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SMSL PL 200 T CD Player - edles und preiswertes CD Laufwerk ?
#41
Interessante Kiste.. 


Hat schon jemand die Version mit DAC gehört ? 
(SMSL PL200 MQA-CD-Player)

Die 250 Euro Aufpreis ist ja nicht ohne.
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#42
Wie angekündigt, möchte ich gerne ein paar hoffentlich interessante Zusatzinformationen zum SMSL PL200T (200T) geben.

Kurze Vorbemerkung

Ich gebe mich ganz bestimmt nicht als Kapazität auf dem Gebiet aus, daher sind alle persönlichen Einschätzungen. etc. als rein subjektive  Äußerungen zu verstehen.  Alle meine Meinungen sind daher völlig wertlos und für niemanden verbindlich, nicht einmal für mich ("Opinions are like arseholes; everybody's got one").

Aus meiner rein subjektiven Sicht haben CD Transports keinen "Eigenklang", solange sie auf demselben Stand der Technik designed und die übrigen (externen) Faktoren identisch sind. Wenn also zwei CD Transports gleichermaßen akkurat auslesen, die Werte für Jitter u.ä. sehr ähnlich sind und sie über dieselbe Art von Leitung mit demselben DAC verbunden werden, müssten sie in meiner vereinfachten Weltsicht auch ununterscheidbar "klingen".  Wenn man Unterschiede hören kann (wie in diesem Thread kurz erwähnt), dann dürfte der eine Transport besser designed sein als der andere, so dass die an den DAC ausgegebenen Daten eine höhere Akkuratesse aufweisen. Oder etwas ist ernsthaft kaputt.

Messwerte des 200T

Was die Messwerte angeht, verlasse ich mich auf den gründlichen Review in Audio Science Review (ASR) von Ende Oktober 2025.

Um es gleich vorwegzunehmen, der 200T schneidet ganz ausgezeichnet ab, wobei es – außer der noch höheren Genauigkeit der Clock des 200T – fast keine Unterschiede zum hauseigenen CD-Player PL200 (200) gibt (ohne Glasdeckel, aber mit integriertem DAC und Kopfhörerausgang, jedoch weniger digitalen Anschlussmöglichkeiten):

"This is a very nice transport and the price saved for not having an internal DAC might satisfy more of you, compared to the PL200. The PL200T did the same as the PL200, per my digital measurements, and did better on the clock precision (the SMSL PL200 was at -4.5ppm, while this one is way below 1ppm)."

Die 4.5 ppm Abweichung des 200 von der Ideallinie der Clock sind schon sehr, sehr gut, aber die deutlich unter 1ppm liegende Abweichung des 200T ist ein Traumwert unterhalb der Messbarkeitsschwelle: 

"One update that SMSL advertise is the precision of the clock which I can tell is probably the most stable one I measured so far. It is actually better that what I can measure with my standard test, showing no deviation. The test is based on a 19'997.00Hz test tone and I verify the replay, which is a very precise ultra-stable 19'997.00Hz. That means it is better than 1ppm."

Hinsichtlich der Clock des 200T findet sich auf der SMSL-Produktseite folgende Beschreibung: "Uses two pieces of low-phase noise, high precision femtosecond local crystal oscillators".

Die Beschreibung der Clock des 200 klingt ähnlich, wenngleich nicht ganz so hochgestochen "Use[s] 2 clock sources with low phase noise and high accuracy".

Das dürfte den gemessenen Unterschied erklären. Wohlgemerkt, diesen winzigen Unterschied kann man zwar messen, nicht aber hören.  Als digitale Quelle sind die beiden Geräte aus praktischer Sicht gleichwertig, wobei - wie angedeutet - der 200T über mehr digitale Anschlussmöglichkeiten verfügt, z.B. I2S Ausgang.

Dasselbe gilt für die Qualität des Laufwerks (Toleranz gegenüber zerkratzten CDs) bzw. die anderen Messwerte des 200T. Der Reviewer kommt zu folgendem eindeutigen Ergebnis: "So we get a perfect transport."

Wie einleitend schon angedeutet, wenn man von der Quelle schon derart akkurate Daten zur Verfügung gestellt bekommt, hat man es selbst in der Hand, die Verbindung zum DAC zu optimieren, aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

Hoffe, das war interessant. Später mehr.
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#43
Dankeschön  für den sehr aufschlussreichen Bericht!
Grüße Michael 
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#44
Morjen Sugano,

danke!
Ich sag mal : WOW!

Das erklärt mir auch, warum über das Laufwerk alles irgendwie "straffer" klingt, wie mit meinem anderen Gerödel. Mein Händler Martin Dittmeier kaufte sich von der Firma - nachdem er das Laufwerk bei mir hörte - die ganze Produktpalette ein und will diese vertreiben.

Er sieht das Laufwerk als konkurrenzlos gut in der Preisklasse an, machte aber drauf aufmerksam, daß die Teac Laufwerke in seinem Hause einen besseren Bass bringen würden und es auf die Musikrichtung und Geschmack drauf ankäme.

Teac/Esoteric  mit allen möglichen VRDS und später Neo VRDS Systemen hatte ich im Hause - und war der Marke sicher 25 Jahre treu.

Bis dann Streaming kamSmile

Insgesamt muß ich sagen- mit den VRDS Laufwerken war der Bass tatsächlich etwas fülliger -aber diese herrliche lockere Transparenz bekam ich da nicht geboten.

Da ich damals aber mit anderen Wandlern unterwegs war, und sich da die letzten 20 Jahre viel tat - leg ich da meine Hand nicht für ins Feuer.

Fakt ist - mein Studio Teac (Tascam) ohne VRDS hat als Laufwerk genutzt keine Chance im Vergleich zum 200 T - weder in der Einlesegeschwindigkeit noch im Klang noch in der Fehlerkorrektur.

Durch die graue/silberne Farbe des 200 T ergibt sich noch ein weiterer Vorteil - ich seh den Staub nichtSmile

Trotzdem, in schwarz würde mir die Optik noch mehr zusagen- auch wenn das Elend mit jedem Staubkorn wieder losgehtSmile

Wink
Meine Katze ist schon 10 Jahre alt und arbeitet noch analog als Verbrenner auf Milchbasis! Big Grin
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#45
(08.03.2026, 06:46)Kellerkind schrieb:
Insgesamt muß ich sagen- mit den VRDS Laufwerken war der Bass tatsächlich etwas fülliger -aber diese herrliche lockere Transparenz bekam ich da nicht geboten.

Da ich damals aber mit anderen Wandlern unterwegs war, und sich da die letzten 20 Jahre viel tat - leg ich da meine Hand nicht für ins Feuer.

Ich fand damals (vor gut 30 Jahren) den Bass meines Teac VRDS 20 etwas zu füllig und wechselte auf den noch heute bei mir stehenden Sony XA7ES der von SAC gedopt wurde. Bin auch heute noch sehr zufrieden, ob als reines Laufwerk oder mit Wandler genutzt. 

Aber gut zu wissen, dass es für vergleichsweise kleines Geld so eine Qualität zu kaufen gibt. Nur würde ich mich auch sehr über ein schwarzes Modell freuen…
Grüße Michael 
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#46
Freut mich zu lesen, dass der erste Teil auf Interesse gestoßen ist! Wie angekündigt, geht es weiter mit der Verbindung zwischen CD Transport und DAC. Zuvor gehe ich aber auf die Relevanz des rückseitigen USB-C Eingangs ein.

USB-C Eingang/DDC/Re-Clocking

Wie an anderer Stelle in diesem Thread bereits erwähnt – und wie in der Bedienungsanleitung beschrieben –, verfügt der 200T zwar über ein eingebautes 100V-240V Netzteil suitable for home use, aber zudem über zwei weitere Möglichkeiten zum Anschluss externer Netzteile: (a) einen DC Input, der angeblich Bequemlichkeit für Autofahrer (?), und (b) einen USB-C Anschluss, der die Verwendung wiederaufladbarer Akkus für die bequeme Benutzung im Freien (??) bieten soll. Darauf gehe ich nicht weiter ein.

Viel interessanter scheint mir die Verwendung des USB-C Eingangs für externe digitale Quellen aller Art, Streamer, Computer Audio, Handhelds etc. Der 200T fungiert nämlich als Digital-to-Digital Converter (DDC), indem er über USB erhaltene digitale Signale in die vier verfügbaren Ausgabe-Standards konvertiert (zur Verfügung stehen v.l.n.r. I2S, AES/EBU, Coaxial und Optical), vgl. den Abschnitt SMLS PL200T - USB-DDC Measurements im bereits zitierten ASR Review sowie folgendes Video

Der Riesen-Vorteil liegt darin, dass alle digitalen Signale, die dem 200T durch den USB-C Eingang zugeführt werden, vor der digitalen Ausgabe einem Re-Clocking auf die im vorigen Beitrag beschriebene hohe Präzision unterzogen werden, da die interne Clock des 200T alle vier digitalen Ausgänge kontrolliert. 

Wohlgemerkt, das hat nichts mit dem "Word-Clock" Eingang zu tun, der den Anschluss einer externen (Master-) Clock erlaubt. Auch erfolgt kein Over- oder Upsampling, nur ein Re-Clocking.

In der Praxis heißt das, der USB-C Eingang und der damit einhergehende DDC erlauben es, beliebige externe digitale Signale auf einen höherwertigen, sehr präzise ge-clockten Standard anzuheben, und diesen dann an den DAC der Wahl weiterzuleiten.

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt: ich z.B. habe meinen Computer an den USB-C Eingang angeschlossen. Das erlaubt mir, gestreamte Musik an den 200T zum Re-Clocken und erst von dort an den DAC weiterzuleiten. Das lohnt sich für mich, da ich den Ultra HD Aufpreis bei amazon music zahle und die gestreamte Musik so verlustarm wie möglich aufbereitet und gewandelt wird.

Aber auch profanere Quellen, wie etwa die Tonspur von Videos oder Filmen gehen denselben Weg, genau wie Internetradio (ich höre am liebsten FIP) oder die Sprache bei Teams-Meetings. Selbst mein iPhone oder iPad habe ich schon über Kabel mit dem 200T verbunden, und was soll ich sagen, mein iPhone hat noch nie besser geklungen!

Am anderen Ende des Spektrums habe ich eine große externe Festplatte, auf der sich ein paar Hi Res Files befinden, bis hin zu DSD512. Die Festplatte hängt am Computer (ich benutze einen einfachen digitalen Player, um die Files aufzurufen), vom Computer geht's in den 200T, und dann erst zum DAC.

So benutze ich den Computer, um verschiedenste digitale Quellen zu bündeln und wahlweise dem 200T zum Re-Clocking zu schicken. Natürlich fällt der Unterschied bei Teams-Meetings nicht ins Gewicht, das weiß ich selbst. Aber bei UHD-Musik von amazon music oder den Hi Res Files von der Festplatte gehe ich lieber auf Nummer Sicher, zumal es einfach und praktisch ist, alles zu bündeln.

Übrigens soll man sich laut Bedienungsanleitung für das Abspielen von DSD files vom Windows-Computer folgenden Treiber installieren.

I2S-Verbindung zwischen 200T und DAC

Wie am Ende des vorigen Beitrags schon angedeutet, hier ein paar Worte zur Verbindung zwischen 200T und DAC.

Ich benutze dafür die Inter-IC Sound (I2S)-Verbindung, in erster Linie aus technischen, in zweiter Linie auch aus theoretischen Gründen.

Die technischen Gründe bestehen einfach darin, dass nur der I2S-Ausgang imstande ist, PCM bis 768 kHz (Windows 11 kann max. 384 kHz) und DSD bis 22.5792MHz auszugeben.  Bei allen anderen Ausgängen ist bei PCM 24bit/192 kHz Schluss, und MQA interessiert mich nicht. Wie schon gesagt, verfüge ich über ein paar Hi Res files, und das ist der einzige Weg, diese zum DAC zu leiten, wenn die Daten erst mal im 200T gelandet sind.

Von der theoretischen Seite hat I2S u.a. den Vorteil, dass die Informationen für Clock (SCK), Word Select (WS) und Serial Data (SD) getrennt voneinander vom Sender an den Empfänger geleitet werden. so dass der Empfänger sich die Clock-Daten nicht aus einem einheitlichen Datenfluss herausfiltern muss.

Der größte theoretische Vorteil von I2S liegt jedoch darin, dass der Sender den DAC des Empfängers völlig kontrolliert, d.h. der DAC-Chip wird gezwungen, die empfangene Clock zu übernehmen; es findet kein Re-Clocking statt. Jitter ist null Problem, das Timing bleibt erhalten, die Daten kommen einander nicht in die Quere. Das hat damit zu tun, dass I2S ursprünglich als Protokoll für die Kommunikation zweier ICs entwickelt wurde, die auf derselben Platine sitzen.

Das bedeutet aber auch, dass I2S nie zur externen Verbindung zweier separater Hifi-Geräte gedacht war. Daher griff man zu der "Notlösung", eine solche externe Verbindung mittels HDMI-Kabeln herzustellen. Nicht etwa, weil man dafür das HDMI-Protokoll benutzt, das ist nicht der Fall. Man benutzt diese Kabel nur deswegen, weil sie so viele unabhängige Leiter zur Verfügung stellen, mit denen die ganzen Daten voneinander getrennt gehalten werden können.

Der große Nachteil dieser "Notlösung" liegt darin, dass es kein standardisiertes I2S-Protokoll für die Belegung der HDMI-Stecker gibt. So gibt es häufig Abweichungen zwischen der Belegung verschiedener Hersteller, und man kann große Schwierigkeiten bekommen wenn man den Sender des Herstellers A mit dem Empfänger des Herstellers B via I2S verbinden will.

[Bild: OIP.FI7LM3mneTgCW9toPGGRgwHaHC?w=183&h=1...d=1.7&rm=3]

Für mich stellt das kein Problem dar, weil mein DAC auch von SMSL kommt (DO400).  Für mich war das plug-n-play.

Die beschriebenen theoretischen Gründe stellen natürlich eher eine Form von Selbstbefriedigung dar, denn auch mit AES/EBU u.ä. kriegt man sehr gute digitale Verbindungen hin, zumal die modernen DAC-Chips sehr gut darin sind, Jitter und andere Problemchen zu eliminieren (in meinem Fall der ES9039MSPRO). Aber die praktischen Gründe stechen. Ohne I2S könnte ich meine Hi Res Files nicht wie beschrieben abspielen.

Letztlich noch der Hinweis, dass man für die Verbindung keinerlei "audiophile" HDMI-Kabel benötigt. Die Kabel müssen aber von guter Qualität und sollten so kurz wie möglich sein. Ich benutze ein extra-dünnes 8k HDMI-Kabel mit 30 oder 50 cm Länge und Winkelsteckern, das ich für €10-15 von amazon bezogen habe.

Hoffe, das war interessant.  Später mehr.
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#47
Uff,

das ist interessant.

Ich hab auch den SMSL T200 hier stehen, aber für meinen ADI‑2 DAC FS bringt mir das ganze Re‑Clocking‑Thema schlicht nichts.
Der Grund ist simpel: Der RME arbeitet über USB asynchron. Das heißt:
Der DAC gibt den Takt vor, nicht der PC und auch nicht irgendein Gerät davor.
Der PC schickt nur Datenpakete, und der ADI‑2 erzeugt seinen eigenen ultrastabilen Takt mit SteadyClock FS. Der nimmt keinen externen USB‑Takt an und profitiert deshalb auch nicht von einem vorgeschalteten Re‑Clocker.
Wenn ich den SMSL als DDC nutzen würde (USB → SMSL → SPDIF/AES → RME), wäre das für den RME sogar eher ein Rückschritt:
– USB ist beim RME der beste Eingang, weil der DAC komplett selbst taktet.
– SPDIF/AES zwingt den RME, einen externen Takt zu empfangen, den er dann wieder aufwendig stabilisieren muss.
– Genau das vermeide ich ja mit USB.
Der SMSL mag bei DACs helfen, die keinen guten eigenen Clock‑Generator haben. Aber der ADI‑2 DAC FS gehört nicht dazu. Der ist in Sachen Clocking so stabil, dass ein externer Re‑Clocker schlicht keinen Mehrwert bringt.
Deshalb: Für meinen RME bleibt der SMSL als CD‑Transport super – aber als „USB‑Verbesserer“ bringt er mir technisch null Vorteil.

Smile
Meine Katze ist schon 10 Jahre alt und arbeitet noch analog als Verbrenner auf Milchbasis! Big Grin
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