Gestern, 14:53
Tja,
nun stimmt eigentlich die Überschrift des Threads nicht mehr von wegen: Röhrenvorstufe........
die Proxium Pre läßt sich nicht festlegen
Ich habe in den letzten Wochen eine kleine Ohren-Odyssee hinter mir, die mich mehr über Röhren, Halbleiter und meine eigene Hörwahrnehmung gelehrt hat, als ich erwartet hätte. Eigentlich wollte ich mir mit der Röhren‑Vorstufe etwas Gutes tun – ein bisschen Retro‑Charme, ein Hauch Wärme, dieses berühmte „goldene Leuchten“, das man Röhren so gerne nachsagt. Und tatsächlich: Die ersten Tage klang das alles wunderbar. Ein bisschen wie ein Kaminfeuer, das im Hintergrund knistert.
Doch wie so oft im Leben zeigt sich die Wahrheit erst, wenn die erste Verliebtheit verflogen ist. Nach ein paar Wochen begann sich der Klang zu verändern. Ganz langsam, fast unmerklich zuerst, dann immer deutlicher. Gitarren, die anfangs noch seidig wirkten, begannen mich anzuschreien, wenn ich lauter hören wollte. Der Präsenzbereich zwischen zwei und sechs Kilohertz – der Bereich, in dem Gitarren ihre Seele haben – wurde immer aggressiver, desto lauter ich hörte. Was vorher Offenheit war, wurde Schärfe. Was vorher Glanz war, wurde Härte. Und irgendwann merkte ich, dass ich nach längeren Sessions regelrecht Ohrenschmerzen bekam. Das war kein audiophiler Spleen, sondern ein körperliches Signal.
Im Nachhinein ist klar, warum das passiert ist. Röhren sind keine abstrakten Bauteile, sie sind kleine mechanische Lebewesen. Sie schwingen, sie driften, sie reagieren auf Temperatur, auf Vibrationen, auf die Laune des Raumes. Mikrofonie ist kein Mythos, sondern ein ständiger Begleiter. Und ich höre gerne laut – richtig laut. Dazu kam, dass ich den rund 60 Kilo schweren Emitter aus dem Zimmer rausnahm, die Via‑Blue‑Basen entfernte und die Proxium Kombi ins Rack stellte, wo früher der Emitter thronte. Dort herrscht deutlich mehr Körperschall. Was vorher noch im grünen Bereich war, wurde plötzlich zum Problem. Die Röhre stand wie ein Stimmgabel im Orchestergraben und hat jede Vibration dankbar in noch mehr Präsenzbereich verwandelt. Man könnte sie mit Gummiringen – Röhrendämpfern – etwas beruhigen, aber das ändert nichts daran, dass Röhren im Kern empfindliche, mechanische Systeme sind.
Der Wendepunkt kam, als ich die Vorstufe herausnahm und direkt mit dem ADI‑2 in die Endstufe ging. Plötzlich war alles wieder stimmig. Kleiner, ja – aber sauber, ruhig, kontrolliert. Das war der Moment, in dem ich wusste: Die Röhre ist nicht mein Weg. Also habe ich auf die Halbleitermodule umgerüstet. Und was soll ich sagen: Die ersten Stunden waren ein Traum. Schwarz wie ein Neumondhimmel, klar wie Bergluft, der Bass präzise wie ein Skalpell. Ich habe den ganzen Tag und die halbe Nacht gehört.
Doch dann kam der Einspielteufel. Er kam nicht leise, er kam mit Stiefeln. Das Klangbild wurde dunkler, der Bass schwamm, wummerte, brubbelte. Hans Zimmer in Krakau klang plötzlich wie ein Orchester im Moor bei Nebel. Ich kenne dieses Verhalten von früher an meinen ASR Emittern, wenn man neue Operationsverstärker einsetzt und einspielt – die ersten Tage sind ein Auf und Ab, ein Pendeln zwischen Genie und Wahnsinn. Und genau so war es auch hier.
Heute, nach rund 25 Stunden Laufzeit, hat sich das Bild wieder beruhigt. Der Bass ist zurück, knallhart und kontrolliert. Der Hochton ist eine Wonne. Nur eines fehlt mir noch ein wenig: diese Luftigkeit zwischen den Instrumenten, diese Größe, dieses Strahlen, das ich schon einmal hatte, als die Proxium Kombi mitten im Zimmer auf Via Blue Basen stand. Im Moment klingt alles wunderschön, aber noch nicht ganz so frei und selbstverständlich, wie ich es kenne. Vielleicht muss sich das Modul noch weiter setzen. Vielleicht muss ich wieder vom Via‑Blue S1 auf das Mogami 2534 zurück. Das Mogami war früher bunter, lebendiger – aber das war, bevor ich die Geräte ins Rack gestellt habe. Seitdem klang es dünn und hell, und das Via‑Blue hat wieder gepunktet. Das ist nunmal ein Kabel, daß eher rund als neutral klingt. Es kann gut sein, dass sich das jetzt alles mit der Halbleiterlösung erneut verschiebt.
Ich weiß noch nicht, wohin genau die Reise führt. Aber ich weiß, dass ich jetzt auf dem richtigen Weg für meine ausgeleierten Watschelohren bin. Die Röhre hat mir nicht Wärme geschenkt, sondern Schärfe. Der Transistor schenkt mir Ruhe, Kontrolle und Entspannung. Es fehlt nur noch ein kleines i‑Tüpfelchen etwas mehr Luft zwischen den Ereignissen– und ich bin gespannt, wann und wo es auftaucht. Das ist mal wieder Gejammer auf Kellerkindniveau - der Irre, der die eierlegende Wollmilchsau sucht - ich trau das der Makroaudio Kombi zu.
Also - jetzt erstmal weiter einspielen und Spaß haben -
dann bei Bedarf nochmal Signalkabel switchen, evtl. die dicke Gummimatte unter der Pre durch Rest Platten oder ähnliches Zeug ersetzen, kistenweise Spikes, Pucks dürften noch irgendwo rumfliegen- und auch mal schauen, ob das Sahneteil auf Stromstrippen reagiert, was auf Grund der internen Filterung aber eher unwahrscheinlich ist.
Hier läuft gerade von der neuen Autumns Child: Lovesong Und das zündet wie Sau
Überhaupt zündet der ganze Rockkram heute nachmittag ohne Ende - da bin ich jetzt schon auf der höchsten Klangpalme von Eden - aber bei Orchester und Jazz - da geht noch was- an Emotion.
Ich bin jetzt über Feiertage, Geburtstage und Hörbesuche ziemlich busy -
also nicht jammern, falls ich nicht jeden Tag schreibe, wie es weiter ging.
Lauthörern oder Rockhörern würde ich jetzt schon empfehlen wollen - checkt das Transistormodul - der Eugen leiht euch die bestimmt mal aus, sobald er die erste Fuhre fertig hat .
Soweit Wasserstand heute ihr Lieben!
nun stimmt eigentlich die Überschrift des Threads nicht mehr von wegen: Röhrenvorstufe........
die Proxium Pre läßt sich nicht festlegen

Ich habe in den letzten Wochen eine kleine Ohren-Odyssee hinter mir, die mich mehr über Röhren, Halbleiter und meine eigene Hörwahrnehmung gelehrt hat, als ich erwartet hätte. Eigentlich wollte ich mir mit der Röhren‑Vorstufe etwas Gutes tun – ein bisschen Retro‑Charme, ein Hauch Wärme, dieses berühmte „goldene Leuchten“, das man Röhren so gerne nachsagt. Und tatsächlich: Die ersten Tage klang das alles wunderbar. Ein bisschen wie ein Kaminfeuer, das im Hintergrund knistert.
Doch wie so oft im Leben zeigt sich die Wahrheit erst, wenn die erste Verliebtheit verflogen ist. Nach ein paar Wochen begann sich der Klang zu verändern. Ganz langsam, fast unmerklich zuerst, dann immer deutlicher. Gitarren, die anfangs noch seidig wirkten, begannen mich anzuschreien, wenn ich lauter hören wollte. Der Präsenzbereich zwischen zwei und sechs Kilohertz – der Bereich, in dem Gitarren ihre Seele haben – wurde immer aggressiver, desto lauter ich hörte. Was vorher Offenheit war, wurde Schärfe. Was vorher Glanz war, wurde Härte. Und irgendwann merkte ich, dass ich nach längeren Sessions regelrecht Ohrenschmerzen bekam. Das war kein audiophiler Spleen, sondern ein körperliches Signal.
Im Nachhinein ist klar, warum das passiert ist. Röhren sind keine abstrakten Bauteile, sie sind kleine mechanische Lebewesen. Sie schwingen, sie driften, sie reagieren auf Temperatur, auf Vibrationen, auf die Laune des Raumes. Mikrofonie ist kein Mythos, sondern ein ständiger Begleiter. Und ich höre gerne laut – richtig laut. Dazu kam, dass ich den rund 60 Kilo schweren Emitter aus dem Zimmer rausnahm, die Via‑Blue‑Basen entfernte und die Proxium Kombi ins Rack stellte, wo früher der Emitter thronte. Dort herrscht deutlich mehr Körperschall. Was vorher noch im grünen Bereich war, wurde plötzlich zum Problem. Die Röhre stand wie ein Stimmgabel im Orchestergraben und hat jede Vibration dankbar in noch mehr Präsenzbereich verwandelt. Man könnte sie mit Gummiringen – Röhrendämpfern – etwas beruhigen, aber das ändert nichts daran, dass Röhren im Kern empfindliche, mechanische Systeme sind.
Der Wendepunkt kam, als ich die Vorstufe herausnahm und direkt mit dem ADI‑2 in die Endstufe ging. Plötzlich war alles wieder stimmig. Kleiner, ja – aber sauber, ruhig, kontrolliert. Das war der Moment, in dem ich wusste: Die Röhre ist nicht mein Weg. Also habe ich auf die Halbleitermodule umgerüstet. Und was soll ich sagen: Die ersten Stunden waren ein Traum. Schwarz wie ein Neumondhimmel, klar wie Bergluft, der Bass präzise wie ein Skalpell. Ich habe den ganzen Tag und die halbe Nacht gehört.
Doch dann kam der Einspielteufel. Er kam nicht leise, er kam mit Stiefeln. Das Klangbild wurde dunkler, der Bass schwamm, wummerte, brubbelte. Hans Zimmer in Krakau klang plötzlich wie ein Orchester im Moor bei Nebel. Ich kenne dieses Verhalten von früher an meinen ASR Emittern, wenn man neue Operationsverstärker einsetzt und einspielt – die ersten Tage sind ein Auf und Ab, ein Pendeln zwischen Genie und Wahnsinn. Und genau so war es auch hier.
Heute, nach rund 25 Stunden Laufzeit, hat sich das Bild wieder beruhigt. Der Bass ist zurück, knallhart und kontrolliert. Der Hochton ist eine Wonne. Nur eines fehlt mir noch ein wenig: diese Luftigkeit zwischen den Instrumenten, diese Größe, dieses Strahlen, das ich schon einmal hatte, als die Proxium Kombi mitten im Zimmer auf Via Blue Basen stand. Im Moment klingt alles wunderschön, aber noch nicht ganz so frei und selbstverständlich, wie ich es kenne. Vielleicht muss sich das Modul noch weiter setzen. Vielleicht muss ich wieder vom Via‑Blue S1 auf das Mogami 2534 zurück. Das Mogami war früher bunter, lebendiger – aber das war, bevor ich die Geräte ins Rack gestellt habe. Seitdem klang es dünn und hell, und das Via‑Blue hat wieder gepunktet. Das ist nunmal ein Kabel, daß eher rund als neutral klingt. Es kann gut sein, dass sich das jetzt alles mit der Halbleiterlösung erneut verschiebt.
Ich weiß noch nicht, wohin genau die Reise führt. Aber ich weiß, dass ich jetzt auf dem richtigen Weg für meine ausgeleierten Watschelohren bin. Die Röhre hat mir nicht Wärme geschenkt, sondern Schärfe. Der Transistor schenkt mir Ruhe, Kontrolle und Entspannung. Es fehlt nur noch ein kleines i‑Tüpfelchen etwas mehr Luft zwischen den Ereignissen– und ich bin gespannt, wann und wo es auftaucht. Das ist mal wieder Gejammer auf Kellerkindniveau - der Irre, der die eierlegende Wollmilchsau sucht - ich trau das der Makroaudio Kombi zu.
Also - jetzt erstmal weiter einspielen und Spaß haben -
dann bei Bedarf nochmal Signalkabel switchen, evtl. die dicke Gummimatte unter der Pre durch Rest Platten oder ähnliches Zeug ersetzen, kistenweise Spikes, Pucks dürften noch irgendwo rumfliegen- und auch mal schauen, ob das Sahneteil auf Stromstrippen reagiert, was auf Grund der internen Filterung aber eher unwahrscheinlich ist.
Hier läuft gerade von der neuen Autumns Child: Lovesong Und das zündet wie Sau
Überhaupt zündet der ganze Rockkram heute nachmittag ohne Ende - da bin ich jetzt schon auf der höchsten Klangpalme von Eden - aber bei Orchester und Jazz - da geht noch was- an Emotion.Ich bin jetzt über Feiertage, Geburtstage und Hörbesuche ziemlich busy -
also nicht jammern, falls ich nicht jeden Tag schreibe, wie es weiter ging.
Lauthörern oder Rockhörern würde ich jetzt schon empfehlen wollen - checkt das Transistormodul - der Eugen leiht euch die bestimmt mal aus, sobald er die erste Fuhre fertig hat .
Soweit Wasserstand heute ihr Lieben!
Meine Katze ist schon 10 Jahre alt und arbeitet noch analog als Verbrenner auf Milchbasis!

