04.07.2026, 15:16
(03.07.2026, 13:20)Thomas74 schrieb: Hallo Patrick - sehr gerne würde Ich Deine Eindrücke hier lesen.
Mußt Du mit dem DSP des Lyngdorf beim Bass viel korrigieren ? Ich vermute der Bass in Verbindung mit der Aufstellung relativ tief am Boden kann schon tricky sein.
Lieber Gruß und willkommen in der Runde !
Thomas
Seit ich die Jade 30 im Wohnzimmer stehen habe, ist die Raumkorrektur des Lyngdorf aus geblieben.
Ihr Bass ist im Vergleich zur KEF R7 überhaupt kein Problem.
Die Raumkorrektur kann "kleine" Wunder bewirken, aber sie nimmt der Musik auch eine gewisse Lebendigkeit.
Mit den KEF habe ich sie zwingend benötigt, um vor allem den Bass in den Griff zu bekommen.
Ich hole einfach mal aus und ziehe einen Vergleich:
Die Jade 30 ist aufstellungsunkritisch. Auspacken, aufstellen, etwas einwinkeln, fertig!
Ich habe ein paar einfache Filzgleiter unter die Boxen geklebt, damit kann ich sie problemlos auf unserem Parkett bewegen.
Die KEF sind da deutlich zickiger. Ich habe deutlich mehr Zeit benötigt, sie optimal aufzustellen. Aufgrund ihrer Spikes hatte ich sie auf Granitplatten stehen, auf deren Unterseite Teppich verklebt war. Damit war die Ausrichtung kein nerviges Gefrickel mehr.
Allerdings belohnt die KEF die Mühe mit einer schöner gestaffelten Bühne und klarerer Position der Instrumente.
Die Jade 30 spielt deutlich lebendiger und offener als die KEF und sie spielt die Musik wie aus einem Guss.
Es sind Spaßboxen mit Live-Feeling.
Höhen, Mitten und Bässe fallen nicht auseinander sondern ergänzen sich homogen.
Der Bass ist tiefreichend voluminös und sonor, aber nie überbordend.
Aber vor allem die Mitten sind deutlich schöner als bei der KEF, alles klingt klarer und luftiger.
Dafür sind die Höhen der KEF deutlich auflösender. Bei der Live-Version von "Pardóname" von Pablo Alborán kann man im Hintergrund hören, dass der Schlagzeuger vergessen hatte die Schnarrsaiten an der kleinen Tronmmel abzuheben. Das sorgt dafür, dass die Saiten mitschwingen und Störgeräusche erzeugen. Bei der KEF ist der Störenfried klar auszumachen, bei der Jade klappt das nicht. Auch hat der Bass der KEF deutlich mehr Punch. Explosionen bei Actionfilmen sind spektakulärer. Sollte ich die Boxen aber auf Discolautstärke hochfahren, gerät mein Haus ordentlich in Schwingung. Mehr Setzrisse braucht eigentlich niemand. Aufgrund der Bassreflexöffnungen nach hinten, war der Lyngdorf quasi meine Bassfalle (nein, ich möchte keine im Wohnzimmer stehen haben).
Ich habe bei der Jade 30 noch keine Musikgattung gefunden, die ich nicht damit hören mag: Elektro, Metal, Jazz, Pop, Klassik, mit allem kommt sie gut zurecht. Auch nicht perfekt aufgenomme Musik lässt sich gut auf ihnen hören. Da hatte ich mit den KEF deutlich größere Probleme. Grade Metal und Musik mit großer Instrumentierung wurde schnell anstrengend. Ich will aber nicht ständig nur Stockfisch hören...
Die Jade 30 klingt auch bei geringer Lautstärke sehr gut. Die KEF hingegen wollen eine gewisse Energie, um in Schwung zu kommen.
Der höhere Wirkungsgrad der Jade 30 ermöglicht zudem eine größere Verstärkerauswahl. Aus meiner bescheiden Erfahrung mit Röhrenverstärkern würde ich vermuten, dass die KEF mit kleineren Röhren nicht aufzuwecken sind.
Auch optisch sind beide Lautsprecher weit voneinander entfernt. Beide sind sehr gut verarbeitet, aber die KEF fügen sich dezenter ins Wohnbild ein und haben sicherlich den größeren WAF-Faktor. Die Jade 30 sind ziemliche Klopper, das wird nicht jedem gefallen.

