das mit den Kapazitäten sehe ich inzwischen ganz entspannt. Entscheidender als die Grösse ist der Typ und ob die Synergie in der Gesamtschaltung am Ende stimmig ist. Bei mir sind es 10.000uf Elna LAO pro Schiene und an den Chips 47uF. Über Bassmangel oder gebremste Dynamik kann ich nicht klagen. Das wäre der einzige Grund für mich da aufzukohlen, oder wenn die Versorgung über eine Kabelverbindung ankommt.
Allerdings sind bei mir die 100nF Wimas rausgeflogen und wurden durch 220nF ersetzt. Klingt geringfügig weicher, wenn man das mag.
"Eines der schwierigsten Dinge der Welt ist, irgend etwas ganz einfach zu betrachten." Krishnamurti
Der Trafo für das Gainclone-Projekt hat inzwischen um 15€ angezogen. Ich hab ihn vor kurzem noch für 72€ bekommen, jetzt 87€ und in der Google-Suche unter "talema TRTV225218" erscheint er bei Banzai noch für 57€ Also über 30% in relativ kurzer Zeit gestiegen.
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(04.08.2024, 23:50)Elektronix schrieb: Auch der 100µF Nichikon "Fine Gold", der in der RK auf Masse liegt, ist nicht zu verachten.
Könnte man den nicht besser auslöten, dafür Brücke rein ?
Das ist das einzige Board, wo der weg gelassen wird. Keine Ahnung, welchen Vorteil der Cap an der Stelle hat, ausser dass er den winzigen Gleichstrom vom DC Offset abblockt. Eventuell wirkt sich das weglassen nachteilig auf den Arbeitspunkt der Eingangsstufe aus?
Vielleicht wissen Gerd und Eberhard mehr?
Ich sehe immer noch nicht durch, welche Schaltung denn nun die originale Shigaraki Gaincard von 47 Laboratory ist...
Mal invertierend, mal nicht invertierend und alle schreiben was von GC, CG, Gainclone, Gaincard...
Auf jeden Fall klingen diese Chips für mich soweit erstmal fantastisch!
Gruß
vom verwirrten Rainer
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Also wenn ich das richtig sehe, hat Herr Shigaraki einfach kurz ins Datenblatt von National Semiconductor geschaut und die Standart-Applikation fix Freihand zusammengelötet. Dann stellte er fest, daß es gut klingt, packte das ganze in ein ansprechendes Gehäuse und vermarktete es erfolgreich unter dem Namen "Gaincard".
Also dieser Amp heißt: 47 Laboratory 4717 Shigaraki
und ist 2002 auf einer High End Show in Frankfurt aufgetaucht. Shigaraki ist kein Herr wie von mir fälschlich angenommen sondern der Name des Produktes und ist "Hausa".
Hausa ist lt. Wiki afroasiatisch und die am meisten gesprochene Handelssprache in West-Zentral-Afrika und Shigaraki wird mit "Ihr Eingang" übersetzt.
Der Designer von 47 Laboratory heisst: Junji Kimura
Mit dem Begriff "Gaincard" wird dieses Modell aber nicht in Verbindung gebracht. Das ältere Modell 4706 (1999 aufgetaucht) von 47 Laboratory heisst Gaincard, ebenfalls von Kimura und basiert auf dem LM3886 Chip, während der spätere Shigaraki offenbar den älteren LM1875 Chip enthält.
Aber ehrlich gesagt finde ich das gar nicht schlimm, der Geschichte erst so nach und nach auf die Spur zu kommen.
Letztlich geht es doch darum, als Audio-Hobbyist zu eigenen Aufbauten zu kommen, die gerne eine individuelle Handschrift erkennen lassen dürfen.
Daß man mit Leistungs-ICs ganz ordentliche Ergebnisse erreichen kann, dämmerte mir um die Jahrtausendwende, als ich mir auffiel, daß mein altes Telefunken-Kofferradio, welches im Laufe der Jugend durch Verstärkereigenbauten (bipolar bis Mosfet) ersetzt wurde, die Werkstatt ganz ordentlich mit klassischer Musik beschallt. In diesem Gerät werkelt ein uralter TBA810, welcher max. 7W abzugeben in der Lage ist.
Wenige Jahre später brachte mir jemand eine LINN-Endstufe, bei welcher vier Widerstände gewechselt werden mußten (SMD….grrrr). Dort lieferten mehrere LM3886 die Leistung an die Ausgänge, ansonsten war nicht allzu viel drin in der Kiste. Um diese Zeit herum erwähnte auch ein Bekannter den 47Labs-Verstärker.
Da mich das Thema Akku-Netzteil reizte, habe ich speziell nach ICs für Car-Hifi geschaut und einige Typen besorgt, mit denen ich experimentieren wollte (STA540, TDA7374A, TDA7297, TDA7375, Hitachi TA8205(?) - wenn ich mich recht entsinne).
Leider kam dann einige Unbill des Lebens dazwischen wie auch langwierige Baustellen im Haus, die momentan jegliche Hobbyausübung blockieren - aber die Teile liegen alle noch in zwei-drei kleinen Kartons und warten auf ihren Einsatz.
ja, die gainclowns ,das ist schon eine bald unendliche Geschichte.......
Im diyaudio-Forum gibts dazu Lesestoff ohne Ende.
Die mMn beste Implementierung des LM3886 zeigte der user CarlosFm. Hier ist seine Schaltung mit dem LM3886.
Niederohmig ausgeführt und mit diversen Snubbern versehen und großen Elkos zur Entkopplung.
Dazu KEIN Elko in der RK nach Masse.
Die Gleichstromentkopplung wird über den Eingangs - C erledigt.
Das sollte so (oder vergleichbar) doch auch in unserer Schaltung mit dem LM 18752 möglich sein....?!?!!!
Das lässt sich alles leicht realisieren auf unserer Platine. Den Snubber mit 0,1R/3,3nF hat er wohl infolge von Messungen an seinem Aufbau ermittelt. Man müsste sich halt mal die Qualität der Versorgung mit einem Oszi ansehen, ob das überhaupt nötig ist.
Der Carlos wird wohl eine eigene Spannungsplatine haben mit Kabelverbindung und bei 2200uF pro Schiene/Chip braucht man ja kaum oder gar keine Siebung mehr vorweg. Vielleicht nutzt er sogar Regler?
Ich bleib bei meinen bipolaren 47uF/35V EKSU von Frolyt. Hatte zwischendurch auch mal EKS 100uF/50V drin, aber da kroch mir die Transparenz der oberen Mitten schon wieder leicht nervig ins Ohr. Ich bin in dem Bereich etwas überempfindlich, vielleicht wegen meinem Tinnitus und die RP Serie von Klipsch kann im Bereich einiger kHz sehr fordernd sein.
Rein technisch ist das vielleicht schwer nachvollziehbar, warum ich an der Stelle bipolare Typen verwende und wegen der Baugrösse passt meist auch nicht viel an Kapazität rein. Aber gerade hinter Spannungsreglern und zur Entkopplung analoger Zweige finde ich den Klang ausgewogener als bei den meisten polaren.
Gruß
Rainer
"Eines der schwierigsten Dinge der Welt ist, irgend etwas ganz einfach zu betrachten." Krishnamurti
du hast nach der Spannungsversorgung der LM 3886 Schaltung von CarlosFm gefragt.
Er hat damals (08/2005) beide Versionen, passiv und aktiv geregelt, entwickelt.
Habe die passive und die aktiv geregelte Version angefügt.
Heute würde man das anders machen, dazu aktuelle Bauteile nehmen. Da hat es in den letzten 20Jahren doch wesentlich Neues gegeben.
Stichworte dazu : aktiver Gleichrichter, SiC-Dioden, Hexfred, Drossel verwenden .......
Zum Netzteil will ich demnächst noch was schreiben.