Morjen morjen,
also erstmal danke an Prognase, ohne sein Posting hier im Forum wäre die neue Thivan Eros 9 X völlig an mir vorbeigeschreddert.
Ich wußte nichts von der Norddeutschen Hifi Show, geschweige denn, daß Thivan da einen neuen Eros Prototypen vorstellten.
Meinen Dank auch an Audiofreak und sein youtube Video.
Himmel war ich aufgeregt - klar, ich nervte sofort den Vertrieb Eckhard Derks und löcherte ihn mit Fragen -
er kennt mich ja nun schon 8 Jahre -
Eckhard bejahte, daß im Sommer eine neue Eros 9 X kommen wird - es aber derzeit nur einen Prototypen gibt, der aber schon exakt so, wie das Serienmodell klingt und alles sei einfach nochmal besser geworden. Neue Treiber, neue Weiche, neue Stands.......
Besser?
Unvorstellbar - denn die Eros 9 Anni ist die für Rockmusiker genialste Box, die ich in fast 60 Jahren erleben durfte und die Eros 9 Ultra war objektiv bahnbrechend optimiert, aber für Rock halt nicht so geschmeidig, wie die eher zurückhaltende Anni und machte die Schere zwischen guten und schlechten records auf.
Gekauft hab ich damals beides - und mehr beseelte Musikalität geht eigentlich nicht.
Für meine Präferenzen obsiegte auf Dauer die gutmütige Anni.
Uff, aber jetzt warten, bis die ersten Boxen im Sommer gebaut sind - und dann bis die hier aufschlagen - nach meiner Erfahrung ist dann schnell das Jahr herum - das wollte und konnte ich eigentlich nicht
Eckhard zeigte Gnade und bot mir an den Prototyp über den Handel zu überlassen, da sagte ich never ever nein.
Eine Woche später - sprich gestern morgen 10.30 Uhr - dann war es soweit (gefühlt ein Jahr später, ihr kennt mich ja).
Die Eros rollte mit einem echt übelgelaunten älteren LKW Fahrer an- der vor sich hinbrabbelte(fluchte?) - in einer mir nicht bekannten Sprache - evtl. russisch oder polnisch und sich mit mir nur über Gesten verständigen konnte.
Ich wußte einfach nicht, warum er anscheinend so zornig war - meiner Frau hingegen, die dazu stieß, fiel es sofort auf - der Herr hatte eine Zigarette im Mund -aber kein Feuer!
Ihr glaubt gar nicht, trotz Sprachbarriere, wie glücklich man jemanden machen kann, dem man nur eine Schachtel Streichhölzer schenkt. Als meine Frau ihm die gab strahlte er über beide Backen - endlich wieder Nikotin inhalieren!
Ja, ich kenne das, bis Februar 2000 war ich selbst Kettenraucher mit dicken Zigarren - auch mir galt eine der größten Sorgen um die stete Zündholzversorgung- und so manches Zündholz wollte nicht wie ich will. Ich beherbergte damals als "Notwaffe" zur Selbstberäucherung immer noch ein Zippo Feuerzeug im Hosensack. Februar 2000 schwor ich dem Laster ab und das änderte sich nicht mehr, dafür brauchte ich keine Betablocker mehr.
Ach was war ich happy -
beim Auspacken entpuppte sich die Eros 9 X tatsächlich als Exemplar Nr. 01 auf dem Typenschild!
Leider konnte ich nicht wie geplant die Kartons einfach auf den Treppen runterrutschen, da die Unterseiten der Lautsprecher in so einer Holzkiste verankert waren und das übersteht. Bringt natürlich mehr Stabilität als ein einfacher Karton.
Zum Leidwesen meiner Frau war dann halt Schleppen angesagt. Was wäre ich ohne meine bessere Hälfte - hilflos!
Wie immer bei Thivan - alles idiotensicher eingepackt - die Streben extra verpackt und die Boxen in massenweise Schonschaumstoffen der weichesten Sorte eingelegt.
![[Bild: ynrcywff.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260214/ynrcywff.jpg)
Die Eros 9 X ist für Plug und Play ausgelegt und wird auf den vietnamesischen Thivan Füßen stehend ausgeliefert.
Die Streben werden seperat beigelegt und dienen als Option.
Im Gegensatz zu den pragmatischen Vietnamesen liebe ich die Streben und rausstehenden Watschelfüße als optisches Merkmal der Eros. Also erstmal die Füße abmontiert, die Streben installiert , mit Filzen unterklebt - damit ich die Boxen bequem auf dem Parkett rutschen kann - und dann an Ort und Stelle die Lautsprecher angewinkelt und die Füße montiert. Es sind wie gesagt die alternativen Thivan Füße, die damals schon in Vietnam bei der Eros Anni in Videos genutzt wurden - diese sind nicht so spitz wie die eigentlichen Thivan Füße - schön abgerundet - und können zur Not direkt auf das Parkett - Pfannen werden also keine mehr mitgeliefert !
OK - was fiel auf den ersten Blick auf?
Das Bassrohr ist schön sauber gearbeitet, aber anscheinend doch nicht tiefer ausgelegt wie früher, das täuschte mich auf einem Bild, da die einen Plastikeinschub verbauten.
Ich müßte das mal messen, wenn geht es nur um einen Zentimeter Differenz oder so.
Die Rückwand der Boxen ist nicht mehr schwarz - sondern voll furniert, wie die Vorderseite und Seitenteile, das sieht natürlich edel aus. Die Lautsprecherklemmen sind völlig neu -
im Gegensatz zur Ultra kann man jetzt 1,9 cm Langbananen wieder voll versenken und sitzen bombenfest- so muß das.
Den Klangregler der Ultra gibt es nicht mehr ! Die Boxen sind nun innerseitig voll bedämpft vom Gehäuse - bei der Anni gabs da noch etliche kahle Flächen.
Die Streben machen einen stabileren Eindruck, wie bei der Anni und zusammen mit den Füßen kommt die Box ca. 3 cm höher als die Anni -
und der Bodenkontakt erfolgt ca. 2 cm näher an der Box, als bei der Anni.
Innen durchs Bassrohr kann man nicht viel erkennen - die Weiche ist sehr stabil ausgelegt - leider ließ es ich nicht fotografieren, auch mit der Stethoskop Kamera kriegte ich da nicht genug Licht und Schärfe rein - was ich sah ist eine fette Drossel:
Die Aufstellung entpuppte sich als völlig problemlos , da die Füße anders aufsetzen als bei der Anni Version -
konnte ich nicht exakt an meine auf dem Parkett eingezeichneten Stellen für die Anni gehen und platzierte Pi mal Daumen.
Plug and play und Spaß haben - so war es gestern.
Ich ließ einige Tracks laufen und es zündete sofort, auch wenn der Bass noch ein wenig grummelte in den ersten Minuten.
Dann gabs meine üblichen Testsignale und hier war ich dann sprachlos - jeder Lautsprecher, den ich zeitlebens testete offenbarte da gnadenlos seine Schwächen und zeigte irgendwelche Resonanzen oder Gerappel oder Windgeräusche auf - bis hin zu Treibergeräuschen -
ganz schlimm erwischte es mich da ja mit der Atlantis 38 - David Dittmeier war damals vor Ort selbst überrascht, da er solche Tests noch nicht kannte.
Die Eros hingegen scheint da gar kein Eigenleben zu haben - nicht einmal bei einem 20 hz Testsignal war dem Bassrohr ein Windgeräusch zu entnehmen oder dem Treiber ein Pumpgeräusch - erstklassig und Gratulation nach Vietnam.
Nach 2 Stunden Einwobbeln war ich wirklich reif für die Küchenrolle.
Egal, was ich einlegte - es machte einen Heidenspaß - Stimmen kamen organisch mit natürlicher Wärme und traumhaften Zischlauten, bei denen man das Zungenfleisch und die Luft und Zähne zu spüren scheint - jede Kehlkopfvibration ist klar artikuliert - ansonsten einzelne Disziplinen erwähnen ist Perlen vor die Säue geworfen und wird der Eros 9 X nicht gerecht, da sie keinen Steinbruch mit Musik betreibt, sondern ganzheitlich darstellt.
Dennoch - auch das muß ich sagen - macht sie einiges klar anders, als die Anniversary oder auch die Ultra.
Allem zum Trotz konnte ich eigentlich gestern erstmal alle EQ Einstellungen belassen wie sie sind, mit Ausnahme von Dire Straits "on every street" dem Track "You and your friend" bei dem der Bass bei 100 hz ein wenig aufdickt und wo in dem Zimmer minus 2-3 db einfach besser passen mit Q4.
Ansonsten Überraschung pur: Meine Zimmermode bei 37 hz wird so wenig angeregt, daß die meisten Sachen sogar linear fast perfekt funktionieren -
häh? - wie geht das denn?
Tatsächlich war es in der Nacht so weit, daß ich alle EQ Funktionen samt Raumanpassung deaktivierte und Nighwish Dark Passion Play hörte - ein Album, daß ohne Beseitigung der Moden in dem 22 qm Zimmer normalerweise nur "matscht" und alles zuschmiert, weil zu viel Energie - das läuft mit der Eros 9 x auch linear super durch.
TV Stimmen verfügen mit der Eros 9X irgendwie über etwas mehr Grundton als mit der Eros 9 Anni - klingen punktueller - da liegt ein erheblicher Unterschied,an den ich mich noch gewöhnen muß. Im Gegensatz zur Ultra bleiben Stimmen aber immer angenehm im Ohr und zischen nicht, sind herrlich homogen.
Ob ich da mit dem EQ anpassen muß- weiß ich nicht - da ich zwischen 300 und 600 hz da unten im Zimmer Überbetonungen durch Heizung ect. habe - komischerweise fällt das mit der 9 X kaum auf - und meine Korrekturen für den Raum sind nur schwer raushörbar gewesen, es klang einfach so oder so einfach nur geil und war Krümelsucherei, mit der ich mich gestern noch nicht aufhalten wollte.
Aber zurück zur Darstellung insgesamt. Normalerweise würde ich da noch nicht groß schreiben, aber erstens fragte gestern schon ein Haufen Leute nach oder riefen an -
und zweitens sind diese Lautsprecher vom Hersteller für die Messe angeblich schon eingespielt worden. Und man hört das auch. Das klingt alles sehr ausgeglichen und lässig.
Klar wird sich das noch einige Zeit hier und da etwas verschieben - aber ich bin da guter Dinge.
Bei der Anni ist ja nur ein Kondensator vorm Horn - und obendrein ein anderes Horn verbaut - der Basstreiber ackert also voll mit -
und das macht die Anni so ungeheuer angenehm, groß, pappig und farbstark im Sound - herrlich retro und einfach wie Honig im Ohr. Konturen sind bei der alten Anni nicht messerscharf .
Die Anni ist wie ein toller Röhrenprojektor der alten Schule - oder ein 70 mm Kinofilm - die 9 X ist da moderner, exakter und umrissener - macht jetzt nicht so auf große Geste und bläst mit ihrem Bass in den Mitten nichts auf - dadurch erscheint vieles punktueller - manches dadurch im Präsenzbereich auch kleiner, weil definierter. Im Gegensatz zur Ultra wird da aber nichts garstig! Es läuft halt ab 2 khz das Horn voll durch - und die Energie, die in den Stimmen früher teilweise über den Bass liefen, kommen jetzt "höher angesiedelt" rüber, das ist schon eine Umgewöhnung. Ja, das ist halt mehr High End Hifi - aber nicht weniger Spaß, da das neue Horn viel lässiger, agiler und detaillierter rüberkommt, als das alte Horn der Anni. Aber sich auch nicht so in den Vordergrund arbeitet, wie bei der Ultra, die einen schier einsaugte und von der man sich wie von der Gewalt eines schwarzen Loches ausgeliefert fühlen konnte.
Im Bassbereich blicke ich noch nicht durch - einerseits hörte ich CD s wie die komplette Threshold: Dividing lines -
die ich kaum wiedererkannte, und noch nie und mit nichts auch nur ansatzweise derart definiert hörte und so plastisch von der Bassgitarre-
diese Aufnahme hat extremen Bass und sumpft auf den meisten Boxen - auch der Anni - herum. MIt der Atlantis 38 oder der Vestlyd 15 hatte ich da gar keine Chance in dem Zimmer.
Ncht so bei der Thivan Eros 9 X - ich kriegte mich hier mit Freudensprüngen echt nicht mehr ein.
Gleichzeitig wird in Blockbustern meine Raummode deutlich weniger angeregt -
und obwohl gefühlt mehr da ist - bleibt alles konturierter und klarer.
Das kriegte die Atlantis 38 (20.000 Euro)seit der neuen Couch halt gar nicht mehr hin, da kam bei Alien Covenant teilweise nur noch ein Dauerton.
Aber auch die Thivan Anni zeigte da ihre Schwächen und konnte nicht mehr wirklich genau zwischen den Tönen trennen. Legendär die Szene im Hangar des Raumschiffes, wo die Ketten, an denen die Landmaschinen hängen diese tieffrequenten Vibrationen erzeugen, die einem die Magenwand umstülpen. Da ist obendrauf kristallklar das Metall zur hören - das konnte hier noch kein Lautsprecher! Punkt!
Das ist für mich sehr spannend!
Und dann gibt es wieder Aufnahmen - bei denen ich eigentlich einen Tick mehr Kickbass gewöhnt bin - die sich auf der 9 X zivil zurückhalten -aber ohne substanzlos zu wirken - wie die neue Tailgunner: Midnight Blitz Bei Dire Straits On Every street war hingegen bei 80-100 hz locker 3 db mehr Alarm als bei der Anni - genau das Gegenteil.
Das kann sein, daß sich all das noch ein wenig verändert - von daher kann ich keine endgültigen Aussagen treffen.
Der Bass ist derzeit ein Chamäleon mit der 9 X - und verhält sich stellenweise völlig anders, als gewohnt und bei manchen Sachen genauso wie gewohnt.
Ja was denn nun? Ich weiß es nicht

Noch nicht!
Sollte ich heute tippen , so würde ich behaupten die 9 x ist etwas kräftiger bei 80-100 hz -in etwa gleichauf bei 50-70 hz und unter 50 hz deutlich konturierter.
Ehrlich gesagt, machte mir die Mucke so einen Heidenspaß mit der 9 X, daß ich einfach keinen Bock hatte das Hirn mitlaufen und analysieren zu lassen, da ich mich hoffnungslos in der Musik verlor und ganze Alben durchhörte,statt wie geplant einzelne Tracks zu vergleichen.
Das ist eigentlich das größte Kompliment, welches ich machen kann, denn normalerweise bin ich mindestens eine Woche nur am Hirnspulen und Einzelereignisse vergleichen -
bei der Eros 9 X vergeht mir die Lust an Erbsenzählerei, da will ich abheben und happy sein.
Bis in die Morgenstunden schaute ich dann noch Star Wars 9 - zum Niederknien - weder das Orchester kam bisher so realistisch und verfärbugnsfrei rüber, noch waren die Tiefbassereignisse so durchkonturiert und völlig frei von Moden.
Eine Umgewöhnung ist das schon! Auch wenn ich mich schon arg zu Hause fühle.
Stand heute glaube ich, das war ein BEST BUY.
Das sind so Dinge, wo ich mir sage, das kann kein Zufall sein, da kriegte ich Hilfe vom HERRN.
So viel Zufälle kanns gar nicht geben, daß ich den Prototypen abstaubte. Da hätten sich sicher hunderte von Leute drum gerissen. Wer darf schon hören, wie der Thivan Boss in der Entwicklung? Nur Kater Leon und ich! (siehe Avatar!)