24.01.2026, 08:29
(23.01.2026, 20:59)Alexandroo schrieb: Hallo Werner,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die ehrlichen Worte!
Bezüglich des Verstärkers und der Impedanzproblematik: Mein Aavik I-280 ist da sehr souverän. Er treibt auch kritische Lautsprecher wie eine B&W 802 D3 mühelos an, die ebenfalls starke Impedanzabfälle hat. Der Aavik packt die B&W "wie eine Feder" an – ich denke, er wird auch die Glenair gut im Griff haben.
Ich werde mir die von dir empfohlenen Vestlyd-Lautsprecher auf jeden Fall ansehen. Grundsätzlich ist die Welt natürlich voller fantastischer Lautsprechersysteme. Aber mein primäres Ziel war es, mich ganz persönlich mit einer solchen Legende wie der Glenair anzufreunden und ihre spezielle Magie zu erleben.
Nochmals vielen Dank für die wertvollen Hinweise, besonders zu den Gehäuseschwächen und dem Ferrofluid – das hilft mir bei der Kaufentscheidung für das Paar von 2011 enorm weiter!
Beste Grüße,
Alex
P.S. Werner, wenn es keine Umstände macht: Könntest du hier noch einmal die Fotos von den Gehäuse-Nachbesserungen (die Stellen, wo die Verklebung fehlte) hochladen? Das wäre für mich extrem hilfreich!
Morjen Alex,
ich schrieb damals über mehrere Monate einen Report mit Bildern - zusammen auch mit Florat Seta - über die Glenair Reperaturarbeiten und auch Tunings - in verschiedenen Ausbauschritten im Open-End -Professionell Forum im Unterforum Tannoyforum unter dem Titel Seta Audio Tuning für Tannoy Glenair.
Ich befürchte, die Bilder sind wohl nun jetzt weg - weil Abload.de vor 2 Jahren dicht machte?
Natürlich hab ich noch Unmengen von Bildern irgendwo auf Festplatte - aber das zu suchen ist mir zu viel Aufwand - einige fand ich aber auf die Schnelle noch im Briefkasten -
weil ich ja damals mit Max Krieger, Volker Rusko(von Tannoy), und Florat Seta (wegen den Umbauten) darüber auch korrespondierte.
Also fangen wir von vorne an, wenn du die Treiber versuchst fest zu schrauben, wirst du in der Regel feststellen, daß manche Schrauben, schlimmstenfalls alle - ins Leere drehen.
Die Treiber seiber sind nur mit hauchdünnen Gummischeiben unterlegt für die Einschraubung ins Gehäuse, das führt auf Dauer zu unkorrekten Bassverhalten und der ganze Korb selnbst schaukelt sich auf und singt mit - ich hatte das ganz schlimm - und dachte immer, wenn ich die Musik hart am CD Player auf Stop drücke, daß das Nachbimmeln von meinem Heizkörper kommt und beklebte diesen wie blöde um ihn zu Beruhigen.
Brachte aber nix - das Singen kam aus der Box.
Grund: Die Blöcke, die in die Box eingelassen waren - Fachausddruck fällt mir nicht ein - waren zwar massiv, aber ins Holz eingeklebt - und dieser Kleber löste sich auf, so daß die ganzen Blöcke, wo man den Treiber einschraubte ins Leere dreht - im Prinzip, an einem Lautsprecher von mir konntest du den ganzen Treiber mit den Fingernägeln unterfassen und aus dem Gehäuse heben - hier mal so eine Bohrung, wo normal die Einschraubung als Block hätte fest drinsitzen müssen- das muß man nur rausnehmen und gescheit verleimen.
![[Bild: zel88hbx.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/zel88hbx.jpg)
Neben dem Treiberkorb selbst hat extreme Rappelgeräusche in der Box die Befestigungsklemme an den Treibern hinten gemacht, die haben die draufgesteckt und löste sich - und dann hat das mit dem Schall vibriert - bei einigen löste es sich ganz und flog dann in der Box herum, schlimmstenfalls tackerte das von hinten auf die Membran.
Hier hat Florat das gescheit verklebt:
![[Bild: us6cyhp8.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/us6cyhp8.jpg)
![[Bild: rtqrmitp.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/rtqrmitp.jpg)
Das Terminal von innen war auch eine Schwachstelle, welches bei manchen Frauenstimmen regelrecht ins klappern kam - weil sich Verschraubungen lösten und das dann hinten anfingt mit den Kabeln uns Steckern Geräusche von sich zu geben, aber das kannte ich schon von der Kensington und Westminster T.W. und kommunizierte das damals auch mit dem Entwickler Paul Mills, der meinte, ich sei der erste, der sich da beschwere -
hier also wenn du die Box auf hast, mal alles nachziehen und ggf. mit Kleber/Knetgummi fixieren.
![[Bild: ilwjetn8.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/ilwjetn8.jpg)
Komplizierter wird es bei der Innenverstrebung. Der Treiberkorb wird ja eingeschraubt und von hinten durch ein Brett gestützt, auf daß er aufliegen soll - auf dem Magnet ist ein Knetgummi wegen dem Kontakt -
da nimm einen dickeren - bei mir hatte das an beiden Boxen keinen Kontakt, weil die Bretter ein paar Millimeter zu kurz geschnitten waren.
Dann zu den unbedingt notwendigen Leimarbeiten, das Gehäuse ist so aufgebaut, daß Bretter von vorne nach hinten stabilisieren und von rechts nach links.
Teilweise waren die zu kurz geschnitten und standen in der Luft rum - wurde erst gar kein Kleber eingeführt - teilweise waren sie verklebt, aber der Kleber löste sich und teilweise, wo sie zu kurz waren hat man statt mit Kleber einfach ein bißchen vom Dämmaterial innen mit reingeklemmt.
Da war der Florat etliche Stunden beschäftigt - auch bei meinen Freunden, wie dem Axel Jann oder Michael Temple hatte er an deren Glenairs reichlich zu tun.
![[Bild: jea3s8y3.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/jea3s8y3.jpg)
![[Bild: wyr2d67y.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/wyr2d67y.jpg)
![[Bild: 2dhf3dvf.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/2dhf3dvf.jpg)
![[Bild: 3shgd83n.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/3shgd83n.jpg)
Die Weiche war unter dem Mittelbrett - rechts wenn du den Treiber raushast - auf ein Holzbrett direkt da rein geschraubt und bekam eigentlich die schlimmsten Vibrationen ab. Die haben wir rausgeschraubt und dann so vibrationsdämpfendes Material unter das Brett gemacht und wieder reingeschraubt - das brachte tatsächlich akustisch was,
wir verglichen ja immer eine reparierte mit einer unreparierten Box direkt nebeneinander, nicht daß wir da vergebene Liebesmühe reinhängen, die nur kosmetisch ist.
![[Bild: e87rzeu3.jpg]](https://s1.directupload.eu/images/user/260124/e87rzeu3.jpg)
Bei Tannoy ist alles - sei es der Treiber oder die Weiche - nur gesteckt - kann man bequem wie eine Batterie an und abklemmen.
Meine Katze ist schon 10 Jahre alt und arbeitet noch analog als Verbrenner auf Milchbasis!

