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Lyravox Karlos
#1
Dann eröffne ich hier doch mal einen eigenen Thread für meine wunderbaren Karlos.

   
   
   

Am Freitag war Dr. Götz von Laffert persönlich bei mir, um sie perfekt auf den Raum einzustellen. Sie klangen vorher schon gut, aber jetzt übertreffen sie alles.

Räumlichkeit, Klangfarben, Volumen, Körperhaftigkeit, Dynamik – hier stimmt für mich einfach alles. Vom Basskeller über Kick-Bass und Stimmen bis in die höchsten Höhen: Es macht einfach Freude zu hören.

Die Karlos integrieren sich perfekt in den Raum, optisch wie akustisch.

Die Karlos sind vollaktive, DSP-gesteuerte Zweiwege-Lautsprecher mit einem Aluminium-10-Zöller von ScanSpeak, einem Accuton-Keramikhochtöner und einem AMT-Superhochtöner, der nach oben abstrahlt.

Mit Fuß sind die Karlos 40 cm breit, 87,5 cm hoch und 37 cm tief. Beide Lautsprecher sind identisch, aber einer muss als Master ausgewählt werden, an den der Streamer und der CD-Player angeschlossen werden. Vom Master geht ein Coax-Kabel (ViaBlue) zum Slave. Die hübsche Lyravox-Fernbedienung bedient dann auch den Master hinsichtlich Eingangswahl und Lautstärke. Ich benutze eine Sofabaton X2 Universalfernbedienung, die sich problemlos anlernen ließ.

Von Miles Davis, The Beatles, Steven Wilson und Filmmusik bis hin zu Ihsahn und Neurosis – die Karlos servieren mir alles mit Leichtigkeit und Kraft. Im Prinzip genau das, was ich wollte: das Gute der Nova plus die Kraft der Kappa, aber noch viel mehr. Wink

Aktuell betreibe ich einen WiiM Ultra, der digital über ein ViaBlue NF75 mit den Karlos verbunden ist. Der CD-Player geht direkt per Toslink rein und der Phono-Pre geht analog über den WiiM. Die Karlos haben zwar auch analoge Eingänge, Cinch und XLR, aber das ist aktuell ein kleiner Nachteil für mich: Der Master überträgt das Signal nicht zum Slave, sondern beide müssen separat angesteuert werden. Da ich momentan selten Platte höre und ich dann ein 5 Meter langes Cinch- oder XLR-Kabel bräuchte, das ich nicht besitze, bin ich hier den Kompromiss eingegangen, das Phono-Signal im WiiM zu digitalisieren und nicht direkt in die Karlos zu leiten. Aber wie gesagt, aktuell höre ich weniger Platte. Eventuell werde ich mir zukünftig noch entsprechende Kabel besorgen.

   
   

Noch sehr erwähnenswert ist der erstklassige Service von Lyravox. Ich hatte die Lautsprecher gebraucht gekauft und dann bei Lyravox zwecks Einmessung etc. angerufen. Dr. von Laffert war superfreundlich, kennt jeden seiner Kunden, so auch den Vorbesitzer meiner Karlos, und kam, wie schon erwähnt, letzten Freitag für mehrere Stunden hier vorbei, um sie einzumessen und mit mir zu quatschen.

Wenn ich es richtig gelesen hatte, ist die Karlos sein „Baby“, das er für seine persönlichen Bedürfnisse entwickelt hatte, weshalb sie etwas aus dem Rahmen fällt bzw. bei Lyravox eine Besonderheit darstellt. Smile

Er war selber ganz beeindruckt, wie gut sie bei mir spielen, und meinte, das wäre Referenzniveau. Außerdem würde er Interessenten an einer Karlos empfehlen, sie bei mir zu hören. Grundsätzlich meinte er, dass die Karlos seiner Erfahrung nach gerade unter einer Schräge ihr volles Potenzial zu entfalten scheint. Das hätte er jetzt schon zum dritten Mal erlebt, und jedes Mal bläst sie so alles weg.

Seitdem steht er mir über WhatsApp mit Rat und Tat zur Seite. Aktuell überlege ich, andere Stromkabel für sie zu holen. Momentan hängen ein paar Lapp Ölflex dran. Bei Amazon bestellte ich ein paar AudioQuest NRG Z3, da ich ursprünglich 3 m brauchte und sie dort neu für 250 € pro Stück super „günstig“ im Angebot waren.

Seiner Meinung nach sind sie wohl nicht die beste Wahl, und er schickte mir diverse Vorschläge.

Ich werde meine Netzleiste wohl verlängern, sodass sie mittig zwischen den Karlos steht. Dann reichen auch 1,5 m. Trotzdem werde ich das Z3 probeweise anschließen, aber wahrscheinlich geht es dann wieder retour, auch weil ich nun doch nicht die Länge brauche.
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#2
Hallo Rufus,

sehr interessante Wandler, die du hier hier vorstellst  Cool
Soweit ich das den technischen Erläuterungen auf der Herstellerseite entnehmen konnte, wird die aktive Ansteuerung der Chassis direkt mit den vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Signalverarbeitung/-bearbeitung kombiniert, um nicht nur die phasentreue Trennung der Wege vorzunehmen, sondern auch raumakustische Bedingungen berücksichtigen zu können. 

Ähnliche Systeme konnte ich vor einigen Jahren schon erleben (leider mußte der (kleine) Hersteller kurz danach seine Produktion einstellen, sehr schade!) und feststellen, daß sie aktuell wohl den "State of the art" darstellen. Hersteller von Studio-Ausstattung wie Neumann, Genelec, u.a. haben diesen Pfad ja ebenfalls eingeschlagen -> schlanke Systeme mit höchster Präzision. 

Zur Anmerkung seitens Herrn v. Laffert, die Wiedergabe in Räumen mit Dachschräge habe wiederholt das volle Potential dieser Lautsprecher eröffnet: ich könnte mir gut vorstellen, daß die Reflektion der obersten Hochtöne an der Dachfläche sich hier besonders vorteilhaft auswirkt. Der Effekt könnte ähnlich sein wie bei den "Raumakustik"-Hochtonaufsätzen, die einst Peter Pfleiderer ("Pfleid-Punktstrahler") offeriert und empfohlen hatte.
(Anm.: das waren kleine Würfel mit jeweils drei Hochtönern, die nur zur Seite und nach oben abstrahlten. Pegel via einfachem Poti an die Haupt-LS anpassbar. Hierdurch sollte ein diffuses Hochtonschallfeld erzeugt werden, ohne den Direktschall der Haupt-LS infolge Interferenzen zu beeinträchtigen)

P.S./OT 
Röhrenverstärker und Passivlautsprecher werden für Liebhaber wohl weiterhin ihre Daseinsberechtigung haben; auch ich spiele damit immer noch gerne herum, wenn auch eher aus Gewohnheit über inzw. 50 Jahre hinweg. Selber Hand anlegen können, herumbasteln und Nostalgie haben für ältere Herren mitunter ein größeres Gewicht als das Erreichen ultimativer Klangqualität - selbst für Hörgeräteabstinenzler   Kicher
Gruß Eberhard
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#3
Hallo cRm,

schön, dass du dich dazu entschlossen hast, für diese interessanten Speaker einen eigenen Faden zu eröffnen.  Cool  Du hast da ja sogar die Kunststeinvariante, wenn ich das richtig sehe? 

So ein Konzept wie das der Karlos wird für mich die Endlösung sein, wenn wir uns räumlich wieder verkleinern, weil Haus und Garten und deren Bewirtschaftung irgendwann izu mühsam werden. Neben den Aktivspeakern würden tatsächlich der Plattenspieler und die LPs den meisten Raum brauchen. Ich gehöre seit einigen Jahren nicht mehr zur Experimentierfraktion und bin froh, mit meiner jetzigen Anlagenkonstellation das Buch zugemacht haben zu können. Aber es sind doch wieder viel mehr einzelne Komponenten geworden als ich ursprünglich geplant hatte. Daher ist die Vorstellung, nur noch zwei aktive Lautsprecher, Streamer und Plattenspieler stehen zu haben eine sehr verlockende für mich. 

Mit an schrägen Rückwänden stehenden Boxen habe ich auch schon gute Erfahrungen gemacht, was ich auf die Reduktion von stehenden Wellen zurückführe. 

Ich wünsche dir viel Spaß mit den Karlos.



„Information is not knowledge. Knowledge is not wisdom. Wisdom is not truth. Truth is not beauty. Beauty is not love. Love is not music. Music is the best.” (Frank Zappa)
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#4
Hallo Rufus,

das macht richtig Spaß das zu lesen, man spürt die Begeisterung sehr deutlich! Da bekommt man Lust sowas sich mal selber anzuhören.

LG
Manfred

PS: Hatte sich Dr. Götz von Laffert eigentlich bezüglich des WiiM Ultra Streamers geäussert, etwa in Richtung "das pass" oder "da wäre noch eine (kleine) Verbesserung möglich"?
Eigentlich sollte der Transport auf der digitalen Ebene ja bei so einem Konzept vom Klang her keinen Unterschied machen, aber man liest immer wieder auch dass aufwändigere Transports den Klang verbessern. Ob diese Unterschiede dann auch tatsächlich existieren, weiss man halt auch nicht.
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#5
Götz meinte, er hätte kurz vorher eine 100k-Anlage eingemessen, an der ein WiiM Ultra spielte. Wie gesagt, er war grundsätzlich sehr angetan und am meisten war er wohl verblüfft, dass der WiiM über WLAN läuft. Er meinte, das könnte ich noch einmal angehen. Ein Kabel vom Router ist leider keine Option. Ich überlege, ob ich einen weiteren Mesh-Repeater benutzen sollte und den WiiM dort per Kabel anschließe. Dann wäre wenigstens das WLAN-Signal ausgelagert. Laut Götz wäre das eine Überlegung wert, aber grundsätzlich meinte er, ein Streamer-Upgrade wäre nicht der Riesen-Sprung.

Leider sind es nicht die aus Kunststein, sondern die „gewöhnliche“ Version. Wink

Technisch kenne ich mich da nicht so aus. Er hatte einiges an seinem Laptop gemacht, das ist wohl alles digital und DSP-gesteuert.

Wenn jemand mal zufällig dort ist, wo der Rhein Deutschland verlässt, kann er gerne mal auf einen Kaffee zum Hören vorbeikommen. Smile
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#6
Vielen Dank für die ausführliche Vorstellung mit Fotos. 

Die Karlos gefallen mir optisch sehr gut, gehört habe ich sie leider noch nicht. Überrascht haben mich die Maße, sie wirkt auf den Fotos kleiner.

Ich wünsche Dir viel Freude mit dem neuen Setup!
Grüße Michael 
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