Morjen morjen,
die Eros 9 X ist hier ein Volltreffer - meine Anni wird nun in 1-2 Wochen abgeholt.
So was hätte ich vor Monaten noch komplett ausgeschlossen. Denn die Anni hat über all die Jahre in der Kellerkatakombe wirklich dutzenden von anderen hervorragenden Lautsprechern auf Dauer akustisch das Genick gebrochen und war immer der Sieger im Ring - mit ihrer Dauerhörtauglichkeit.
Die letzten Tage verplemperte ich unnötig meine Zeit mit Boxenrücken und machte mir wieder selbst das Leben schwer und stellte mir ein Bein,
weil ich vom alten Thivan Thread im KK Forum in Erinnerung hatte, daß die Boxen nicht so weit eingewinkelt werden sollen.
Bei mir waren sie aber massiv eingewinkelt.
Am ASR Emitter limitierte das deutlich die Bühne, da er sowieso alles viel "kleiner und kompakter" abbildet, als meine Proxium V 2.
Ich optimierte dann dummerweise auf den Emitter hin - am ersten Tag schoß ich über das Ziel hinaus

Das merkte ich, als ich dann die Proxium V 2 wieder anhängte -
die Bühne umringte mich, als ob wäre ich selbst Bestandteil der Bühne - das ist erstmal "wow" aber auf Dauer doch schon eine Herausforderung.
Am nächsten Tag winkelte ich wieder etwas weiter ein -
und dachte , es paßt - nach nem halben Tag - merkte ich immer noch, das wird mir stellenweise zu viel, da meinetwegen auf dem linken Kanal abgemischte Gitarren, wie beim ersten Track der 72 Suites von Metallica oder dem sechsten Track von Dire Straits On every street - schier aus dem Flur heraus spielten jenseits der geschlossenen Zimmertür.
Was die Thivan Eros 9 X an Raumabbildung in Verbindung mit einer Proxium V 2 Endstufe und dem RME Adi 2 DAC FS als Quellantrieb leistet - ist unerreicht - unter allem, was ich kenne, und das ist nicht wenig.
Ende vom Lied, ich landete wieder bei meiner ursprünglichen Aufstellung , die ich leider nicht mehr millimetergenau hinkriege, sondern nur Pi Mal Daumen plus minus einen Millimeter - und ich muß sagen, solange die Proxium V 2 dranhängt, ist das in dem Zimmer der Burner, da Stimmen direkt in den Kopf reinspielen und die Bühne nicht zu riesig wird, dafür aber extremst stabil und punktgenau.
Nachdem was ich im Netz recherchierte werden Hornlautsprecher auf Messen nur deswegen wenig oder gar nicht eingewinkelt, da dort naturgemäß kaum jemand im Sweetspot sitzt und dieser breiter gestaltet werden soll. Alle Vorteile eines Horns soll man nur ausspielen können, wenn man das Horn direkt auf den Hörplatz hin ausrichtet.
Überraschenderweise funktioniert hier im Zimmer trotz intensiver Einwinklung noch das Hören auf den seitlichen Couchplätzen sowie auf dem danebenstehenden Trainingsfahrrad.
Allerdings ohne den so megageilen Effekt, daß Stimmen direkt ins Hirn reinspielen - wie reingebeamt - kann man gar nicht beschreiben und erlebte ich erst einmal zuvor so im Leben, das war bei der Thivan Eros 9 ULTRA.
Aber hauptsache, die Bühne an sich bleibt seitlich abgehört stabil und es quakt nicht - ich hasse es, wenn man seitlich sitzt und hört dann die Musik nur noch aus einem Lautsprecher oder zumindest extrem versetzt auf eine Raumseite, wie es mir mit der Unison Max 2 in dem Zimmer ergangen ist, da das Horn von dieser größere Hörabstande erfodert - die Größe (des Trichters und nicht dessen, was ihr wieder denkt

) und die Tiefe - ist also wohl doch entscheidend- in der jeweiligen Hörsituation.
Die Eros 9 X kommt wie die Eros Anni, die Ur Eros und die Eros Ultra mit recht kleinen Hörabständen von gut 3 Metern auf der vollen Panoramabreite bestens klar.
Thivan hatten einen guten Grund, das relativ kleine Horn zu nehmen - zumal bei der Anni sogar die Beschallung von 15 qm Räumen ermöglicht werden sollte.
Insgesamt, da könnte ich mich auch täuschen, mußte das nochmal direkt vergleichen und nochmal das Parkett verschrabbeln, kommt mir die Abbildung minimal niedriger vor, wie bei der Thivan Eros 9 Anni - würde mir erklären, warum das Serienmodell 10 cm höher werden soll.
Aber da bin ich mir echt nicht sicher - das kann auch daran liegen, daß die ganze Arbeitsteilung von Horn und Basstreiber bei der 9 X zur 9 Anni deutlich differiert, oder auch der leicht anderen neuen Hornmundöffnung.
Meine Anni finde ich nun keineswegs schlecht - im Gegenteil - die ist klasse -
aber es beeindruckt mich, daß da noch mehr Auflösung machbar ist und ein direkterer Sound, der trotzdem nicht rumnervt-
die 9 X wirkt etwas kontrollierter als die Anni.
Aber sie wird nicht so fordernd und sezierend, wie die Ultra das konnte.
Der Bass hat sich nun auch nochmal verändert die letzten Tage, ich meldete das gestern schon dem Gerd am Telefon, fand aber keine Zeit was im Forum zu schreiben.
Kurzum, es wurde mächtiger -so mächtig, daß ich doch noch stärker korrigieren mußte - und zwar um satte minus 2,5 db im Bereich meiner zweiten Raummode von 75 hz.
Also ganz ohne EQ hören war nur in den ersten Tagen möglich und Option - heute würde ich das nicht mehr tun wollen , meine Raummoden bei 37,5 und 75 hz sind da nun doch zu brutal. Kurzum, die 9 X verfügt dann sogar über etwas mehr Kickbass, als die Anni. Das ist der Bereich, wo die Bassgitarre am meisten Druck macht - von D2 bis Fis -
viele werden es halt mögen, daß da mehr Punch kommt, ich senke da lieber etwas ab, mich stört, wenn bei Bassläufen der Ton bei gleicher Anschlagstärke von der Lautstärke schwankt.
Bei leisen hören ist die 9 X somit natürlich spektakulärer als die alte Anni. Wie Gerd mittlerweile mit Messungen belegte und mir zuschickte - ist das Basstreiberverhalten von der 9 X identisch mit dem der ULTRA. Unterschied sich damals recht deutlich von der alten Anni.
Es kommt da halt auch viel aufs Zimmer an und die Akustik und den Hörabstand.
Was aber definitiv aus meiner Sicht neu sein muß - und anders aufspielt als bei allen Eros Versionen bisher - ist das Horn an sich, daß einfach disziplinierter bei der Sache ist und sich vom Bühnenlautsprecherdasein verabschiedet und ein ernst zu nehmendes high endiges Feingespinst mit unendlicher Kraftentfaltung erweist.
Bereits bei der Ultra verabschiedete man sich von dem Gedanken den Bass voll ins Horn mit reinspielen zu lassen auf 4000 hz hoch - das war für mich bei weiten nicht so symbiotisch gelungen, wie bei der 9X und sah ich auf Dauer meine "ungenauere" Anni vorne -bei der 9 X ist das einbringen von mehr "Horn" und weniger "38er Pappe"perfekt gelungen. Letztendlich entscheidet der Geschmack ,die Anni ist halt fleischiger und pappiger und kein Sezierinstrument und Bühnentiefe ist nicht so ihre Stärke, dafür spielt sie eigentlich alles streßfrei ab, die 9 X macht weniger Färbungen, daß der Bass eben ab 2 khz ausgeblendet wird und das neue Horn alles sauberer übernimmt - dafür ist die Bühne nach vorne und hinten tiefer - in der Höhe evtl. minimal niedriger - hab ich noch nicht ganz raus - und die Breite hängt enorm von jedem Millimeter der Einwinklung ab- so stark reagierte da die Anni nicht drauf.
Ich sag mal so, wer eine Anni geil fand, stirbt bei der 9 X weg vor Freude, wer mit Hörnern nix anfangen kann, wird mit ner alten Anni glücklicher, die klingt eigentlich nicht, wie ein klassisches Horn (schrieb selbst die LP) - wer auf Hörner steht und extreme Lebendigkeit - wird in der 9 X eine Benchmark sehen.
Die Kunst an einem Hornlautsprecher ist - aus meiner Sicht - die Vorteile extremer Offenheit und Dynamik - so einzusetzen, daß die Nachteile - deutlicher Präsenzbereich- nicht ins Lästige kippen können. Das ist ein Spagatakt, an dem eigentlich die meisten scheitern und Hornlautsprecher zum Randdasein im Hifi Bereich verurteilen.
Thivan schafften diesen Spagatakt mit der 9 X nahezu perfekt.
ich möchte nicht wissen, wie lange die da im Werk rumprobiert haben müssen.
So was kriegt man nicht mit Messungen gebacken, da muß man hinhören!
Ich freu mich schon im Sommer auf das Serienmodell!