ähnliche Vorstellungen hat was Musikwiedergabe betrifft, na dann hat es schon geklickt. Außerdem ist es oft so, daß man gar keine höheren Preise bezahlt als für vergleichbare Produkte von größeren Herstellern und dann noch ein wertigeres Innenleben bekommt bei dem der Rotstift nicht gnadenlos zugeschlagen hat. Zudem gibt es in der Regel einen viel besseren Service, die wenigsten größeren Hersteller werden in der Lage sein ein Update für Geräte anzubieten, die fast 40 Jahre alt sind wie z.B. bei StSt Verstärkern der Fall. Die Realität heutzutage ist doch, daß selbst größere Audio Firmen in dieser Zeit 4 mal den Besitzer gewechselt haben und die jetzigen Beschäftigten die älteren Geräte noch nicht mal mehr kennen.

Somit besteht der größte Teil meiner Anlage aus Produkten von solchen Minifirmen, was ich bisher auch noch nie bereut habe. Einzig möglicher Nachteil den ich sehe ist der, daß der Wiederverkaufswert unter Umständen schlechter sein kann - aber auch nur, falls der Hersteller zu unbekannt ist. Aber da ich eh auf langfristige Nutzung setze, ist der Punkt für mich nebensächlich. 

Liebe Grüße
Manfred
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#47
Hallo Manfred,

genau wie Mustafa sind mir "Exoten" sehr sympathisch!
Das größte Problem allerdings sehe ich nicht im Wiederverkaufswert, der mir auch egal ist, sondern was passiert mit Service und dergleichen, da kleine Firmen schon mal sehr schnell wieder vom Markt verschwinden.
Ansonsten liebe ich schon vieles, was abseits des Mainstream passiert  Smile
LG,

Horst
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#48
Hallo Zusammen,

sollten die erforderlichen Informationen wie Schaltpläne verfügbar sein könnten dann spezialisierte Servicebetriebe weiterhelfen,
wenn z. B. auch auf Grund von Ruhestand sich kein Nachfolger findet.

Viele Grüße,
Peter
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#49
(29.09.2026, 11:07)Horbus schrieb: Hallo Manfred,

genau wie Mustafa sind mir "Exoten" sehr sympathisch!
Das größte Problem allerdings sehe ich nicht im Wiederverkaufswert, der mir auch egal ist, sondern was passiert mit Service und dergleichen, da kleine Firmen schon mal sehr schnell wieder vom Markt verschwinden.
Ansonsten liebe ich schon vieles, was abseits des Mainstream passiert  Smile

Hallo Horst,

Das Risiko einer Geschäftsaufgabe besteht natürlich immer, aber auch bei größeren wie z.B. jüngst Cocktail Audio. Meine Erfahrungen sind halt so dass der Service bei den Manufakturen besser, schneller, günstiger und länger verfügbar ist.
Als es bei meinen Extremi mal ein Problemchen mit dem HT gab, kam Cay-Uwe vorbei und behob das vor Ort. Wenn man mal vergleicht wie der Service aktuell selbst bei renommierten Firmen wie Tannoy gerade aussieht oder auch anderen, die gerade keinen oder einen neuen Importeur haben ist da viel Schatten. Die Manufakturen schicken auch mal nach Jahren einfach so neue Röhren zu, reparieren ein älteres Gerät kostenlos (weil der Defekt nicht sein darf) oder man bekommt ein Update für über 30 Jahre alte Geräte, alles selber erlebt! Selbst für meinen Mythology Zeus habe ich von Lothar Lange noch viele Jahre nach dem Ende der Geschäftstätigkeit noch Ersatzteile bekommen und er hat die eingelaufene Lagerachsr aufs Feinste getauscht. 
Irgendwann ist natürlich überall Ende. ;-)

Liebe Grüße 
Manfred
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#50
Ja klar Manfred, da hast du auch recht. Hängt immer auch davon ab wie seriös eine Firma betrieben wird.
LG,

Horst
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