13.04.2026, 20:52
Guten Abend miteinander,
der frühere Simply 2 und sein Nachfolger unterscheiden sich trotz identischer Röhrenbestückung deutlich.
-> Schaltbild Simply Two
-> Schaltbild Simply Italy
Wie zu sehen, weist die Eingangsstufe bei letzterem eine etwas unübliche Beschaltung auf. Das erste Triodensystem der ECC82 wird hier ohne Autobias-Widerstand zw. Kathode und 0 Volt der Betriebspannung betrieben. Der notwendige Potentialunterschied zwischen Gitter und Kathode entsteht nicht wie sonst durch den Spannungsabfall am Kathodenwiderstand, sondern ergibt sich durch am Gitter "hängenbleibende" Elektronen, die aufgrund des sehr hohen Gitterableitwiderstandes von 10 Megaohm nicht sofort nach 0 Volt abfließen.
Einer Messung ist dies nicht gut zugänglich, bereits der endlich hohe Innenwiderstand eines Multimeters verändert die Verhältnisse massiv.
Immerhin läßt sich der Strom durch das Triodensystem bestimmen aus dem gemessenen Spannungsabfall am anodenseitigen Arbeitswiderstand (150k).
Ein weiteres Merkmal der Schaltung ist die galvanische Kopplung zwischen den beiden Trioden der ECC82 (kein Koppel-C).
Dies hat zur Folge, daß sich jede Änderung der Potentiale am ersten System unmittelbar auf die Betriebsverhältnisse des zweiten Systems auswirkt.
Der Verzicht auf einen Kathodenwiderstand sowie einen Koppel-C mitsamt dessen Hochpaßverhalten wird also erkauft mit einem etwas weniger stabilen und nicht mehr unabhängigen Betriebszustand des zweiten Triodensystems.
Sehr wahrscheinlich werden sich bereits geringe Unterschiede in den Kennlinien verschiedener ECC82-Exemplare deutlich bemerkbar machen.
Selbst damit vertraut, am offenen "lebenden" Gerät Messungen vorzunehmen, würde ich mir schon rein aus Neugierde die Mühe machen, einmal eine Messwerttabelle mit sämtlichen vorhandenen ECC82 anzulegen.
Womöglich ergeben sich Klangunterschiede eher durch unterschiedliche Arbeitspunkte (Ruheströme, Anodenspannungen), als durch Differenzen der physischen Aufbauten.
Ich fände es interessant, dem einmal nachzugehen.
P.S.: genannte Messungen sollte selbstverständlich nur angehen, wer genau weiß, was er tut und eine ruhige Hand hat - gedrängter Platinenaufbau und so...
der frühere Simply 2 und sein Nachfolger unterscheiden sich trotz identischer Röhrenbestückung deutlich.
-> Schaltbild Simply Two
-> Schaltbild Simply Italy
Wie zu sehen, weist die Eingangsstufe bei letzterem eine etwas unübliche Beschaltung auf. Das erste Triodensystem der ECC82 wird hier ohne Autobias-Widerstand zw. Kathode und 0 Volt der Betriebspannung betrieben. Der notwendige Potentialunterschied zwischen Gitter und Kathode entsteht nicht wie sonst durch den Spannungsabfall am Kathodenwiderstand, sondern ergibt sich durch am Gitter "hängenbleibende" Elektronen, die aufgrund des sehr hohen Gitterableitwiderstandes von 10 Megaohm nicht sofort nach 0 Volt abfließen.
Einer Messung ist dies nicht gut zugänglich, bereits der endlich hohe Innenwiderstand eines Multimeters verändert die Verhältnisse massiv.
Immerhin läßt sich der Strom durch das Triodensystem bestimmen aus dem gemessenen Spannungsabfall am anodenseitigen Arbeitswiderstand (150k).
Ein weiteres Merkmal der Schaltung ist die galvanische Kopplung zwischen den beiden Trioden der ECC82 (kein Koppel-C).
Dies hat zur Folge, daß sich jede Änderung der Potentiale am ersten System unmittelbar auf die Betriebsverhältnisse des zweiten Systems auswirkt.
Der Verzicht auf einen Kathodenwiderstand sowie einen Koppel-C mitsamt dessen Hochpaßverhalten wird also erkauft mit einem etwas weniger stabilen und nicht mehr unabhängigen Betriebszustand des zweiten Triodensystems.
Sehr wahrscheinlich werden sich bereits geringe Unterschiede in den Kennlinien verschiedener ECC82-Exemplare deutlich bemerkbar machen.
Selbst damit vertraut, am offenen "lebenden" Gerät Messungen vorzunehmen, würde ich mir schon rein aus Neugierde die Mühe machen, einmal eine Messwerttabelle mit sämtlichen vorhandenen ECC82 anzulegen.
Womöglich ergeben sich Klangunterschiede eher durch unterschiedliche Arbeitspunkte (Ruheströme, Anodenspannungen), als durch Differenzen der physischen Aufbauten.
Ich fände es interessant, dem einmal nachzugehen.
P.S.: genannte Messungen sollte selbstverständlich nur angehen, wer genau weiß, was er tut und eine ruhige Hand hat - gedrängter Platinenaufbau und so...
Gruß Eberhard

