Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um Ihre Login-Informationen zu speichern, wenn Sie registriert sind, und Ihren letzten Besuch, wenn Sie es nicht sind. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf Ihrem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies dürfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die Sie gelesen haben und wann Sie zum letzten Mal gelesen haben. Bitte bestätigen Sie, ob Sie diese Cookies akzeptieren oder ablehnen.

Ein Cookie wird in Ihrem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dassIhnen diese Frage erneut gestellt wird. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

Philips TDA1543 DAC (L1543DAC 16x)
#1
Hallo zusammen,

Digitaltechnik war zwar noch nie meine Stärke und R2R(Multibit) vs. ΔΣ(1Bit) ist ein altes kontrovers diskutiertes Thema in der Hifi-Welt. 

Dennoch krame ich mal einen alten Hut raus, der in den letzten 3 Jahren (u.a. gepuscht durch die YT-Kanäle von Christian Schwarzbeck und IamMad) wieder aus der Versenkung geholt wurde. 

Der L1543 DAC aus China verwendet 16 Stück parallel geschaltete TDA1543A Chips von Philips.
Die Idee mehrere dieser R2R Wandlerchips parallel zu schalten, entstand etwa um die Jahrtausendwende. Es gibt einen Haufen Informationen dazu im Netz.

[Bild: IMG-20260621-155159.jpg]

[Bild: IMG-20260619-143511-hdr.jpg]

Soweit mir bekannt, ist dieser DAC ca. 2017 auf ebay und Aliexpress aufgetaucht. Man könnte ihn als spätere Low Cost Alternative des beliebten TeraDak Chameleon bezeichnen:

https://6moons.com/audioreviews/teradak/chameleon.html

Kommerzielle Markenprodukte findet man ansonsten selten. Die englische Firma CAD bietet jedoch diese Wandlertechnik + Laufwerk/Streamer zum Preis eines Kleinwagens an:

https://www.blackforestaudio.de/cms/uplo...it_F40.pdf

Vor über 5 Jahren hatte ich schon mal den chinesischen L1543DAC für längere Zeit, verkaufte ihn aber schließlich.

Seitdem scheiterte ich (nicht zum ersten Mal Rolleyes ) bei dem Versuch, anhaltenden Hörgenuß mit verschiedenen modernen 1 Bit Wandlern zu bekommen. Schließlich bin ich wieder zurück zur alten R2R Technik gekommen.

Während bereits ein TDA1543 ohne Oversampling Musik mit einer beeindruckend analogen Leichtigkeit umwandelt, bieten mehrere parallel angeordnete genügend Ausgangsstrom, um an einem einfachen Widerstand von 220 Ω  bereits über 2 V (eff) Ausgangsspannung (bei 8 Stück) zu erzeugen. Ausreichend, um direkt einen Verstärkereingang anzusteuern ohne den qualitätsmindernden Einfluß von zusätzlichen Ausgangsstufen mit Röhren oder OpAmps. Angeblich soll es sich aber erst ab 12 Stück wirklich lohnen.

Durch NOS und Parallelbetrieb dieser alten R2R Wandlerchips erspart man sich gleich mehrere Faktoren, die für den typischen Digitalklang moderner Wandler verantwortlich sind:
  • Zum einen das Oversampling (bis zu 768 kHz) 
  • den Digitalfilter, welcher durch Interpolation ein künstlich "geglättetes" Abbild des ursprünglichen 44kHz/16Bit Treppenstufen-Signals erzeugt 
  • zwei nachgeschaltete Operationsverstärker-Stufen, einer zur I/V Umwandlung und der nächste für den Tiefpass (LPF), um das Quantisierungsrauschen am Ausgang rauszufiltern.

1 Bit Wandler sind inzwischen rein meßtechnisch überlegen, weitaus preiswerter zu fertigen, aber hörakustisch m.E. bis heute fragwürdig. Hauptsächlich aus Kostengründen werden sie uns vom Marketing der Halbleiterindustrie seit den 90ern als "Goldstandart" verkauft. Und ich könnte mir auch gut vorstellen, daß ihr tendenziell anstrengender Sound einer der Hauptgründe ist, warum Vinyl wieder massentauglich wurde.

Ja, sie sind inzwischen sehr präzise, linear, transparent und hochauflösend, wirken aber vergleichsweise steril und merkwürdig künstlich, als hätte man der Musik ihren natürlichen Fluß und ihre innere Kohärenz geraubt. Selbst ein preiswerter Plattenspieler mit derselben Aufnahme auf Vinyl holt einen sofort viel emotionaler ab.

Man darf auch nicht außer Acht lassen, daß die werbewirksamen hervorragenden Meßwerte der Wandler von ESS Sabre oder AKM üblicherweise mit reinen Meßsignalen ermittelt werden. Wie nachteilig sich der ΔΣ Verarbeitungs-Prozeß auf eine echte Musikaufnahme mit ihrem teils sehr komplexen Obertonspektrum auswirkt, wird dabei nicht erwähnt.

Die Firma Audio Optimum hat sich hier (natürlich nicht ganz uneigennützig Big Grin ) technisch sehr ausführlich mit der unbequemen Wahrheit o.g. Problematik auseinandergesetzt.

Zurück zum L1543DAC...

Leider wurde das Platinenlayout im Laufe der Jahre kostensenkend verändert. Wer einen kontrollierten anstatt "dicken" Baß möchte, sollte die Chips zusätzlich einzeln mit Elkos von mind. 10uF am besten an der Unterseite entkoppeln, wie es beim urprünglichen Layout vernünftigerweise mal der Fall war:

[Bild: IMG-20260619-105235.jpg]

Bekannt ist auch, daß die TDA1543 Chips aus China in der Regel keine echten Philips sind. Wie auch, wenn die Produktion vor über 20 Jahren eingestellt wurde. Als Nachteil sehe ich das nicht. Solange sie zuverlässig funktionieren und überzeugend klingen bin ich dankbar dafür, denn ohne Nachgemachte würde dieser DAC gar nicht existieren.

Es gibt noch weitere Kleinigkeiten. Trafobrumm (einfach zu beseitigen), gelegentlich ein defekter Chip, der gewechselt werden muß, zu dunkle LED's (bei meinem), grenzwertige Verpackung u. weiteres, was ich bei einem Preis von 142€ (ohne USB Card) incl. Versand aber nicht anders erwarte.

Empfehlen würde ich das Gerät nur Leuten mit Basteltalent. 

Der Klang ist schön räumlich, vorwärts, schnell, druckvoll und gleichzeitig mit natürlicher Wärme, analog und fliessend. Stimmen und Instrumente werden einfach mit realistischen Farben abgebildet ohne den geringsten Beigeschmack der typisch harten metallischen Blendung gerade in den oberen Mitten und Höhen, wie ich es von ΔΣ kenne.
Erinnert mich an eine gute Bandmaschine, die man entspannt über Stunden hören kann. 
Besonders für PC-Audio wird man schwer etwas vergleichbares finden.

Gruß
Rainer
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste