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Hallo zusammen,
ich muss euch ein Geständnis machen: Nach Tagen des Hin- und Her-Stöpselns, des Vergleichens von Cinch, XLR, Netzteilen und Röhren war ich schlichtweg testmüde. Mein Gehör hat sich so schnell an den neuen Sound gewöhnt, dass die Unterschiede für mich subjektiv immer kleiner wurden. Ich war an einem Punkt, an dem ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sah.
Was macht man in so einer Situation? Man holt sich die neutralste Jury, die man finden kann: Meinen Sohn.
Er hat keinerlei Vorurteile, kennt keine Foren-Hypes und hört einfach nur Musik. Ich habe beide Endstufen – die Forte Model 3 (Kassel-Mod) und die Makroaudio PROxium V2 – mit den identischen Kabeln vorbereitet. Als Vorstufe diente bei beiden der RME ADI-2 DAC FS.
Er durfte sich seinen Song aussuchen: Pompeii von Bastille. Ein Stück, das er in- und auswendig kennt.
Ich habe ihn nach dem Durchgang beider Endstufen nur eine Sache gefragt: „Welche hat dich mehr berührt?“
Seine Antwort war klar und ohne Zögern: Die PROxium.
Er sagte, er hätte bei der Makroaudio deutlich mehr Gänsehaut bekommen. Er hörte mehr Details heraus, alles wirkte für ihn „klarer“ und unmittelbarer.
Für mich war das der entscheidende Augenblick. Während ich mich in technischen Nuancen und Gewöhnungseffekten verloren hatte, hat er einfach die Emotion gespürt. Wenn ein moderner Song wie Pompeii über die PROxium diese körperliche Reaktion (Gänsehaut) auslöst, dann ist das Gerät genau da angekommen, wo High-End hin soll: Es transportiert die Musik direkt ins Herz, ohne Umwege.
Damit ist die Messe gelesen. Die PROxium hat den „Generationen-Test“ bestanden. Ich werde jetzt aufhören zu vergleichen und fange endlich wieder an, einfach nur Musik zu genießen.
Beste Grüße,
Durian
Das ist der ultimative Moment der Wahrheit! Wenn das eigene Gehör „testmüde“ wird und die Unterschiede im Kopf verschwimmen, ist ein unvoreingenommener Gast-Hörer die beste Medizin. Dass mein Sohn sich für die PROxium entschieden hat – und das mit dem Wort „Gänsehaut“ begründet –, ist das stärkste Qualitätsurteil, das man bekommen kann. Kinder und junge Erwachsene hören oft viel direkter und emotionaler, ohne den Ballast von Markennamen oder technischen Daten.
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(04.04.2026, 19:14)Durian schrieb: Das ist der ultimative Moment der Wahrheit! Wenn das eigene Gehör „testmüde“ wird und die Unterschiede im Kopf verschwimmen, ist ein unvoreingenommener Gast-Hörer die beste Medizin. Dass mein Sohn sich für die PROxium entschieden hat – und das mit dem Wort „Gänsehaut“ begründet –, ist das stärkste Qualitätsurteil, das man bekommen kann. Kinder und junge Erwachsene hören oft viel direkter und emotionaler, ohne den Ballast von Markennamen oder technischen Daten.
Durian, das hat dir dein Sohn aber schon vor 1 oder 2 Wochen gesagt, daß er da deutlich mehr mitkriegt und es ihm besser gefällt, als deine Forte ![[Bild: 1f604.png]](https://www.analog-forum.de/wbboard/cms/images/smilies/emojione/1f604.png)
Du erinnerst mich da an meinem leider mittlerweile recht jung verstorbenen Freund Achim, mit dem ich rund 20 Jahre in Sachen Hifi unterwegs war - bei dem mußte der Sohn auch immer mit probe hören und Rat erteilen.
Dadurch wurde der Sohn wohl vom Hobby "infiziert" und erbte die riesige Anlage.
Aber gut, daß du jetzt inneren Frieden hast, ich hab dir ja geschildert, daß ich monatelang mit mir haderte, und immer wieder auf meinen so geliebten Emitter umstöpselte - nur um wieder festzustellen, daß mir die Proxium V 2 doch mehr zusagt.
Als wirklicher Fanboy (seit Jahrzehnten)der Emitter war das für mich ganz harte Kost.
Inzwischen hab ichs verdaut.
Dann jetzt viel Spaß im Club der Proxonauten und auf der weiteren Reise in ferne Klanggalaxien! Hast jetzt wahrscheins das schwerste Osterei der Welt
Der Osterhase wird dirs danken, daß er die Retoure nicht schleppen muß. Das arme Viech ist jetzt bestimmt erleichtert.
Meine Katze ist schon 11 Jahre alt und arbeitet noch analog als Verbrenner auf Milchbasis!
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Hallo zusammen,
nach dem „Gänsehaut-Test“ meines Sohnes wollte ich es genauer wissen. Warum hört ein unbedarfter Jugendlicher bei der PROxium V2 sofort mehr Details und Klarheit als bei anderen Boliden? Ich habe mir dazu mal Messwerte aus der Fachpresse (z.B. Stereo) von renommierten Verstärkern wie dem Hegel H600 angeschaut und mit der KI-Unterstützung analysiert, was da eigentlich passiert.
Die Hegel-Realität (Beispiel H600):
Hegel wirbt oft mit einem Dämpfungsfaktor von über 4.000. Schaut man sich aber den Labortest an, bleiben an 4 Ohm reale Werte von 46 (bei 63 Hz) bis 34 (bei 14 kHz) übrig.
Das ist kein Betrug, sondern Physik: Interne Schutzrelais, Sicherungen und die Verkabelung zum Terminal wirken wie ein Flaschenhals. Der theoretische Wert der Schaltung bricht in der Praxis am Lautsprecheranschluss massiv zusammen.
Der Unterschied zur PROxium V2:
Eugen gibt für die PROxium einen Wert von 6.500 an und Werner spricht von 7000. Das Besondere ist hier das Circlotron-Konzept. Diese Schaltung arbeitet von Grund auf anders als ein klassischer Push-Pull-Verstärker (wie der Hegel 600 ).
Unmittelbarkeit: Durch das Schaltungskonzept und die extrem kurzen Wege scheint bei der Makroaudio ein weitaus größerer Teil dieser Kontrolle tatsächlich am Lautsprecher anzukommen.
Frequenzstabilität: Während herkömmliche Amps in den Höhen (siehe Hegel-Wert 34) oft deutlich an Kontrolle verlieren, bleibt ein extrem hoher Dämpfungsfaktor über den gesamten Bereich wirksam.
Was bedeutet das für uns Hörer?
Ein hoher Dämpfungsfaktor ist wie eine extrem straffe Leine für den Hund (die Lautsprechermembran).
Bei einem Wert von 40 bis 60 hat die Membran noch ein klein wenig "Leine", um nachzuschwingen (Eigenleben). Das klingt oft "gnädig" oder "gemütlich".
Bei einem extrem hohen Wert (wie bei der PROxium) wird jede Bewegung der Membran sofort gestoppt, sobald das Signal zu Ende ist.
Mein Fazit:
Das erklärt, warum mein Sohn von „mehr Details“ und „Klarheit“ sprach. Die Unison Max 1 wird von der PROxium quasi gezwungen, exakt das zu tun, was das Signal vorgibt – ohne Wenn und Aber.
Es ist faszinierend: Die PROxium liefert diese technische Perfektion, ohne dabei (wie viele andere "Kontrollfreaks") hart oder analytisch zu klingen. Sie bleibt seidig, aber die Kontrolle ist einfach auf einem völlig anderen Level als bei Standard-Konstruktionen, selbst wenn diese 12.000 € kosten.
Beste Grüße,
Durian
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Also wenns stimmt dass bei dem Hegel H600 der DF bei tieferen Frequenzen gar bis unter 40 runterfällt dann halte ich das zwar nicht direkt für Betrug aber einen faden Beigeschmack hat es für mich schon wenn man/Händler mit hohen Dämpfungsfaktoren wirbt.
Was mir aber auffällt dass man bei Hegel überwiegend Vollverstärker auf dem Markt findet. Ich weiss nicht mal ob die überhaupt reine Endstufen anbieten oder anboten. Vorverstärker von denen meine ich mal gesehen zu haben.
Die Sache mit dem hohen DF korrelliert aber nicht zwanghaft mit einem Gefallen seitens des Zuhörers. Wie immer spielt das Zusammenspiel mit dem Schallwandler eine größere Rolle als reine saubere Messwerte.
Gruß
Mustafa
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Morjen morjen,
ich bin mit hohen DF auch schon auf die Ohren gefallen.
Beispielsweise erinnere ich mich an den Abacus 60230 Dolifet - den ich versuchte an einer Tannoy Glenair 15 und an einer Tannoy DC 8 BS zu betreiben.
Auf der Webseite stand damals, das Gerät verfüge über einen Zitat: unendlich hohen DF.
Ende vom Klagelied war, daß der Sound total gepreßt aus den Tannoys herauskam -als ob würde ein Limiter die Dynamik maximal komprimieren -
hab so was vorher und hinterher nie mehr so extrem erlebt.
Bei der Glenair kam hinzu, daß das Gerät dann mit einem lauten Knall aus der Box ausging - ungefähr selbiges, wie ich am Arno mit der Thivan S 6 rund 15 Jahre später erlebte.
Keine Ahnung, was genau da im Zusammenspiel amp und Box abgeht - beide amps sind am Markt sehr beliebt, ein Bekannter betreibt sein zig Jahren 2 Abacusse gleichen Typs im Monobetrieb an seiner Klipsch RF 7 MK 2 und könnte nicht mehr happy sein, wie er ist.
Bei den Apolllons, die ich lange hier hatte wird mit DF 1200 geworben, das ist auch verdammt hoch.
Im Erstversuch scheiterte ich kläglich mit dem 400er - weil alles total steif wie mit einer Brechstange klang -
und ich dachte, das sei der hohe DF.
Weil mir das Gerät wegen seiner geilen Optik und Haptik so toll gefallen hat, schob ich ein Jahr später einen Zweitversuch nach - allerdings -
diesmal mit einem anderen Operationsverstärker ausgestattet - und es paßte wie Arsch auf Eimer - sensationell gut - und ich war lange happy, bis dann die Little Bigs hier aufschlugen. Kurzum, bei den Apollons war es gar nicht der hohe DF, der den "Stock im Hintern" Effekt erzeugte, es war der OP.
Ich sach mal, Versuch macht kluch - bei den DF s geben die Hersteller wohl bei der Frequenz gemessen an, wo ihre Produkte am besten sind -
da wo man es wirklich braucht, ist da, wo Bewegung in der Mucke und der Membran ist - ein hoher DF im Hochton ist wohl eher klanglich schnuppe.
Eugen gibt seine DF s wohl relativ weit unten im Bass an, das ist praxinah - ich selbst meine, man sollte den DF sogar bei 30 oder 40 hz angeben - da, wo Membranen wirklich die Hölle loslassen.
Hinzu kommt, selbst die Länge eines LS Kabels verändert maßgeblich den DF, wie mir Eugen mal erklärte -auch hier sollte es meiner Meinung nach normierte Werte geben, zur echten Vergleichbarkeit.
Vom Hören steht für mich fest, kein amp hat so eine herrliche Kontrolle über Membranen, wie ich sie mit den Proxiums hier erlebe.
Sonst hätte ich nicht schon 3 Stück zusammengekauft.
Also muß der DF wohl wirklich hoch sein, in dem Bereich, wo man ihn braucht - im Bass und Tiefbass.
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(09.04.2026, 06:43)Kellerkind schrieb: Weil mir das Gerät wegen seiner geilen Optik und Haptik so toll gefallen hat, schob ich ein Jahr später einen Zweitversuch nach - allerdings -
diesmal mit einem anderen Operationsverstärker ausgestattet - und es paßte wie Arsch auf Eimer - sensationell gut - und ich war lange happy, bis dann die Little Bigs hier aufschlugen. Kurzum, bei den Apollons war es gar nicht der hohe DF, der den "Stock im Hintern" Effekt erzeugte, es war der OP.
Hallo Werner!
Welchen OP hattest du denn damals in der Apollon? Mir hat Tibor damals den "Sonic Imagery 994 Discrete" empfohlen und ich bin mit dem Klang und seiner Wärme (obwohl es ein Class-D ist) zufrieden.
LG
an Alle!
Thomas
Albert Einstein:
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(09.04.2026, 08:47)Fluxkompensator schrieb: (09.04.2026, 06:43)Kellerkind schrieb: Weil mir das Gerät wegen seiner geilen Optik und Haptik so toll gefallen hat, schob ich ein Jahr später einen Zweitversuch nach - allerdings -
diesmal mit einem anderen Operationsverstärker ausgestattet - und es paßte wie Arsch auf Eimer - sensationell gut - und ich war lange happy, bis dann die Little Bigs hier aufschlugen. Kurzum, bei den Apollons war es gar nicht der hohe DF, der den "Stock im Hintern" Effekt erzeugte, es war der OP.
Hallo Werner!
Welchen OP hattest du denn damals in der Apollon? Mir hat Tibor damals den "Sonic Imagery 994 Discrete" empfohlen und ich bin mit dem Klang und seiner Wärme (obwohl es ein Class-D ist) zufrieden.
LG
an Alle!
Thomas
Hallo Thomas,
da mußt du selbst im Apollon Thread nachlesen, ich weiß es nicht mehr, hab das aber damals dort ellenlang dokumentiert, auch mit Bilder.
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Hallo Freunde,
ich muß mich korrigieren, ich dachte, die Hersteller geben den DF einfach bei der Frequenz an, wo ihr Produkt am besten abschneidet - ich erhielt aber gestern, als ich eh mit Eugen wegen anderer Sachen zu Gange war, die info, daß die Hersteller das genormt bei 100 hz angeben, drüber falle der DF ab (wird dort mangels Membranbewegung ja auch nicht mehr wirklich gebraucht) und drunter nehme er in der Regel sogar noch zu.
Man lernt nie aus in dem Hobby.
Mir ist mit meiner V 2 etwas seltsames passiert - ich verbandelte sie nunmehr statt mit Tertullus Strippe - mit Via Blue X 40.
Der Wechsel war klanglich so gering, daß ich nicht wüßte, ob ich das blind hören würde - es wurde einfach nur minimal weicher in den Becken beim Metal Geschrabbel - ich stöpselte zig mal hin und her.
Aber - am zweiten Tag, als ich sie frisch anstellte, klang sie massiv kräftiger - sonst hatte ich nichts verändert, der Bass kam so gewaltig, daß ich am EQ den Bereich von 50 und 63 hz 2 db zurücknehmen mußte, weils der Raum nicht mehr aufnehmen konnte.
Keine Ahnnung, wie so was passieren kann, Stimmen gefallen mir mit dem Via Blue auch nochmal etwas besser und haben noch mehr Wärme.
Jetzt spielt die V 2 wirklich unter gleichen Bedingungen wie zuvor mein ASR Emitter 1 Exlusive von 2018 - und da sieht nun der Emitter auch in der Basskraft kein Land mehr, hätte ich nicht für möglich gehalten, denn das ist eigentlich des Emitters Königsdiziplin.
Was mich fuchst, daß man den Unterschied so nicht beim direkten Umstöpseln raushörte - ich hatte ja sogar Besuch da, der das mithörte und meinte - du, da brauchste dir wegen Stromkabel gar keine Gedanken machen!
Jetzt werde ich heute für meine anderen Makros noch Via BLue X 40 bestellen -
die sind ja recht happig geworden im Pricing.
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