03.04.2025, 22:46
Hi Andi , das mit den 70er Jahren war auch nur gewählt um alte Knacker wie mich und noch älter mit einzuschließen 
Was mich betrifft , ich bin Jahrgang 64 und bin zu meinem 14. Geburtstag das erste Mal mit Stereo in Berührung gekommen , davor hatte ich tatsächlich den berüchtigten Mr. Hit , sprich Plattenspieler mit Deckellautsprecher .
Dann kam ein Philips Stereo Cassettendeck mit Verstärker und zwei Kugellautsprechern und mit 16 Jahren bin ich dann los und hab mir die erste Stereo Anlage zugelegt . Ein Teleton Receiver , Technics Cassettendeck , Elac Plattenspieler und Marantz Boxen .
Ergebnis , ich war ganz schnell klanglich unzufrieden und hab meinen "Neukauf" ziemlich kritisch gesehen , auch und gerade was den Preis/Gegenwert anging , war ich doch bei Heimann in der Spitalerstraße damals noch in ein Fachgeschäft gegangen und war der Ansicht dort gut beraten zu werden .
Das war jugendlich naiv , man hat mir eher den billigsten Schrott angedreht , den man gerne loswerden wollte .
Zum Glück hatte ich ein paar gute Bekannte , von denen sich auch zwei mit Selbstbau von Lautsprechern befassten , auf den Zug bin ich dann aufgesprungen .
Im Nachhinein kann ich das so ziemlich als das Beste was einem jungen Einsteiger passieren kann bezeichnen , möglichst früh mit dem Lautsprecher Bau in Berührung zu kommen und sich über den Weg eben auch haufenweise Basiswissen aneignen zu können .
Ich bin zwar nie über das bauen von fertigen Bauvorschlägen hinausgewachsen , aber mit der Selbstbaubranche ansich schon in Berührung zu kommen , hat mir enorm was gebracht , insbesondere Preise von Fertigprodukten objektiv und kritisch beurteilen zu können .
Vergleiche wie dieser :
Intertechnik MS3 im Link etwas runterscrollen
Arcus AS3
https://www.hifi-wiki.de/index.php/MBL_323 Der Neupreis lag damals bei 1500 DM
Bei dem man feststellte , das viele Hersteller ganz unterschiedlicher Preisklassen fast 1:1 teilweise auf ein und den selben Bauvorschlag eines Herstellers der Selbstbauszene zurück griffen , lässt einen insbesondere wenn es sich um Vertreter der so genannten High End Szene dreht , die Branche gleich sehr viel nüchterner und kritischer betrachten .
Auch andere heute noch existierenden bekannten Lautsprecher Hersteller wie KEF , Dynaudio und Focal bedienten damals teilweise zeitgleich den Fertig und Bausatzmarkt , bei diesen Herstellern konnte man damals auch eine sehr humane Preisgestaltung ihrer Fertigprodukte beobachten , kein Wunder weil ihnen jeder direkt auf die Finger schauen konnte und nachvollziehen konnte , was die Herrschaften für ihre Gehäuse und den Zusammenbau so aufgerufen haben .
Nicht verwunderlich , das alle drei genannten Hersteller sich stückweise aus der Selbstbauszene zurückzogen , Focal als letzter Hersteller um sich von da ab vom Kunden unbeobachtet voll auf ihre Fertigprodukte zu konzentrieren .
Seas , Scan Speak , Vifa und Perless , die skandinavische Rasselbande blieb dagegen der Selbsbauszene treu und erlaubten interessierten Menschen dadurch
immer wieder einen objektiven Seitenblick , wenn Fertig Hersteller mit deren Chassis arbeiteten .
Meine tiefste Erkenntnis außer der , das man mit einem hohen klanglichen Anspruch als Lehrling und/oder Junggeselle am besten seine Lautsprecher selber baut , wenn man sich nicht verschulden wollte war die , ähnlich wie bei Autos oder Motorrädern besser auf gebrauchte Geräte zurück zu greifen .
Ich hab das Debut des VHS Videorecorders miterlebt , das Aufkommen der Stereo Fernseher und natürlich den CD Player , alle Gerätesorten hatten eines gemeinsam , monströse Preise zu Zeiten ihrer Vorstellung nur um dann recht kurzfristig ins Bodenlose zu fallen .
Sprich all diejenigen die alles brandaktuell und neu haben mussten , waren gleichzeitig so nett den Herstellern die Entwicklungskosten zu bezahlen und Leuten wie mir zu ermöglichen , diese Schätze , die sehr schnell immer kurzlebiger wurden , was die Preise anbetraf , dann günstig einzukaufen .
Bei CD Playern hatte man teilweise das Gefühl , die werden im Tagestakt billiger , weswegen ich auch 1989 erst einen hatte , einen Technics für günstige 100 Mark . Klingt viel besser als die 2500 DM und mehr , die für die ersten Serien neu fällig wurden :-)
Geduld zahlt sich aus .
Mittlerweile war ein weiterer Ansatz dazu gekommen , nämlich die Erkenntnis mit Fachwissen sehr gut auch für andere einkaufen zu können und dabei etwas Geld zu verdienen . Zeitgleich war ich nach kurzer Arbeitslosigkeit auf eine Stelle bei Hein Gericke in Hamburg gestoßen , ich war zwar weder gelernter Verkäufer noch hatte ich bis zu diesem Moment da große Ambitionen , aber mein zweites großes Hobby eben das Motorradfahren und schrauben qualifizierte mich scheinbar genug um als Verkäufer für technisches Zubehör loszulegen .
Auf die Art bekam ich die Händlerseite des Handels aus erster Hand mit und konnte lernen wie Kalkulationen zu Stande kommen , aus Einkaufspreisen eben Endpreise werden und parallel dazu eben auch feststellen , das in der Hifi Branche viele Banditen unterwegs waren und es mit immer fragwürdigeren Produkten auch immer mehr wurden .
Das waren die 90er und ich durfte auch einen heute einschlägig bekannten Burschen wie Ingo Hansen von Phonosophie als jüngeren und noch viel realistischeren , sehr bemühten Händler in HH-Lurup kennenlernen , der sich nach seiner Zeit bei Schauland selbständig gemacht hatte und als ehrlicher Händler fast vor die Hunde ging . Obwohl bis heute ein entschiedener Gegner von Geschwurbel , High End Kabeln und Aviator Quatsch hab ich ein gewisses Verständnis für das Verhalten solcher "High End" Händler zu dem sich Herr Hansen entwickelte .
Ob er auf diese Schiene gekommen wäre , wenn ihm Ehrlichkeit und Service nicht fast das Genick gebrochen hätten darf bezweifelt werden , zu der Zeit als ich ihn kennenlernte war er ein Typ , der einem jungen Mann den Laden offen gehalten hat , der mit dem Ofen quer durch Hamburg geheizt ist um unbedingt auf die Schnelle ein Linn K5 zu ergattern , am Ende hatte ich mein System und eine vollkommen geile Vorführung von Naim Geräten erhalten , ohne Geschwurbel und Druck zu kaufen , die bis 19.30 Uhr ging , obwohl Herr Hansen eigentlich um 18Uhr Feierabend hatte .
Er ist für mich bis heute ein bitteres Beispiel , wie Menschen sich verändern können , wenn Ehrlichkeit eben nicht am längsten währt und auch nicht belohnt wird , sondern die Leute einen erst dann zur Kultfigur der High End Szene machen , wenn man sie tüchtig über den Tisch zieht .
All diese Dinge haben mich gerade in dieser Zeit stark geprägt und meine heutige Einstellung zur Hifi Szene geformt , eine Branche die einerseits mein liebstes Hobby füttert , bei der ich mir aber sehr bewusst bin , das es wohl die Branche ist , in der am meisten Menschen mit teils absurd , abenteuerlichen Produkten so richtig verarscht werden .
Die Preise gehen dabei heute so langsam durch die Decke , weil der Massenmarkt im Bereich Hifi ein aussterbender Industriezweig ist und so die Stückzahlen der ehemals großen Hifi Hersteller in den Keller gehen und einen nach dem anderen zum Verschwinden nötigen .
Das Internet und seine einerseits tollen Möglichkeiten , tragen aber über die Verkonsumierung der Musik als Kulturgut als dunkle Seite der Geschichte ganz kräftig zu dieser Entwicklung bei .
Schaut man heute auf Hifi Messen trifft man in der Hauptsache auf zwei Dinge , exklusive und sauteure Produkte und zumeist alte und gut situierte Männer .
Den Nachwuchs erlebe ich zwar , auch bei mir im Laden , aber er ist rar gesät und es wird sich zeigen ob er was bewirken kann und vielleicht noch mal wieder eine Zeit kommt , in der Menschen in der Hauptsache Musik als Kulturgut hochwertig genießen wollen und mit den passenden Geräten auch preiswert können oder ob es für die Masse nur noch das Smartphone mit Ohrstöpseln , Boomboxen und Musik als billiges Konsumgut wird .
Echter Musikgenuß allenfalls noch ein Luxus der Oberschicht wird .
Man wird sehen ....

Was mich betrifft , ich bin Jahrgang 64 und bin zu meinem 14. Geburtstag das erste Mal mit Stereo in Berührung gekommen , davor hatte ich tatsächlich den berüchtigten Mr. Hit , sprich Plattenspieler mit Deckellautsprecher .
Dann kam ein Philips Stereo Cassettendeck mit Verstärker und zwei Kugellautsprechern und mit 16 Jahren bin ich dann los und hab mir die erste Stereo Anlage zugelegt . Ein Teleton Receiver , Technics Cassettendeck , Elac Plattenspieler und Marantz Boxen .
Ergebnis , ich war ganz schnell klanglich unzufrieden und hab meinen "Neukauf" ziemlich kritisch gesehen , auch und gerade was den Preis/Gegenwert anging , war ich doch bei Heimann in der Spitalerstraße damals noch in ein Fachgeschäft gegangen und war der Ansicht dort gut beraten zu werden .
Das war jugendlich naiv , man hat mir eher den billigsten Schrott angedreht , den man gerne loswerden wollte .
Zum Glück hatte ich ein paar gute Bekannte , von denen sich auch zwei mit Selbstbau von Lautsprechern befassten , auf den Zug bin ich dann aufgesprungen .
Im Nachhinein kann ich das so ziemlich als das Beste was einem jungen Einsteiger passieren kann bezeichnen , möglichst früh mit dem Lautsprecher Bau in Berührung zu kommen und sich über den Weg eben auch haufenweise Basiswissen aneignen zu können .
Ich bin zwar nie über das bauen von fertigen Bauvorschlägen hinausgewachsen , aber mit der Selbstbaubranche ansich schon in Berührung zu kommen , hat mir enorm was gebracht , insbesondere Preise von Fertigprodukten objektiv und kritisch beurteilen zu können .
Vergleiche wie dieser :
Intertechnik MS3 im Link etwas runterscrollen
Arcus AS3
https://www.hifi-wiki.de/index.php/MBL_323 Der Neupreis lag damals bei 1500 DM
Bei dem man feststellte , das viele Hersteller ganz unterschiedlicher Preisklassen fast 1:1 teilweise auf ein und den selben Bauvorschlag eines Herstellers der Selbstbauszene zurück griffen , lässt einen insbesondere wenn es sich um Vertreter der so genannten High End Szene dreht , die Branche gleich sehr viel nüchterner und kritischer betrachten .
Auch andere heute noch existierenden bekannten Lautsprecher Hersteller wie KEF , Dynaudio und Focal bedienten damals teilweise zeitgleich den Fertig und Bausatzmarkt , bei diesen Herstellern konnte man damals auch eine sehr humane Preisgestaltung ihrer Fertigprodukte beobachten , kein Wunder weil ihnen jeder direkt auf die Finger schauen konnte und nachvollziehen konnte , was die Herrschaften für ihre Gehäuse und den Zusammenbau so aufgerufen haben .
Nicht verwunderlich , das alle drei genannten Hersteller sich stückweise aus der Selbstbauszene zurückzogen , Focal als letzter Hersteller um sich von da ab vom Kunden unbeobachtet voll auf ihre Fertigprodukte zu konzentrieren .
Seas , Scan Speak , Vifa und Perless , die skandinavische Rasselbande blieb dagegen der Selbsbauszene treu und erlaubten interessierten Menschen dadurch
immer wieder einen objektiven Seitenblick , wenn Fertig Hersteller mit deren Chassis arbeiteten .
Meine tiefste Erkenntnis außer der , das man mit einem hohen klanglichen Anspruch als Lehrling und/oder Junggeselle am besten seine Lautsprecher selber baut , wenn man sich nicht verschulden wollte war die , ähnlich wie bei Autos oder Motorrädern besser auf gebrauchte Geräte zurück zu greifen .
Ich hab das Debut des VHS Videorecorders miterlebt , das Aufkommen der Stereo Fernseher und natürlich den CD Player , alle Gerätesorten hatten eines gemeinsam , monströse Preise zu Zeiten ihrer Vorstellung nur um dann recht kurzfristig ins Bodenlose zu fallen .
Sprich all diejenigen die alles brandaktuell und neu haben mussten , waren gleichzeitig so nett den Herstellern die Entwicklungskosten zu bezahlen und Leuten wie mir zu ermöglichen , diese Schätze , die sehr schnell immer kurzlebiger wurden , was die Preise anbetraf , dann günstig einzukaufen .
Bei CD Playern hatte man teilweise das Gefühl , die werden im Tagestakt billiger , weswegen ich auch 1989 erst einen hatte , einen Technics für günstige 100 Mark . Klingt viel besser als die 2500 DM und mehr , die für die ersten Serien neu fällig wurden :-)
Geduld zahlt sich aus .
Mittlerweile war ein weiterer Ansatz dazu gekommen , nämlich die Erkenntnis mit Fachwissen sehr gut auch für andere einkaufen zu können und dabei etwas Geld zu verdienen . Zeitgleich war ich nach kurzer Arbeitslosigkeit auf eine Stelle bei Hein Gericke in Hamburg gestoßen , ich war zwar weder gelernter Verkäufer noch hatte ich bis zu diesem Moment da große Ambitionen , aber mein zweites großes Hobby eben das Motorradfahren und schrauben qualifizierte mich scheinbar genug um als Verkäufer für technisches Zubehör loszulegen .
Auf die Art bekam ich die Händlerseite des Handels aus erster Hand mit und konnte lernen wie Kalkulationen zu Stande kommen , aus Einkaufspreisen eben Endpreise werden und parallel dazu eben auch feststellen , das in der Hifi Branche viele Banditen unterwegs waren und es mit immer fragwürdigeren Produkten auch immer mehr wurden .
Das waren die 90er und ich durfte auch einen heute einschlägig bekannten Burschen wie Ingo Hansen von Phonosophie als jüngeren und noch viel realistischeren , sehr bemühten Händler in HH-Lurup kennenlernen , der sich nach seiner Zeit bei Schauland selbständig gemacht hatte und als ehrlicher Händler fast vor die Hunde ging . Obwohl bis heute ein entschiedener Gegner von Geschwurbel , High End Kabeln und Aviator Quatsch hab ich ein gewisses Verständnis für das Verhalten solcher "High End" Händler zu dem sich Herr Hansen entwickelte .
Ob er auf diese Schiene gekommen wäre , wenn ihm Ehrlichkeit und Service nicht fast das Genick gebrochen hätten darf bezweifelt werden , zu der Zeit als ich ihn kennenlernte war er ein Typ , der einem jungen Mann den Laden offen gehalten hat , der mit dem Ofen quer durch Hamburg geheizt ist um unbedingt auf die Schnelle ein Linn K5 zu ergattern , am Ende hatte ich mein System und eine vollkommen geile Vorführung von Naim Geräten erhalten , ohne Geschwurbel und Druck zu kaufen , die bis 19.30 Uhr ging , obwohl Herr Hansen eigentlich um 18Uhr Feierabend hatte .
Er ist für mich bis heute ein bitteres Beispiel , wie Menschen sich verändern können , wenn Ehrlichkeit eben nicht am längsten währt und auch nicht belohnt wird , sondern die Leute einen erst dann zur Kultfigur der High End Szene machen , wenn man sie tüchtig über den Tisch zieht .
All diese Dinge haben mich gerade in dieser Zeit stark geprägt und meine heutige Einstellung zur Hifi Szene geformt , eine Branche die einerseits mein liebstes Hobby füttert , bei der ich mir aber sehr bewusst bin , das es wohl die Branche ist , in der am meisten Menschen mit teils absurd , abenteuerlichen Produkten so richtig verarscht werden .
Die Preise gehen dabei heute so langsam durch die Decke , weil der Massenmarkt im Bereich Hifi ein aussterbender Industriezweig ist und so die Stückzahlen der ehemals großen Hifi Hersteller in den Keller gehen und einen nach dem anderen zum Verschwinden nötigen .
Das Internet und seine einerseits tollen Möglichkeiten , tragen aber über die Verkonsumierung der Musik als Kulturgut als dunkle Seite der Geschichte ganz kräftig zu dieser Entwicklung bei .
Schaut man heute auf Hifi Messen trifft man in der Hauptsache auf zwei Dinge , exklusive und sauteure Produkte und zumeist alte und gut situierte Männer .
Den Nachwuchs erlebe ich zwar , auch bei mir im Laden , aber er ist rar gesät und es wird sich zeigen ob er was bewirken kann und vielleicht noch mal wieder eine Zeit kommt , in der Menschen in der Hauptsache Musik als Kulturgut hochwertig genießen wollen und mit den passenden Geräten auch preiswert können oder ob es für die Masse nur noch das Smartphone mit Ohrstöpseln , Boomboxen und Musik als billiges Konsumgut wird .
Echter Musikgenuß allenfalls noch ein Luxus der Oberschicht wird .
Man wird sehen ....