11.10.2026, 20:59
Hallo Tom,
RME kann keine Multibit-Wandler nutzen. Sie benötigen die direkten Schnittstellen von modernen Delta/Sigma Wandlern von ESS Sabre und AKM für ihre umfangreiche Equalizer-Software zur Raumkorrektur, die sie einzigartig dafür entwickelt haben. Ich nehme mal an, daß ihre Ingenieure durchaus den Kompromiß in der reinen Klangqualität zwischen echten Multibit Wandlern und Delta/Sigma Wandlern kennen, aber sie haben keine andere Wahl als Delta/Sigma Wandler von AKM oder ESS Sabre zu verwenden.
Ein Delta/Sigma (1 Bit) Wandler bietet nur eine "Rekonstruktion" des originalen Signals, während ein echter 16 Bit Wandler eine digitale 1:1 Übertragung des analogen Signalspannungsverlaufs ohne Artefakte direkt umsetzt. Das Problem sind einzig die hohen Produktionskosten für Multibitwandler, da das Widerstandsnetzwerk im Chip nur äusserst geringe Toleranzen haben darf. Das kostet selbst in modernen Produktionsanlagen viel Geld und hohe Ausschußraten, weshalb man in den 90ern nach einer kostengünstigeren Alternative suchte.
"Wandlerverfahren
Klassische DA-Wandler-ICs arbeiten mit präzisen R-2R-Leiternetzwerken und geschalteten Stromquellen, die ein 16Bit-Datenwort in einem Schritt in einen proportionalen Gesamtstrom umwandeln.
Der Fertigungsprozess dieser ICs ist aufwändig und teuer, weil von der kleinsten Stromquelle für das niedrigstwertige Bit (LSB) bis zur Stromquelle für das höchstwertige Bit (MSB) stets ein exaktes Verhältnis der Ströme von 1:2 eingehalten werden muss und somit für die größte Stromquelle nur eine maximale relative Abweichung von plus minus 0,0015% zulässig ist.
Als der Massenmarkt noch nicht gesättigt war, konnte man sich diesen Aufwand leisten. Heute ist der Massenmarkt mit Billig-CD- und Billig-DVD-Spielern gesättigt, die Gewinnmargen sind klein und von den relativ geringen Stückzahlen für den High-End Markt können die Halbleiterhersteller nicht existieren. Also wurde eine billigere Lösung gefunden, die sich zugleich an eine unkritische Kundschaft besser verkaufen lässt:
Der Delta-Sigma-Wandler. Dieser muss keine 65536 verschiedene Ausgangsstromwerte in einem Schritt liefern können, sondern braucht nur mit sehr hoher Frequenz zwischen Null und Eins hin und her zu schalten. Die rekonstruierte analoge Ausgangsspannung ergibt sich als Mittelwert aus sehr vielen Nullen und Einsen durch einfache Tiefpassfilterung. Im Prinzip ist das nichts anderes als ein Pulsbreitenmodulator, bei dem aber die Pulsbreite nicht kontinuierlich (analog), sondern diskret (digital) ist. Und weil die Pulsbreite diskret ist, muss ein Delta-Sigma-Wandler mit einer viel höheren Frequenz getaktet werden, um annähernd die Signalverarbeitungsqualität eines kontinuierlichen Pulsbreitenmodulators zu erreichen."
Im Grunde ist es ähnlich wie mit Class D Verstärkern. Es ging in den 90ern um Kostensenkung, weil der Massen-Markt explodierte. Klangqualität wurde zweitrangig und mit blumigen Marketingtricks wurden die "scheinbar" neuen Technologien an die Kundschaft verkauft. Das etwas mit den neuen Technologien nicht stimmte, offenbarte dann der neue Vinylboom ab 2007. Musikliebhaber wurden sich des "Digitalklangs" überdrüssig.
Man landet immer automatisch in einem Wespennest, sobald man sich die grossen kapitalintensiven Industrien mal genauer anschaut...
Gruß
Rainer
RME kann keine Multibit-Wandler nutzen. Sie benötigen die direkten Schnittstellen von modernen Delta/Sigma Wandlern von ESS Sabre und AKM für ihre umfangreiche Equalizer-Software zur Raumkorrektur, die sie einzigartig dafür entwickelt haben. Ich nehme mal an, daß ihre Ingenieure durchaus den Kompromiß in der reinen Klangqualität zwischen echten Multibit Wandlern und Delta/Sigma Wandlern kennen, aber sie haben keine andere Wahl als Delta/Sigma Wandler von AKM oder ESS Sabre zu verwenden.
Ein Delta/Sigma (1 Bit) Wandler bietet nur eine "Rekonstruktion" des originalen Signals, während ein echter 16 Bit Wandler eine digitale 1:1 Übertragung des analogen Signalspannungsverlaufs ohne Artefakte direkt umsetzt. Das Problem sind einzig die hohen Produktionskosten für Multibitwandler, da das Widerstandsnetzwerk im Chip nur äusserst geringe Toleranzen haben darf. Das kostet selbst in modernen Produktionsanlagen viel Geld und hohe Ausschußraten, weshalb man in den 90ern nach einer kostengünstigeren Alternative suchte.
"Wandlerverfahren
Klassische DA-Wandler-ICs arbeiten mit präzisen R-2R-Leiternetzwerken und geschalteten Stromquellen, die ein 16Bit-Datenwort in einem Schritt in einen proportionalen Gesamtstrom umwandeln.
Der Fertigungsprozess dieser ICs ist aufwändig und teuer, weil von der kleinsten Stromquelle für das niedrigstwertige Bit (LSB) bis zur Stromquelle für das höchstwertige Bit (MSB) stets ein exaktes Verhältnis der Ströme von 1:2 eingehalten werden muss und somit für die größte Stromquelle nur eine maximale relative Abweichung von plus minus 0,0015% zulässig ist.
Als der Massenmarkt noch nicht gesättigt war, konnte man sich diesen Aufwand leisten. Heute ist der Massenmarkt mit Billig-CD- und Billig-DVD-Spielern gesättigt, die Gewinnmargen sind klein und von den relativ geringen Stückzahlen für den High-End Markt können die Halbleiterhersteller nicht existieren. Also wurde eine billigere Lösung gefunden, die sich zugleich an eine unkritische Kundschaft besser verkaufen lässt:
Der Delta-Sigma-Wandler. Dieser muss keine 65536 verschiedene Ausgangsstromwerte in einem Schritt liefern können, sondern braucht nur mit sehr hoher Frequenz zwischen Null und Eins hin und her zu schalten. Die rekonstruierte analoge Ausgangsspannung ergibt sich als Mittelwert aus sehr vielen Nullen und Einsen durch einfache Tiefpassfilterung. Im Prinzip ist das nichts anderes als ein Pulsbreitenmodulator, bei dem aber die Pulsbreite nicht kontinuierlich (analog), sondern diskret (digital) ist. Und weil die Pulsbreite diskret ist, muss ein Delta-Sigma-Wandler mit einer viel höheren Frequenz getaktet werden, um annähernd die Signalverarbeitungsqualität eines kontinuierlichen Pulsbreitenmodulators zu erreichen."
Im Grunde ist es ähnlich wie mit Class D Verstärkern. Es ging in den 90ern um Kostensenkung, weil der Massen-Markt explodierte. Klangqualität wurde zweitrangig und mit blumigen Marketingtricks wurden die "scheinbar" neuen Technologien an die Kundschaft verkauft. Das etwas mit den neuen Technologien nicht stimmte, offenbarte dann der neue Vinylboom ab 2007. Musikliebhaber wurden sich des "Digitalklangs" überdrüssig.
Man landet immer automatisch in einem Wespennest, sobald man sich die grossen kapitalintensiven Industrien mal genauer anschaut...
Gruß
Rainer

