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Hypercubes passiv - Druckversion

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Hypercubes passiv - mannitheear - 08.03.2026

Hallo zusammen,

gestern war Achim hier und hatte eine Menge im Gepäck dabei, zum Glück waren die Sachen alle ziemlich leicht und dennoch klangliche Schwergewichte.

Als erstes hörten wir den sagenumwobenen voll digitalen GAN Verstärker nochmals an der Extremi. Dieser Verstärker hat keinen (!) internen DAC, stattdessen wird das eingespeiste Digitalsignal per DSP auf PCM für die Class-D Leistungsstufe umgewandelt. Dieser Verstärker bestach erneut durch seine Transparenz und Reinheit fernab von allen negativen Attributen die man mit digitaler Musikwiedergabe gemeinhin verbindet wie Sterilität, fehlender Wärme, einer gewissen Schärfe und Timingfehlern.
Einfach großes Kino!

Neu war diesmal der analoge Eingang, den Achim dazugebaut hatte in Form einer ADC Platine, die mittels I2S mit dem Motherboard verbunden ist. Da die Platine analogseitig eine Eingangsimpedanz von lediglich 2 kOhm hatte, haben wir das Signal aus dem PhonoPre nach der analoge StSt Agmen Vorstufe abgegriffen. Wir haben nicht sehr viele Platten gehört, es ging lediglich um einen Eindruck wie transparent diese Lösung arbeitet. Nach einer Optimierung der Pegelverhältnisse um den ADC nicht zu übersteuern waren wir zufrieden und ich würde aufgrund der Kürze der Zeit jetzt ungern eine 100 %ige Transparenz behaupten wollen, aber - wenn überhaupt ! - haben sicher nicht mehr als 1 oder 2 % gefehlt - was mich doch sehr positiv überrascht hat, da diese Lösung ziemlich preiswert ist.

Das Hauptthema des Abends war aber einer neuen, rein passiven 2-Wege Version der Hypercubes!

Wir haben recht lange (und laut) damit gehört und am Schluß, allerspätestens nach Anton Weberns  "Langsamen Satz für Streichquartett", gespielt vom Beleck Quartett stand eindeutig fest, daß die Transparenz und Räumlichkeit der vollaktiven Hypercubes nicht nur erreicht sondern sogar noch getoppt wurde. 

Einfach unglaublich, wie anspringend und lebendig diese doch relativ kleinen und leichten Lautsprecher spielen, deren komplexes und dünnwandiges Gehäuse aus Tonholz keinerlei Dämmmaterial enthält. Auch im Bass langen die Hypercubes ja prinzipbedingt erstaunlich vehement und differenziert zu. 

Wer übrigens nach den Worten 'dünnwandig', 'Tonholz' und 'fehlendes Dämmmaterial' auf die Idee  kommt, die Hypercubes würden verfärben oder durch Resonanzen dem Ohr schmeicheln, den muss ich leider enttäuschen. So unverfärbt, sauber und auf den Punkt spielen wirklich nicht viele Lautsprecher, und die bewegen sich in der Regel in sehr gehobenen Preiskategorien. Ach ja, wie gesagt, laut können die auch, ohne Anzeichen von Streß oder Ungenauigkeiten in der Raumabbildung.

Sehr überraschendes Ergebnis, zumal die aus sehr hochwertigen Bauteilen bestehende Passivweiche doch recht komplex ausgefallen ist. Ich hätte ja einen Vorteil der aktiven Technik gegenüber passiver erwartet, was sich gestern aber nicht bestätigt hat!

Vielleicht mag ja Achim noch ein bisschen seine Sicht der Dinge einbringen.

LG
Manfred


RE: Hypercubes passiv - So_oder_so - 08.03.2026

Hallo in die Runde, und vielen Dank, Manfred,

Du hast, wie immer, alles gut auf den Punkt gebracht und das Wesentliche unserer schönen und ausgedehnten Hörsitzung gestern zusammengefasst. Dabei möchte ich mal betonen, daß Du ein ausgezeichneter DJ bist! Dank Deiner umfangreichen Repertoirekenntnisse egal welcher Musikrichtung lerne ich bei Dir immer wieder gute Sachen kennen, die meistens auch meinen Geschmack treffen. Merci!

Hinsichtlich der neuen passiven Hypercubes in der Zweiweg-Variante möchte ich noch ergänzen, daß es sich diesmal nicht um ein Gehäuse aus Tonholz handelt, sondern ganz normale 6,5mm Multiplex-Ware aus dem Baumarkt verschreinert wurde. Dies aus dem Grund, daß ich das ganze Projekt bei Erfolg nach Möglichkeit in eine Selbstbau-Anleitung münden lassen will. Multiplex bietet im Gegensatz zum Tonholz die Möglichkeit, daß die Schreinerarbeiten evtl. auch per CNC in Auftrag gegeben werden können. Das könnte für einige DIY-Interessenten eine entscheidende Hürde beseitigen. In der Anleitung werde ich aber auch beschreiben, wie der ganze Akt auf einer gut eingestellten Tischsäge zu vollbringen ist. Dann kann auch Tonholz gut verarbeitet werden und bringt nochmal eine Aufwertung der Lautsprecher. Aber wie festzustellen war, es geht auch ohne schon ganz gut!

   

Ich war auch überrascht, wie transparent die passive Version nach einigen Anpassungen und der Ermittlung der passenden Komponenten geworden ist. Wir fanden beide die aktuelle Version in manchen Aspekten besser als die zuletzt gehörte aktive Zweiweg-Version. Nun muß aber gesagt werden, daß die so direkt momentan nicht vergleichbar sind, weil in der Aktiv-Version ein anderer Tiefmitteltöner eingesetzt wird. Erst wenn's dafür mal eine Passivweiche gibt, können wir das wirklich beurteilen.

Nichtsdestotrotz gebe ich hier mal zu Protokoll, daß ich ab sofort alle Vorurteile gegenüber Passivweichen für Gerüchte halte. Es kommt immer darauf an.

Interessant finde ich noch, daß die Wiedergabe in Deiner Mancave gewisse Vorteile gegenüber meinem Wohnzimmer hatte. Bei Dir gibt es ja das Problem mit dem Bassloch, das war schon ein bisschen zu merken, aber es ging. Dafür konnten bei Dir die Lautsprecher freier stehen als bei mir, mit mehr Wandabstand nach hinten und insgesamt symmetrischer. Das führte - im Vergleich mit einigen heute bei mir gehörten Stücken - dazu, daß sich zwischen beiden Lautsprechern eine sehr konkrete und tief nach hinten reichende Klangblase aufbauen konnte. Das klappt bei mir zu Hause leider nicht in dem Maße. Wahrscheinlich wegen der starken Assymmetrie. Aber schön zu erleben, daß die Hypercubes das können.

Viele Grüße,
Achim


RE: Hypercubes passiv - E-8 - 08.03.2026

Hochinteressant  Smile

Danke Euch beiden für den Bericht und die Erläuterungen  Dankeschön


RE: Hypercubes passiv - mannitheear - 08.03.2026

Hallo Achim,

das DJ Kompliment gebe ich gerne zurück, habe ich durch dich schon viele tolle Sachen kennengelernt die mir bisher unbekannt waren!

Das Schöne bei unseren Treffen ist neben dem Austausch über High Fidelity ein wenig abseits des Mainstreams, daß wir bekannt aber auch viel für den einen oder anderen neue Musik hören und zwar in der Regel bis zum Ende des Stücks, auch wenn es mal 10 oder 15 Minuten dauert!

LG
Manfred