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Hallo zusammen,
gestern war Achim hier und hatte eine Menge im Gepäck dabei, zum Glück waren die Sachen alle ziemlich leicht und dennoch klangliche Schwergewichte.
Als erstes hörten wir den sagenumwobenen voll digitalen GAN Verstärker nochmals an der Extremi. Dieser Verstärker hat keinen (!) internen DAC, stattdessen wird das eingespeiste Digitalsignal per DSP auf PCM für die Class-D Leistungsstufe umgewandelt. Dieser Verstärker bestach erneut durch seine Transparenz und Reinheit fernab von allen negativen Attributen die man mit digitaler Musikwiedergabe gemeinhin verbindet wie Sterilität, fehlender Wärme, einer gewissen Schärfe und Timingfehlern.
Einfach großes Kino!
Neu war diesmal der analoge Eingang, den Achim dazugebaut hatte in Form einer ADC Platine, die mittels I2S mit dem Motherboard verbunden ist. Da die Platine analogseitig eine Eingangsimpedanz von lediglich 2 kOhm hatte, haben wir das Signal aus dem PhonoPre nach der analoge StSt Agmen Vorstufe abgegriffen. Wir haben nicht sehr viele Platten gehört, es ging lediglich um einen Eindruck wie transparent diese Lösung arbeitet. Nach einer Optimierung der Pegelverhältnisse um den ADC nicht zu übersteuern waren wir zufrieden und ich würde aufgrund der Kürze der Zeit jetzt ungern eine 100 %ige Transparenz behaupten wollen, aber - wenn überhaupt ! - haben sicher nicht mehr als 1 oder 2 % gefehlt - was mich doch sehr positiv überrascht hat, da diese Lösung ziemlich preiswert ist.
Das Hauptthema des Abends war aber einer neuen, rein passiven 2-Wege Version der Hypercubes!
Wir haben recht lange (und laut) damit gehört und am Schluß, allerspätestens nach Anton Weberns "Langsamen Satz für Streichquartett", gespielt vom Beleck Quartett stand eindeutig fest, daß die Transparenz und Räumlichkeit der vollaktiven Hypercubes nicht nur erreicht sondern sogar noch getoppt wurde.
Einfach unglaublich, wie anspringend und lebendig diese doch relativ kleinen und leichten Lautsprecher spielen, deren komplexes und dünnwandiges Gehäuse aus Tonholz keinerlei Dämmmaterial enthält. Auch im Bass langen die Hypercubes ja prinzipbedingt erstaunlich vehement und differenziert zu.
Wer übrigens nach den Worten 'dünnwandig', 'Tonholz' und 'fehlendes Dämmmaterial' auf die Idee kommt, die Hypercubes würden verfärben oder durch Resonanzen dem Ohr schmeicheln, den muss ich leider enttäuschen. So unverfärbt, sauber und auf den Punkt spielen wirklich nicht viele Lautsprecher, und die bewegen sich in der Regel in sehr gehobenen Preiskategorien. Ach ja, wie gesagt, laut können die auch, ohne Anzeichen von Streß oder Ungenauigkeiten in der Raumabbildung.
Sehr überraschendes Ergebnis, zumal die aus sehr hochwertigen Bauteilen bestehende Passivweiche doch recht komplex ausgefallen ist. Ich hätte ja einen Vorteil der aktiven Technik gegenüber passiver erwartet, was sich gestern aber nicht bestätigt hat!
Vielleicht mag ja Achim noch ein bisschen seine Sicht der Dinge einbringen.
LG
Manfred
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Hallo in die Runde, und vielen Dank, Manfred,
Du hast, wie immer, alles gut auf den Punkt gebracht und das Wesentliche unserer schönen und ausgedehnten Hörsitzung gestern zusammengefasst. Dabei möchte ich mal betonen, daß Du ein ausgezeichneter DJ bist! Dank Deiner umfangreichen Repertoirekenntnisse egal welcher Musikrichtung lerne ich bei Dir immer wieder gute Sachen kennen, die meistens auch meinen Geschmack treffen. Merci!
Hinsichtlich der neuen passiven Hypercubes in der Zweiweg-Variante möchte ich noch ergänzen, daß es sich diesmal nicht um ein Gehäuse aus Tonholz handelt, sondern ganz normale 6,5mm Multiplex-Ware aus dem Baumarkt verschreinert wurde. Dies aus dem Grund, daß ich das ganze Projekt bei Erfolg nach Möglichkeit in eine Selbstbau-Anleitung münden lassen will. Multiplex bietet im Gegensatz zum Tonholz die Möglichkeit, daß die Schreinerarbeiten evtl. auch per CNC in Auftrag gegeben werden können. Das könnte für einige DIY-Interessenten eine entscheidende Hürde beseitigen. In der Anleitung werde ich aber auch beschreiben, wie der ganze Akt auf einer gut eingestellten Tischsäge zu vollbringen ist. Dann kann auch Tonholz gut verarbeitet werden und bringt nochmal eine Aufwertung der Lautsprecher. Aber wie festzustellen war, es geht auch ohne schon ganz gut!
Ich war auch überrascht, wie transparent die passive Version nach einigen Anpassungen und der Ermittlung der passenden Komponenten geworden ist. Wir fanden beide die aktuelle Version in manchen Aspekten besser als die zuletzt gehörte aktive Zweiweg-Version. Nun muß aber gesagt werden, daß die so direkt momentan nicht vergleichbar sind, weil in der Aktiv-Version ein anderer Tiefmitteltöner eingesetzt wird. Erst wenn's dafür mal eine Passivweiche gibt, können wir das wirklich beurteilen.
Nichtsdestotrotz gebe ich hier mal zu Protokoll, daß ich ab sofort alle Vorurteile gegenüber Passivweichen für Gerüchte halte. Es kommt immer darauf an.
Interessant finde ich noch, daß die Wiedergabe in Deiner Mancave gewisse Vorteile gegenüber meinem Wohnzimmer hatte. Bei Dir gibt es ja das Problem mit dem Bassloch, das war schon ein bisschen zu merken, aber es ging. Dafür konnten bei Dir die Lautsprecher freier stehen als bei mir, mit mehr Wandabstand nach hinten und insgesamt symmetrischer. Das führte - im Vergleich mit einigen heute bei mir gehörten Stücken - dazu, daß sich zwischen beiden Lautsprechern eine sehr konkrete und tief nach hinten reichende Klangblase aufbauen konnte. Das klappt bei mir zu Hause leider nicht in dem Maße. Wahrscheinlich wegen der starken Assymmetrie. Aber schön zu erleben, daß die Hypercubes das können.
Viele Grüße,
Achim
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Hochinteressant
Danke Euch beiden für den Bericht und die Erläuterungen
Gruß Eberhard
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Hallo Achim,
das DJ Kompliment gebe ich gerne zurück, habe ich durch dich schon viele tolle Sachen kennengelernt die mir bisher unbekannt waren!
Das Schöne bei unseren Treffen ist neben dem Austausch über High Fidelity ein wenig abseits des Mainstreams, daß wir bekannt aber auch viel für den einen oder anderen neue Musik hören und zwar in der Regel bis zum Ende des Stücks, auch wenn es mal 10 oder 15 Minuten dauert!
LG
Manfred
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Hallo Manfred,
ja, das ist wunderbar, was es noch alles zu entdecken gibt. Daß wir da eine große Schnittmenge im Musikgeschmack haben, gerade bei den etwas abseitigeren Sachen, ist toll und "nicht selbstverständlich", wie es so gerne heißt. In Richtung Klassik gibt es von mir aus im Alltag null Forscherdrang, aber wenn ich bei Dir dann die feinen Sachen vorgesetzt bekomme, ist das meistens ein Ohrenschmaus.
In diesem Sinne vielleicht hier kurz der Hinweis auf den Saz-Film, über den wir gesprochen hatten. Der ist nun anscheinend nicht mehr bei Prime verfügbar, aber dafür bei Youtube in bester Qualität:
Saz - the key of trust
Jede Menge feine Musik und genauso viele feine Menschen. Ein Reisefilm über eine junge Saz-Spielerin auf der Suche nach den Wurzeln ihres Instruments und ihrer Berufung.
Liebe Grüße,
Achim
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Vor 2 Tagen war ich nach einer längeren Sommerpause wieder mal bei Achim und wir hatten wieder einem einen sehr schönen und inspirierenden Hörabend, diesmal mit einem gewissen Schwerpunkt auf Ambient und modernem Jazz. Achim zaubert ja immer wieder Musik aus dem Hut von der ich noch nie gehört habe und da sich unser Musikgeschmack doch ziemlich überschneidet sind da jedesmal auch sehr spannende neue Sachen für mich dabei die fest in die Bibliothek aufgenommen werden.
Es hat sich inzwischen etabliert, daß auch längere Stücke bis zum Ende gehört werden und auch mal mehrere Stücke eines Albums nacheinander.
Wir hörten zunächst die weiter unten beschriebene, inzwischen finale Version der passiven 2-Wege Hypercubes. Danach durfte ich Achims aktuelle Entwicklung hören die ebenfalls 2 Wege hat. Als TMT kommt das französische Hightech Chassis zum Einsatz, das Achim nach seinen Vorgaben hat fertigen lassen und als Hochtöner - Überraschung! - ein kleiner Breitbänder ebenfalls mit ultrasteifer Membran. Das Hightech Chassis konnte mich in der ersten Version ja nur bedingt begeistern, klang es doch zwar korrekt aber irgendwie gebremst und nach meinem Gefühl zu brav.
Davon war in dieser Neuentwicklung nichts mehr zu spüren. Der erste Eindruck war ein etwas hellerer und frischerer Klang als bei den bekannten passiven 2-Wege Hypercubes, was mir jedoch wie Achim zunächst befürchtete nicht "zuviel" wurde, weil der obere Mittelton gleichzeitig etwas fülliger und körperlicher war, was besonders Bläsern ganz gut tat da die nun zwar ganz leicht präsenter aber auch runder klangen.
Auch gingen die neuen sowohl dynamisch als auch im Bass noch einen Tick vehementer zu Werke, wobei Bass ja sowieso ein Domäne der Hypercubes ist. Es ist einfach immer wieder faszinierend, wie kräftig und auch tief der Bass bei diesem Prinzip ist, trotz der verhältnismässig kleinen geschlossenen Gehäuse.
Und, wie alle bisherigen Tests in meinem eigenen Raum gezeigt haben, sind die Raumeinflüsse im Bass durch stehende Wellen beim Hypercube Prinzip so gering, daß sie praktisch keine Rolle mehr spielen. Ich kenne (außer der Thivan Eros 9 Urversion) jedenfalls keine anderen Lautsprecher, die hier im Bass ohne Tricks und Maßnahmen auf Anhieb funktionieren und zudem so wenig aufstellungskritisch sind. Die Stereobühne ist nicht nur im Sweet Spot erlebbar sondern auch wenn man seitlich sitzt.
Jedenfalls hatten wir uns schnell in das etwas andere Klangbild eingehört und genossen die Musik, die überaus transparent, dynamisch und dreidimensional wiedergegeben wurde. Am Ende des Abends ging meine eigene Präferenz jedenfalls schon in Richtung dieser Neuentwicklung.
Bei der sehr diffizilen Fertigung der Gehäuse gab es auch Fortschritte, so daß (hoffentlich !) in nicht allzuferner Zukunft diese außerordentlichen Lautsprecher auch zum Kauf angeboten werden können. Achim wird uns, sobald das Konzept ganz steht sicher darüber informieren.
Liebe Grüße
Manfred
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Ein  für den ausführlichen Bericht. Bin gespannt darauf wie es weiter geht. Gibt es von euch schon eine Empfehlung hinsichtlich Verstärker?
Grüße Michael
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Vielen Dank für Deine Rückmeldung, Manfred - ja, das war wieder ein schöner Hörabend bei zum Glück moderater Temperatur im Dachgeschoss.
Gut, daß Dir die Neuentwicklung mit den aufwendigeren Chassis noch mehr zugesagt hat. Sollte auch gern so sein, weil schon die 4 Chassis fürs Paar mit rund 1400 Euro zu Buche schlagen (gegen etwa 440 Euro der kleineren Zweiwege-Version). Ich werde da allerdings noch feilen müssen, so ganz zufrieden bin ich noch nicht. Der Hightech-TMT will von sich aus zuviel richtig machen, man muß ihm erst ein verführerisches Umfeld einrichten, damit er ins Tanzen kommt. Mal sehen, was noch geht.
Ein anderes interessantes Thema ist die Montage des Hochtöners, in diesem Fall ja der Breitbänder. Jetzt hatte ich ihm ja ein eigenes Hypercube-Gehäuse spendiert. Ich meine aber, daß das so nicht unbedingt nützlich ist. Erstens der durch die Geometrie größere Abstand der Treiber und zweitens die Tatsache, daß der Breitbänder ohne Grundtonaufgaben überhaupt nicht vom Gehäuse profitieren kann. Da werde ich also eher so eine Halterung bauen wie bei dem kleineren System.
Ja, immer wieder faszinierend wie der Grundton- und Bassbereich im geschlossenen Hypercube-Gehäuse zur Geltung kommt. Ich vermute da psychoakustische Effekte, aber die erklären nicht allein, warum dann im gegebenen Fall auch das Sofa und der Brustkorb vibrieren. Auf jeden Fall eine Sache, die mehr Leute kennen sollten.
Unser Jazz- und Ambient-Programm enthielt auch Kracher wie Modul 22 vom Ronin Rhythm Clan und Masqualero von den Blue Note-Allstars. Und das in annähernder Live-Lautstärke. Also nicht nur Schonmusik für Anlage und Ohren, falls das jemand annimmt...
Also, ich hoffe daß ich im Herbst mit einer Version 2.0 der Neuentwicklung bei Dir aufschlagen kann.
Bis dahin, viele Grüße!
Achim
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(23.08.2026, 08:35)Adaptor schrieb: Ein für den ausführlichen Bericht. Bin gespannt darauf wie es weiter geht. Gibt es von euch schon eine Empfehlung hinsichtlich Verstärker?
Hallo Michael,
wir haben das eine Paar an dem Digital-GAN-Verstärker betrieben und das andere am EL34-Röhrenverstärker. Das läuft beides gut, wobei ein Röhrenverstärker dann eine Impedanzanpassung in der Frequenzweiche braucht, damit der Hochtonbereich nicht zu präsent wird.
Sobald mal eine passive Finalversion vorliegt und transportabel ist (  ) und ich mal wieder nach Hessen in die alte Heimat fahre, gebe ich Dir Bescheid und wir können alle Deine Verstärker an den Lautsprechern ausprobieren.
Viele Grüße,
Achim
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Die Live Aufnahme von Modul 22 war tatsächlich komplett neu für mich, obwohl ich Nik Bärtsch sehr schätze und dachte, bei neuen Releases auf dem Stand zu sein. Aber es erschien nicht als Albim unter Ronin oder Mobile sondern als EP unter Ronin Rhythm Clan, Titel der EP ist Moonday. Der Rhythm Clan ergänzt die normale Ronin Besetzung um Gitarre und 2 weitere Bläser, zudem verwendet Bärtsch auch E-Piano Sounds was dem ganzen noch zusätzliche Aspekte hinzufügt. Ein Hammer Stück!
@ Adaptor: Hallo Michael, wir hörten die bisherigen HC mit dem GAN Digital Amp und die neuen mit der Röhre. Wie die neuen mit dem GAN geklungen hätten weiß ich also nicht. Jedenfalls konnte der GAN Amp auch an meinen Extremi zu 100% überzeugen und ist im Gegensatz zu der Röhre in den Pausen auch totenstill, was mir inzwischen auch recht wichtig ist. Ich habe den GAN Digital Amp bei mir nur nicht weiter verfolgt, weil er vom Gesamtkonzept in verschiedenen Aspekten nicht so recht in meine Kette passt. Klanglich sehe ich ihn auf jeden Fall auf Augenhöhe mit meinen persönlichen Referenzen.
Aber es tönte ja auch mit dem EL34 PP Verstärker ganz hervorragend.
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