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To SUT or not to SUT
#1
... das ist hier die Frage.  ;Z  Oder eigentlich auch doch nicht, wenn man hauptsächlich nur niederohmige MC Tonabnehmer fährt, denn dann spielen Übertrager Ihre Vorteile (Rauscharmut, Brummfreiheit) eigentlich immer aus. Dennoch gibt es hierzu in der "Gemeinde/ Szene" regelmäßig das große Streitgespräch, welches denn nun der passende Übertrager zu welchem MC Tonabnehmer sein könnte, ist bis sein darf. Ich sag´s mal so: Erlaubt ist erstmal was gefällt und zweitens was elektrisch/ technisch dann auch noch passt.

Grundsätzlich gibt es zwei Betrachtungswinkel beim Übertrager. Erstens lässt sich damit die Ausgangsspannung eines MC-Systems passiv verstärken, sodass es am unempfindlicheren MM-Eingang des Vorverstärkers angeschlossen werden kann. Diese Verstärkung erfolgt hierbei grundsätzlich rausch- und sofern richtig verkabelt auch brummfrei. Das Übersetzungsverhältnis gibt hierbei die Verstärkung an und es gilt z.B. prinzipiell

1:10 = 20 dB Verstärkung => aus 0,5mV werden also 5mV
1:20 = 26 dB Verstärkung => aus 0,25 mV werden also 5 mV
1:30 = 30 dB Verstärkung => aus 0,25 mV werden also 7,9 mV
1:40 = 32 dB Verstärkung => aus 0,125 mV werden also 12,5 mV

wobei am MM-Eingang einer Phonostufe idR zw. 3 und 7,5 mV anliegen sollten und Phonostufen mit Röhren grundsätzlich weniger zu Übersteuern neigen als Solche mit Transistor.

Gleichzeitig aber "übersetzt" ein Übertrager auch den Abschlusswiderstand (idR 47 kOhm) der Phonostufe und lässt dann den Generator einen im umgekehrten Quadrat des Übersetzungsverhältnis stehenden Abschussimpedanz sehen.

1:10 => der Generator des MC Tonabnehmers sieht 470 Ohm
1:20 => der Generator des MC Tonabnehmers sieht 118 Ohm
1:30 => der Generator des MC Tonabnehmers sieht 52 Ohm
1:40 => der Generator des MC Tonabnehmers sieht 30 Ohm

wobei die Abschlussimpedanz welche der Generator des MC Tonabnehmers idR sehen sollte immer ungefähr dem 10-fachen des Innenwiderstandes des Tonabnehmers entsprechen sollte.

Natürlich kann man ein MC Tonabnehmer auch an einem "höherohmigen" Übertrager betreiben. Es gibt hier aber eine weitere einfache Faustregel: Die Impedanz des Tonabnehmers sollte durch den SUT gespiegelt werden, sonst spielt der Tonabnehmer eben nicht linear. Ist die Impedanz des Tonabnehmers niedriger, steigt der Frequenzgang nach oben an, ist er höher, fällt er ab. Steigt der Frequenzgang zu hohen Tönen hin an, so klingt es heller und man könnte meinen, dass es an Bass fehlt.

Soweit zu den technischen Zusammenhängen. Nun will ich Euch ein  paar Übertrager vorstellen und fange erstmal bei denen mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis an:

Ich hatte schon mehrfach zum Ortofon SL-15 ELL den hauseigenen STM-72 empfohlen, welchen man auch für andere niederohmige MC Tonabnehmer mit geringer Ausgangsspannung verwenden kann. Es passt z.B. auch gut bei allen SPUs und bei z.B. MC-20 MK II und Co.und wird von vielen Japanern geliebt.

Jetzt ist es aber so, dass die Preise für den STM-72 über die Jahre ziemlich deutlich angestiegen sind und heute keiner mehr für unter €250 zu bekommen ist; es werden teilweise schon über €400 dafür gefordert. Ich weiß zwar natürlich auch, dass das sicherlich nur in den seltensten Fällen auch gezahlt wird, aber dennoch.

Hinzu kommt, dass das Übersetzungsverhältnis des STM-72 mit 1:60 schon gewöhnungsbedürftig hoch erscheint und deshalb auch eher nur die echten Übertrager-Afficionados anzieht bzw. dann schon die Verwendung auf ziemlich leise und niederohmige MC Tonabnehmer einschränkt.

In den meisten Fällen geht es auch mit einem Übersetzungsverhältnis von round about 1:30 und da gäbe es dann z.B. Lundahl LL1681, LL1941, LL1943 oder Audio Technica AT-650 und einige Andere, auch wenn hier die Kosten schnell ebenfalls in den Bereich von €400 und mehr "abdriften".

Deshalb möchte ich eine kostengünstige und trotzdem sehr gute Alternative (die kletterten in den letzten 24 Monaten nie über €150 zzgl. Versand) vorstellen und die kommt aus dem Hause Philips - der EG-7000 ist ein Übertrager mit eben jenem Übersetzungsverhältnis von 1:30 bzw. 30 dB Verstärkung und für MC-Tonabnehmer mit einem Innenwiderstand von 1 bis 10 Ohm gedacht.

Um ganz genau zu sein, sieht der MC-Tonabnehmer an einem normalen MM-Phonoeingang mit 47 kOhm abgeschlossen am EG-7000 dann einen Abschlußwiderstand von genau 52 Ohm.

[Bild: Philips-Gp-nadeln-1.jpg]

Aber seht selbst, wie dieser SUT in Natura aussieht

[Bild: Philips-EG-7000-1.jpg]

[Bild: Philips-EG-7000-2.jpg]

[Bild: Philips-EG-7000-3.jpg]

[Bild: Philips-EG-7000-5.jpg]

Gepaart mit einem Ortofon SL-15E oder dem MC-20MKII spielt diese Kombination sehr gut auf und wie schon angedeutet ist es eine sehr stimmige und gute Alternative zum mittlerweile etwas überteuerten STM-72.

In Bezug auf Lundahl LL-1943 oder LL-1681 gibt es zwar kleine Unterschiede, aber diese sind eher wirklich klein und Geschmackssache; in Sachen Qualität sehe ich da keinen Vorteil für die etwas kostspieligeren Lundahls. Will man mehr, so wird es auch gleich sehr viel deutlich teurer und man ist dann z.B. bei entré ET-100, Bryston TF-2, M. Cotter/ Verion MK1, Phasemation, Tamura, Tango, Fidelity Research, Partridge, Silver Core Pro oder Consolidated Audio.


P.S.: Den EG-7000 hat übrigens eigentlich Niemand wirklich auf dem Schirm hat. Original wurde er zum GP-922Z angeboten, was auch kein schlechtes MC aber etwas selten ist. Deshalb tauchen die Übertrager EG-7000 aus gleichem Haus halt auch nur selten auf; häufiger sogar in Holland als in D oder USA.

Es lohnt sich aber wirklich eine permanente Suche (z.B. in HiFiShark) aufzugeben und sich Einen zu angeln, wenn denn mal Einer auftaucht.

Es gibt in diesem Zusammenhang aber nicht nur "bang for the bucks", also die preiswerten Vertreter sondern auch die ToTL Klasse und mit Mitchell Cotters Erstlingswerk möchte ich Euch seinen ToTL Übertrager aka Verion MK1 kurz vorstellen:

[Bild: Cotter-Verion-MK1-2.jpg]

Bilder davon in Aktion ist etwas schwierig, da er sich platztechnisch quasi unsichtbar hinter einem anderen Übertrager verborgen hat. Das hielt den Michell Cotter/ Verion MK1 aber nicht davon ab sich in den Vordergrund zu spielen.

Immer wieder wird davon berichtet, dass der M. Cotter/ Verion MK1 gut sei, mitunter wird er sogar als einer der besten Übertrager der Welt bezeichnet und immer wieder erzählen die "großen Jungs", dass er sich mit einem I¦ (Koetsu) gar formidabel schlage. Und da wird es dann auch für mich interessant.

Aber machen wir mal die Rechnung auf´s Exempel, ob diese Aussagen überhaupt hinkommen können. Ein I¦ (Koetsu) Black Goldline z.B. weist einen Innenwiderstand in Höhe von 5 Ohm auf und liefert 0,5 mV Ausgangsspannung. Der M. Cotter/ Version MK1 ist intern umschalt- bzw. mittels Kabelbrücken umlötbar und stellt dann die Übersetzungsverhältnisse 1:7 (type PP, 16,8 dB), 1:9 (type S, 19dB) oder 1:20 (type P, 26dB) zur Verfügung. Das deckt sich dann mit den folgenden Impedanzen, welche der Tonabnehmer sehen würde 982© für z.B. ein EMT mit ca. 24© und 592© für z.B. ein mittelohmiges MC bzw. 118© für viele niederohmigen MCs und damit auch für I¦ (Koetsu) mit 5 Ohm. Das passt also schonmal und ein Übersetzungsverhältnis von 1:20wird auch von Koetsu selbst empfohlen.

Den Vergleich habe ich mir bislang einfach gemacht und nur gegen den entré ET-100 verglichen, der für Tonabnehmer mit 3, 10 und 40 Ohm vorgesehen ist. Hierbei stellt er Übersetzungsverhältnisse von 1:30, 1:20 und 1:10 zur Verfügung. Also durfte er in der Stellung für 10 Ohm bzw. 1:20 zeigen was in Ihm steckt. Und das ist im Vergleich zum M. Cotter/ Version MK1 nicht mal schlecht sondern gut. Der Verion MK1 spielt etwas feiner, mit vielleicht etwas mehr Details auf.

Was der Verion aber nochmals etwas besser kann, das ist diese quasi 10 Taschenlampen die Rille nicht nur aus verschiedenen Blickwinkeln vollständig auszuleuchten sondern auch noch ein ansprechende Lichtfarbe dabei über das gesamte Frequenzband beizubehalten. Ich weiß, klingt nach Esoterik aber ein besseres Bild ist mir für die Beschreibung nicht eingefallen. Und nein, es geht eben nicht um mehr oder weniger Bass und Hochton sondern es geht um die feinen Details, die Farbigkeit. Das Königsblau ist nun wirklich ein Königsblau und das Zinnoberrot auch wirklich ein Zinnoberrot und eine Kirsche eine Kirsche und eine Marille aus der Wachau kommt auch aus der Wachau.  Cool

Auch der Quercheck mit Koetsu Onyx Agate Platinum und Poem bestätigten mir übrigens diesen ersten Eindruck.

Wenn Ihr diesen Übertrager also irgendwann mal in die Finger bekommen solltet, dann solltet Ihr unbedingt zuschlagen.
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#2
Hallo Rolf,
einen Cotter SUT (Modell??) konnte ich damals Ende der 1980er Anfang der 1990er Jahre im Vergleich zu aktiven PrePre's an der Anlage meines Bruders hören. Der Cotter wurde ihm von seinem Händler wärmstens empfohlen und kostete damals schon als 2nd. Hand um die 1800 DM (!!). Jetzt weiß ich nicht mehr welches MC verbaut war, was ja, wie deine Einführung oben deutlich schildert, auch zum SUT passen muss. Viele Händler damals und heute sicherlich auch, scherten sich nicht um die technischen Grundlagen und agierten nach dem "Try and Error" Prinzip. Woran ich mich noch erinnern kann, spielte der Cotter, im Vergleich zu dem dann von meinem Bruder erworbenen Nachtigall Vor-Vorverstärker mit Akku Netzteil (kostete damals dann als Gebrauchtgerät vom Händler auch so 2400 DM) weniger offen, bzw. blieb etwas farblos. Ich weiß, dass diese ganzen Vergleiche im Privaten eher unzulänglich waren und die technischen Feinheiten und Anforderungen selten beachtet wurden, was sicherlich auch heutzutage noch häufig vorkommt. Seitdem hatte ich auch eine vorgefasste Meinung zu SUT, die für mich nur im Notfall (z.B. von Empire und baugleich AT diese Stecker SUT's) zum Einsatz kamen und ich immer die aktive Lösung bevorzugte. Na ja lang ist's her und mein letztes MC (Tubaphon/EMT) habe ich bis ca. Anfang 2000 betrieben, bevor ich dann mein ganzes Geraffel verkauft habe. Mein Lieblings PrePre war ein Mitte der 1990er Jahre für 150 DM gekaufter Restbestand eines Bonner HiFi Händlers, eine ELAC MC 21 MK II Class A. Diese machte sogar der Nachtigall meines Bruders das Leben schwer und ich behaupte mal hier spielten nur persönliche Geschmäcker eine Rolle! Aber alles Historie und verkauft, genauso wie der Batterie betriebene Fidelix!
Heute, nach Neuausrichtung, mache ich darum nicht mehr soviel Gedöns zumal ich nur noch MM/MI oder HO MC betreibe, betreiben werde [Bild: smile.png]

LG,

Horst
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#3
Hallo Horst,

(06.08.2023, 08:29)Horbus schrieb: Viele Händler damals und heute sicherlich auch, scherten sich nicht um die technischen Grundlagen und agierten nach dem "Try and Error" Prinzip.

Das ist heute sogar noch schlimmer geworden; die Händler berufen sich auf angeblich vorhandenes Wissen und Expertise, agieren aber nur noch wie der schlechteste Media Markt Kistenschieber. Vor Allem dann, wenn sie sich dem High End verschrieben haben. In einem aaanderen Forum durfte ich vor Kurzem einen Vergleichsbericht von einem Händler lesen, der Aussagen zum Klang von Übertragern machte, obwohl offensichtlich war und ist, dass er durchgehend klassische Missmatches zusammengestöpselt hat. Er verkauft aber das hochpreisige Zeug anscheinend fast wie geschnitten Brot, weil er das ganze Zeug seiner Klientel in Workshops andreht und die psychologischen Effekte des Herdentriebs nutzen kann.

(06.08.2023, 08:29)Horbus schrieb: Woran ich mich noch erinnern kann, spielte der Cotter, im Vergleich zu dem dann von meinem Bruder erworbenen Nachtigall Vor-Vorverstärker mit Akku Netzteil (kostete damals dann als Gebrauchtgerät vom Händler auch so 2400 DM) weniger offen, bzw. blieb etwas farblos.

Der Cotter/ Version MK1 kann intern ja auf1:7 (type PP, 16,8 dB), 1:9 (type S, 19dB) oder 1:20 (type P, 26dB)  verkabelt/ umgelötet werden. Leider verrät er von außen aber auch nicht, auf welche der Einstellungen er gerade verkabelt ist. Weniger offen und farblos klingt aber eher nach einem Missmatch - siehe Faustregel oben.

(06.08.2023, 08:29)Horbus schrieb: ... ELAC MC 21 MK II Class A. Diese machte sogar der Nachtigall meines Bruders das Leben schwer und ich behaupte mal hier spielten nur persönliche Geschmäcker eine Rolle!

Eine ELAC MC-21 besitze ich übrigens auch noch. Ja, dieser PrePre ist sehr gut und flexibel einsetzbar.

[Bild: IMG-1139-Benutzerdefiniert.jpg]

[Bild: IMG-1136-Benutzerdefiniert.jpg]

Vielleicht aber hätte ich am Anfang noch klarstellen sollen, dass - zumindest für mich - das Gewese um angeblichen Klang nicht zählt. Meist werden da, wie Du schon geschrieben hast, einfach nur Äpfel mit Birnen verglichen. Das ist immer dann der Fall, wenn das ganze klangtechnisch bewertet wird und die Probanden die Technik/ Physik und die Psychoakustik nicht auseinanderbekommen. Will man sinnvoll vergleichen, ist ein Abschluss des Tonabnehmers für einen linearen Frequenzgang ebenso Grundvoraussetzung wie das Verständnis, wie sich eine technische Veränderung klanglich überhaupt äußern kann, über welche Größenordnung wir hier überhaupt reden und ob das Erwartete dann auch überhaupt hörbar sein kann.

Ein SUT ist erstmal immer nur ein Problemlöser und eine andere technische Lösung für das Verstärken der kleinen Ausgangsspannung eines MC Tonabnehmers.

Immer dann, wenn die Ausgangsspannung des MC Tonabnehmers und auch der Spulenwiderstand/ die Impedanz des Generators ebenfalls sehr klein sind, kommt man bei Verstärkerschaltungen in den Bereich, in dem das Eigenrauschen der Schaltung eine ähnliche Größe erreichen kann, wie das Ausgangssignal des MC Tonabnehmers.

Dann wäre das Störsignal genauso bzw. annähernd gleich groß wie das Nutzsignal und das wäre schlecht.

Ein SUT rauscht aber weniger bis gar nicht (eine Frage des Blickwinkels, denn je nach SUT Qualität kann ein Rauschen im Bereich des Widerstandsrauschens schon auftreten). Gleichzeitig hat man eine galvanische Trennung und damit weniger Brumm. Beides erhöht den Störabstand - also den Abstand von Nutz- zu Störsignalen und damit dann letztendlich auch die Qualität.

Aber wie schon gesagt gilt das in voller Bandbreite eben nur für MC Tonabnehmer mit sehr geringer Ausgangsspannung und ebenfalls sehr kleinem Spulenwiderstand, so dass man alle aaandernorts lesbaren Hörberichte zu Übertragern, welche vollmundig Unterschiede im Bereich von Welten oder Galaxien zwischen Übertragern oder Übertragern und PrePres versprechen lächelnd als Effekt von Missmatches oder Wunschdenken abhaken. Wird in den Vergleichen nur auf Bass- und Hochton-Performance abgezielt, dann wurde das Grundprinzip des korrekten Abschlusses auch nicht verstanden. Die Tonalität ist nämlich (ausschließlich) eine Frage des Abschlusses sowie der (resultierenden) Resonanzfrequenz und die Qualität bestimmt sich über Räumlichkeit und Plastizität.

P.S.: Ich habe genug Übertrager im Bestand, um das jede Spielart schon durchprobiert zu haben
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#4
Hallo Rolf,

wie ich ja schrieb, denke ich, dass bei diesem Vergleich die technischen Anforderungen des SUT oder TA nicht berücksichtigt wurden. Bei den aktiven PrePre's konnte man Verstärkung und Abschlußwiderstände ja einfach per Regler einstellen. 
Worauf ich auch nochmal hinweisen wollte war, wie z.B. Meinungsbildung zustande kommt. Bei mir bzgl. vielleicht, oder sogar bestimmt durch nicht optimal angeschlossene Komponenten. Dieser Eindruck verfestigt sich dann und wird teils zur dogmatischen Meinung. Liest man vor allem immer wieder wenn von Höreindrücken bei Händlern, Messen oder auch privat berichtet wird und Produkte leichtfertig abgeurteilt werden ohne die Hörbedingungen zu hinterfragen. Passiert natürlich auch anders herum wenn Komponenten in den Himmel gelobt werden.

LG
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#5
Zur Abwechslung möchte ich heute einen weiteren dieser sagenumwobenen und seltenen japanesischen ToTL Teile vorstellen. Technics hatte in den 80ern ja auch ganz hervorragende MC Tonabnehmer im Programm. Wer schon einmal ein EPC-300MC, EPC-305MC oder EPC-310MC hat hören dürfen, der weiß, dass Diese nicht von schlechten Eltern waren. Dazu passend gab es dann in der Technics R&B Series (steht für Recording & Broadcast und sollte darauf hinweisen, dass es hier um die absolute Oberklasse im Programm geht) auch den Übertrager SH-305MC.

[Bild: IMGP3421-Benutzerdefiniert.jpg]

Wie auf den ersten Blick schon zu sehen, stellt dieser einen Eingang und drei wählbare Abschlusswiderstände zur Verfügung. Was man nicht sieht, ist sein Gewicht. Der Klotz wiegt stolze 4,5kg und das kommt von der massiven Schirmung und dem als Rahmen ausgearbeiteten Gehäuse.

Zur Verfügung stellt der Übertrager die Übersetzungsverhältnisse 1:10 (20dB/der TA sieht 470 Ohm), 1:16 (24dB/der TA sieht 184 Ohm) und 1:40 (32dB/der TA sieht 29 Ohm) und deckt damit eine breite Palette an MC Tonabnehmern und eben nicht nur die Hauseigenen ab. Der Übertragungsbereich geht von 20 Hz bis 100 kHz mit nur ± 0,2 dB Abweichung, was sensationell linear ist. Klanglich spielt er ziemlich klar und detailliert ohne nervig zu werden. Der ist schon richtig richtig gut; leider ist er kein preiswertes Vergnügen mehr.


Verköstigt habe ich z.B. mit Denon DL-311LC und Highphonic MC-A3 mit dem Übersetzungsverhältnis 1:10 sowie das Koetsu Poem, Supex SD-900 Super und Ortofon SL-15ELL mit der Übersetzung 1:16 als auch in 1:40. Alle diese doch sehr unterschiedlichen MC Tonabnehmer kann er zum klingen bringen. Allerdings kommt er für mich nicht an einen Cotter/ Verion MK1 heran und tut sich auch im Vergleich mit einem Bryston TF-2 ein wenig schwer; das ist aber auch gleich nochmals eine ein klein wenig andere Preisklasse. Auch wird der gehörte Unterschied ein bisschen, dem Übersetzungsverhältnis von 1:16 geschuldet sein, welches nicht ganz so optimal passt, wie z.B. die 1:20 beim Cotter. Auch sind die 1:40 für das Koetsu eigentlich bereits zu hoch.
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#6
Ich habe mich bei den MC-Tonabnehmern schon ziemlich früh den niederohmigen Vertretern zugewandt. Deshalb finden sich in meinem Fundus natürlich auch mehr Übertrager, welche höhere Übersetzungsverhältnisse aufweisen; es findet sich aber auch die ein oder andere Pretiose darunter. Und eine Solche möchte ich Euch heute vorstellen:

Es handelt sich um den nicht mehr produzierten und ziemlich seltenen MCT-SPU von Robert Graetke/ Analog Tube Audio. Diesen kaufte ich bereits vor ungefähr oder etwas über 20 Jahren second hand, nachdem mir Robert Graetke davon mehrfach vorgeschwärmt hatte. Robert und ich telefonierten damals sogar wegen gleichartiger Interessen mehr oder weniger mindestens einmal in der Woche; Robert war sogar bei unseren Schall & Rauch Veranstaltungen dabei. Es ging also nicht nur um niederohmige MCs, wenn wir da so etwas schwätzten, sondern auch um Röhrenzeugs, Tonarme und klassische Reibradler wie den Garrard 301 und 401. Damals entstand auch gerade das Kokomo-Lagerkit und Meines trägt die ganz spezielle Vor-Seriennummer #007. Aber darum soll es hier ja gar nicht gehen sondern um den Übertrager.

[Bild: IMG-1894-Benutzerdefiniert-3.jpg]

Robert verwandte hier den altehrwürdigen Telefunken Scheibenübertrager wie er auch in manchem Studiogerät der Klangfilm-Zeit Verwendung fand. Der MCT-SPU stellt eine Verstärkung von 23,5 dB zur Verfügung, was einem Übersetzungsverhältnis von 1:15 entspricht und den Tonabnehmer damit 210 Ohm sehen läßt; der Frequenzgang geht von 5 Hz bis 45 kHz und das eigentlich ziemlich linear.

Ich habe damit gute Erfahrungen sowohl mit einigen SPUs als auch mit anderen niederohmigen MCs wie Supex SD-900 Super, Fidelity Research FR-1 MK II und Anderen gemacht. Er spielt (Vorsicht HiFi-Sprech Wink ) vollmundig, nicht zu hell, sehr harmonisch und geschlossen und gefällt mir besser als z.B. Lundahl LL1931 oder LL1933; er kommt für mein Empfinden sogar ziemlich nahe an den seltenen Bryston TF-1 heran. Preislich bewegt er sich noch nicht so ganz im abgehobenen Bereich, taucht aber nur sehr selten auf; seine Besitzer scheinen also alle mit ihm sehr zufrieden zu sein.
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#7
Auch aus Kanada kommen gute Übertrager. Bryston übernahm bei seinem ersten Wurf den Cotter/ Verion MK1 doch ging bei seinem zweiten Wurf dann andere Wege. Angeblich weist der TF-1 im Vergleich zum Cotter-Zukauf einen erweiterten Frequenzgang auf, was sich aber in den technischen Daten nicht widerspiegelt. Allerdings ist der TF-1 ein ziemlich scheues Reh und taucht nur ganz selten auf dem Markt auf.

Sowohl der Verion MK1 als auch der TF-1 von Bryston weisen einen Frequenzgang von 3 Hz bis 150 kHz mit einer max. Abweichung von ± 1dB auf. Er unterscheidet sich aber an anderer Stelle ziemlich deutlich von seiner MK1-Version. Beide Übertrager sind intern durch Umlöten umschaltbar. Der MK1 stellt drei Übersetzungen zur Verfügung (1:7 als Typ PP = 16,8 dB, 1:9 als Typ S = 19dB und 1:20 als Typ P = 26dB), der TF-1 derer nur Zwei (1:13 = 22,5 dB und 1:7 = 16,5dB) und ist damit weniger universell einsetzbar. Im Grunde genommen passt er damit für MC Tonabnehmer mit einem Innenwiderstand von ab 5 Ohm aufwärts und bietet je nach Verschaltung quasi einen Abschlusswiderstand von 264 oder 1052 Ohm an.

[Bild: Bryston-TF-1-Cotter-MC-SUT-1-1.jpg]

[Bild: Bryston-TF-1-Cotter-MC-SUT-2.jpg]

[Bild: Bryston-TF-1-Cotter-MC-SUT-3.jpg]

[Bild: Bryston-TF-1-Cotter-MC-SUT-4.jpg]

[Bild: Bryston-TF-1-Cotter-MC-SUT-5.jpg]

Auf den letzten drei Bildern sieht man das Pin-Feld über welches der Übertrager entsprechend für das andere Übersetzungsverhältnis nach Anleitung umgelötet werden kann.

[Bild: Bryston-TF-1-Cotter-MC-SUT-7-1.jpg]

Ich habe mit dem TF-1 gute Erfahrungen mit sowohl einigen niederohmigen MC als auch mit mittelohmigen MCs gemacht. Er spielt dem Cotter ähnlich, wenn auch bei niederohmigen MCs nicht ganz mit dem Raum und den Details, die der Cotter "produzieren" kann. So bereitet er mit mit einem Fidelity Research FR-1 MK2 z.B. mehr Spaß als mit einem FR-1 MK3F oder einem FR-7. Auch die Koetsus oder Supexe gefallen mir mit dem Cotter nochmals besser; bei den Ortofon SPUs hängt es ein wenig vom Modell ab.  Das ist aber auch (technisch) nachvollziehbar, weil es sich bei den niederohmigen MCs eigentlich immer um eine leichte Fehlanpassung handelt. Dagegen kann der TF-1 dann bei mittelohmigen MCs so richtig punkten und wird zu einer echten Hausnummer. 

Heute ist der TF-1 leider auch kein echtes Schnäppchen mehr, dafür bleibt er aber ein Geheimtipp, wenn es um die Liste der 20 wirklich guten Übertrager geht.
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