13.10.2026, 18:05
Hallo Tom,
da die pdf von Audio Optimum schon 10 Jahre alt ist, habe ich mich nochmal auf den neuesten Stand hin informiert. Da hat sich tatsächlich inzwischen etwas getan:
1. Der Studiostandard für Aufnahmen: 24 Bit
Für die reine Audioaufnahme (Recording) über Audiointerfaces und Wandler ist 24 Bit der absolute Industriestandard.
• Warum? Im Vergleich zum veralteten CD-Standard (16 Bit) bietet 24 Bit einen theoretischen Dynamikumfang von 144 dB (statt 96 dB).
• Der Vorteil: Tontechniker erhalten dadurch enorm viel "Headroom" (Aussteuerungsreserve). Das Quantisierungsrauschen sinkt so tief, dass selbst sehr leise Passagen rauschfrei aufgenommen und später lauter gedreht werden können. Ein Übersteuern der analogen Wandler wird damit bei der Aufnahme verhindert, ohne dass man zu nah am Rauschen pegeln muss.
2. Der Standard für Mixing & DAWs: 32 Bit Float
Moderne Digital Audio Workstations (DAWs wie Pro Tools, Logic, Cubase oder Ableton) arbeiten intern standardmäßig mit 32 Bit Float (Gleitkomma), manche sogar mit 64 Bit Float. Immer häufiger unterstützen auch moderne Feld- und Studio-Recorder die Aufnahme direkt in diesem Format.
• Warum? Im Gegensatz zu Festkommawerten (16/24 Bit) nutzt 32 Bit Float eine Gleitkomma-Berechnung.
• Der Vorteil: Der Dynamikbereich ist rein rechnerisch so gigantisch (über 1500 dB), dass internes Übersteuern unmöglich wird. Wenn Signale beim Zusammenmischen digital über 0 dB hinausgehen ("Clipping"), verzerrt das Signal innerhalb der DAW nicht. Man kann die Lautstärke am Master-Regler einfach wieder herunterziehen, und das Audiosignal ist absolut intakt und sauber.
Windows 11 nutzt ebenfalls 32 Bit Float, weshalb ich hier weder ASIO noch WASAPI über Winamp zum Laufen bekam nach dem Update.
Moderne Studiogeräte arbeiten alle mit der Delta/Sigma Architektur. Nicht, weil sie "besser" ist, sondern weil der technische Aufwand für eine echte 24 Bit R2R -Architektur unvertretbar hoch wäre:
"Historische Wandler-Architekturen (wie klassische Multibit-Wandler oder R-2R-Widerstandsnetzwerke) wären physikalisch gar nicht in der Lage, echte 24 Bit bei Audio-Geschwindigkeiten fehlerfrei aufzulösen, da die Bauteiltoleranzen im Inneren des Chips dafür astronomisch präzise sein müssten."
Aber ob rein rechnerische 24 Bit hin oder her ändert nichts an der physikalischen Realität:
"Obwohl die Wandler als 24-Bit-Wandler deklariert sind und ein 24-Bit-Datenwort in deine DAW schicken, erreichen selbst die besten Studio-Wandler der Welt (z. B. von Burr-Brown, ESS Sabre oder AKM) physikalisch keine echten 24 Bit Rauschfreiheit.
• Das thermische Rauschen der analogen Bauteile (Widerstände, Transistoren) setzt eine Grenze.
• Die besten modernen Studio-Chips erreichen einen Dynamikumfang von ca. 120 dB bis 130 dB.
• Rein rechnerisch entsprechen 120 dB einer Auflösung von etwa 19 bis 20 Bit an echten, rauschfreien Daten (ENOB – Effective Number of Bits). Die restlichen 4 Bits transportieren quasi nur noch das ununterbrochene, natürliche physikalische Grundrauschen der Elektronik."
Mein rein subjektives bedeutungsloses Fazit der letzten 10 Jahre ist, daß mich alle Delta/Sigma Wandler - auch die neuesten AKM einschliesslich Hybride (wie BurrBrown PCM1794) - nach längerer Hörzeit von einigen Wochen... Monaten nur noch nervten mit ihrer künstlich-sterilen Präsentation auch RME ADI II.
Wer seit Jahren nichts anderes mehr als Delta/Sigma Klang gewöhnt ist und damit zufrieden ist, sollte lieber der Einfachheit halber dabei bleiben.
Burr Brown gefiel mir auch besser als AKM, ESS und AD. Und ich höre ja nur 16Bit/44kHz Dateien.
Gruß
Rainer
da die pdf von Audio Optimum schon 10 Jahre alt ist, habe ich mich nochmal auf den neuesten Stand hin informiert. Da hat sich tatsächlich inzwischen etwas getan:
1. Der Studiostandard für Aufnahmen: 24 Bit
Für die reine Audioaufnahme (Recording) über Audiointerfaces und Wandler ist 24 Bit der absolute Industriestandard.
• Warum? Im Vergleich zum veralteten CD-Standard (16 Bit) bietet 24 Bit einen theoretischen Dynamikumfang von 144 dB (statt 96 dB).
• Der Vorteil: Tontechniker erhalten dadurch enorm viel "Headroom" (Aussteuerungsreserve). Das Quantisierungsrauschen sinkt so tief, dass selbst sehr leise Passagen rauschfrei aufgenommen und später lauter gedreht werden können. Ein Übersteuern der analogen Wandler wird damit bei der Aufnahme verhindert, ohne dass man zu nah am Rauschen pegeln muss.
2. Der Standard für Mixing & DAWs: 32 Bit Float
Moderne Digital Audio Workstations (DAWs wie Pro Tools, Logic, Cubase oder Ableton) arbeiten intern standardmäßig mit 32 Bit Float (Gleitkomma), manche sogar mit 64 Bit Float. Immer häufiger unterstützen auch moderne Feld- und Studio-Recorder die Aufnahme direkt in diesem Format.
• Warum? Im Gegensatz zu Festkommawerten (16/24 Bit) nutzt 32 Bit Float eine Gleitkomma-Berechnung.
• Der Vorteil: Der Dynamikbereich ist rein rechnerisch so gigantisch (über 1500 dB), dass internes Übersteuern unmöglich wird. Wenn Signale beim Zusammenmischen digital über 0 dB hinausgehen ("Clipping"), verzerrt das Signal innerhalb der DAW nicht. Man kann die Lautstärke am Master-Regler einfach wieder herunterziehen, und das Audiosignal ist absolut intakt und sauber.
Windows 11 nutzt ebenfalls 32 Bit Float, weshalb ich hier weder ASIO noch WASAPI über Winamp zum Laufen bekam nach dem Update.

Moderne Studiogeräte arbeiten alle mit der Delta/Sigma Architektur. Nicht, weil sie "besser" ist, sondern weil der technische Aufwand für eine echte 24 Bit R2R -Architektur unvertretbar hoch wäre:
"Historische Wandler-Architekturen (wie klassische Multibit-Wandler oder R-2R-Widerstandsnetzwerke) wären physikalisch gar nicht in der Lage, echte 24 Bit bei Audio-Geschwindigkeiten fehlerfrei aufzulösen, da die Bauteiltoleranzen im Inneren des Chips dafür astronomisch präzise sein müssten."
Aber ob rein rechnerische 24 Bit hin oder her ändert nichts an der physikalischen Realität:
"Obwohl die Wandler als 24-Bit-Wandler deklariert sind und ein 24-Bit-Datenwort in deine DAW schicken, erreichen selbst die besten Studio-Wandler der Welt (z. B. von Burr-Brown, ESS Sabre oder AKM) physikalisch keine echten 24 Bit Rauschfreiheit.
• Das thermische Rauschen der analogen Bauteile (Widerstände, Transistoren) setzt eine Grenze.
• Die besten modernen Studio-Chips erreichen einen Dynamikumfang von ca. 120 dB bis 130 dB.
• Rein rechnerisch entsprechen 120 dB einer Auflösung von etwa 19 bis 20 Bit an echten, rauschfreien Daten (ENOB – Effective Number of Bits). Die restlichen 4 Bits transportieren quasi nur noch das ununterbrochene, natürliche physikalische Grundrauschen der Elektronik."
Mein rein subjektives bedeutungsloses Fazit der letzten 10 Jahre ist, daß mich alle Delta/Sigma Wandler - auch die neuesten AKM einschliesslich Hybride (wie BurrBrown PCM1794) - nach längerer Hörzeit von einigen Wochen... Monaten nur noch nervten mit ihrer künstlich-sterilen Präsentation auch RME ADI II.
Wer seit Jahren nichts anderes mehr als Delta/Sigma Klang gewöhnt ist und damit zufrieden ist, sollte lieber der Einfachheit halber dabei bleiben.
Burr Brown gefiel mir auch besser als AKM, ESS und AD. Und ich höre ja nur 16Bit/44kHz Dateien.
Gruß
Rainer

