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Die räumliche Darstellungsfähigkeit des Denon DP-3000NE fasziniert mich immer wieder. Gestern Abend lagen die TUBULAR BELLS in der Boxed-Version auf dem Teller.
Im Gegensatz zur normalen Ausgabe befindet sich darauf der quattrophonische Cut mit dem alternativen originellen hörspielartigen Ende von „The Sailors Hornpipe” auf Seite zwei, in dem ein offensichtlich betrunkener Viv Stanshall das Innere von The Manor beschreibt, also dem Aufnahmestudio, in dem Oldfield die Platte eingespielt hat, während Oldfield im Hinterdrund musizierend im ganzen Haus herumstapft.
Das Ganze ist nicht nur äußerst amüsant anzuhören, sondern auch faszinierend räumlich nachzuvollziehen. So plastisch wie mit dem Denon habe ich das noch nie gehört, wobei der Shibata-Schliff vom Audio Technica, der ja m. W. eigentlich für die quattrophonische Wiedergabe erfunden worden ist, sicherlich seinen Anteil daran hat.
Der Denon kann echtes 3D. Das können meine beiden anderen Dreher auch, bieten dabei aber mehr … Spekulationsspielraum. Beim Denon fallen die akustischen Klötzchen exakt und unverrückbar an ihren Platz. Er agiert mit dieser großen inneren Ruhe und Autorität, die alles ganz selbstverständlich erscheinen lässt.
Bisher habe ich noch keine Rock/Pop/Jazz-Platte mit ihm gespielt wo ich sagen würde „na ja“. Demnächst kommt Klassik dran und ich freue mich schon darauf.
„Information is not knowledge. Knowledge is not wisdom. Wisdom is not truth. Truth is not beauty. Beauty is not love. Love is not music. Music is the best.” (Frank Zappa)
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Hallo Tom,
der Shibata Schliff wurde ursprünglich für Quadrophonie benötigt, wie du richtig schreibst. Mittlerweile können dies auch andere "Scharfe" Schliffe. Allerdings nutzt dir das nichts bei Quadrophonie Aufnahmen, da hier zwingend dementsprechende Decoder notwendig sind um die Rauminformationen der 2 hinteren Lautsprecher zu Gehör zu bringen. Wie ich schon in meinem Mehrkanal Thread schrieb, haben die meisten Leute damals nur Stereo mit 4 Lautsprechern gehört, also keine echte Quadrophonie, da sie nicht über das entsprechende Equipment verfügt haben.
Die andere Räumlichkeit, die du hörst, basiert eher auf dem unterschiedlichen Mastering,
LG,
Horst
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(20.02.2026, 15:31)Horbus schrieb: Hallo Tom,
der Shibata Schliff wurde ursprünglich für Quadrophonie benötigt, wie du richtig schreibst. Mittlerweile können dies auch andere "Scharfe" Schliffe. Allerdings nutzt dir das nichts bei Quadrophonie Aufnahmen, da hier zwingend dementsprechende Decoder notwendig sind um die Rauminformationen der 2 hinteren Lautsprecher zu Gehör zu bringen. Wie ich schon in meinem Mehrkanal Thread schrieb, haben die meisten Leute damals nur Stereo mit 4 Lautsprechern gehört, also keine echte Quadrophonie, da sie nicht über das entsprechende Equipment verfügt haben.
Die andere Räumlichkeit, die du hörst, basiert eher auf dem unterschiedlichen Mastering,
Hallo Horst,
es ist mir klar, dass ich mit meinem 2.0-Equipment keinen Quattroklang reproduzieren kann. Aber ich ziehe trotzdem den BOXED-Mix dem der normalen Albumversionvon TUBULAR BELLS vor.
War gerade beim Second Hand-Plattendealer meines Vertrauens und konnte die BOXED-Erstausgabe (die mit dem Gemini-Logo auf den Labels von Roger Dean) in einwandfreiem Zustand für 12€ erwerben. Eine spätere BOXED-Ausgabe besitze ich schon, aber die erste klingt besser. Freu.
Viele Grüße, Tom
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Gratuliere!
Die Boxed hatte ich damals bei Erscheinen auch gekauft. Tolles Set.
Kleiner Nachtrag zur Quadrophonie, es nützt auch nichts 4 Lautsprecher zu haben, ohne Quadrophonie Verstärker, wie gesagt, den Fehler haben früher die meisten gemacht. Heutzutage funktioniert das nur mit AV-Verstärkern und entsprechend abgemischten und gemasterten CD/SACD/DVD/Blu-ray Tonträgern.
Kann natürlich trotzdem besser gefallen, als das normale Stereomaster.
LG,
Horst
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Vom Denon DP-3000NE kann ich weiterhin nur Gutes berichten. Zusammen mit dem AT-VM750SH von Audio Technica bildet er für mich ein absolutes Dreamteam. Der Tonarm befähigt dieses System zu sagenhaften 100 µm Abtastfähigkeit. Das ist zwar eher von akademischer Bedeutung, aber hier stimmen die großartigen technischen Werte mit einem ebensolchen Klang überein.
Die dicken Dämpferfüsse des Denon halten zuverlässig Vibrationen und Schwingungen fern. Obwohl der Spieler nur auf einem mit LPs gefüllten Callax von der schwedischen Luxusboutique steht, kann ich daneben auf- und abspringen, ohne dass das den Abtastvorgang im geringsten stört.
Die dicke Schieferplatte, auf der ich vorher den leichteren Pro-Ject und dann den Universum stehen hatte wird nicht mehr benötigt, was sich auch optisch positiv auswirkt, denn auf dem weißen Untergrund ist der Denon umso mehr ein absoluter Hingucker.
Klanglich habe ich das Gefühl, dass der Denon stoisch weitergibt was sich auf den LPs befindet, dabei aber auch die Fähigkeit besitzt, das Beste aus ihnen herauszuholen . Bisher habe ich noch keine wirklich schlecht klingende Platte mit ihm gehört, konnte aber durchaus einige LPs genießen, deren Klang ich vorher etwas problematisch fand, wie z. B. die GOING FOR THE ONE von YES.
Mit einem Strassenpreis von unter 3000 € für einen DD-Spieler mit System und Phono-Pre kann man schon verblüffend weit kommen. Mehr brauche ich wirklich nicht.
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Hallo Tom,
das klingt ja wirklich großartig und ich freue mich für dich.
Auch denke ich daran, dass ich damals das „Risiko“ nicht eingegangen bin, den Denon blind gekauft zu haben. Er macht optisch natürlich viel mehr her als mein Rega, aber klanglich bin auch ich sehr happy.
Ich finde es einfach sehr spannend, dass dieses Leichtbaukonzept aufgeht und beweist, Masse (Bohrinseln) ist nicht alles…
Grüße Michael
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(07.03.2026, 08:54)Adaptor schrieb: Hallo Tom,
das klingt ja wirklich großartig und ich freue mich für dich.
Auch denke ich daran, dass ich damals das „Risiko“ nicht eingegangen bin, den Denon blind gekauft zu haben. Er macht optisch natürlich viel mehr her als mein Rega, aber klanglich bin auch ich sehr happy.
Ich finde es einfach sehr spannend, dass dieses Leichtbaukonzept aufgeht und beweist, Masse (Bohrinseln) ist nicht alles…
Wenn ich eins nicht ausstehen kann sind es diese Plattenspieler im Bohrinseldesign. Grauenhaft. Aber vielen gefällt das offensichtlich, aber die Geschmäcker sind halt unterschiedlich.
Hochinteressant finde ich das Prinzip von Rega, Plattenspieler mit möglichst geringer Masse bei größtmöglicher Steifheit zu bauen. Dafür gibt es ja auch gute Gründe, denn wo keine Masse ist, können auch keine störenden Schwingungen bzw. Vibrationen gespeichert werden - und die Informationen, die in der Rille gespeichert sind, können verlustfrei an den Vorverstärker weitergeleitet werden.
Bei Denon ist man den entgegengesetzten Weg gegangen, mit mehr Masse am Laufwerk, die aber an den entscheidenden Stellen gut gegen eventuelle Störschwingungen gedämpft ist, beginnend bei den Füssen, bei der dicken Gummiauflagematte, beim Headshell mir Kautschukeinlage an der Unterseite und zuletzt beim Tonarm, der nicht absolut steif ist, sondern über dämpfende Elemente verfügt. Damit soll verhindert werden, dass alle Schwingungen unterbunden werden, die nichts mit der Information aus der Plattenrille zu tun haben.
Beide Prinzipien führen zu ausgezeichneten Ergebnissen und letztendlich entscheidet der persönliche Geschmack, wofür man sich entscheidet. Es soll ja sogar Bohrinseln geben, die vernünftig klingen
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Hallo zusammen,
die Entdeckungsreise mit dem DP-3000NE geht weiter, sowohl in musikalischer als auch in technischer Hinsicht. Bisher konnte ich jeder mit ihm und dem AT-VM750SH abgespielten LP neue Informationen und Facetten abgewinnen, meist in positiver Hinsicht.
Eine Ausnahme habe ich gestern in meiner Plattensammlung entdeckt: IDEAL von IDEAL, das erste Album dieser Band von 1980 (Erstausgabe), eine meiner Allzeitlieblinge. Diese Platte muss mit 45 RPM abgespielt werden, angeblich weil man sich wohl klangliche Vorteile davon versprochen hat. Leider trifft das aber nicht zu, denn der Sound ist zu grell und zu scharf und macht das Hören ziemlich anstrengend.
Beim ersten Song „Berlin” sind die S-Laute im Gesang von Annette Humpe so unnatürlich scharf und unangenehm im Ohr, dass zuerst unpassende Einstellungen am Vitalizer vermutet hatte. Das hat sich aber als unbegründet herausgestellt, nachdem ich mir die entsprechende Version im Stream von Qobuz angehört hatte, die genauso klingt. Auf dem neuen großartig klingenden Mix von 2025 klingen die S-Laute dagegen völlig sauber. Künftig werde ich in diesem Fall also den Stream der LP vorziehen.
Obwohl wie oben schon erwähnt quasi jede bisher von mir gespielte Platte durch den Denon klanglich gewonnen hat, deckt er aber trotzdem suboptimale Produktionen und Pressungen gnadenlos auf. Gottseidank waren solche LPs bisher eine Ausnahme. Bei der Mehrheit der Platten wird mir jetzt erst so richtig klar, wie toll sie produziert sind.
Die Entdeckungsreise geht weiter und ich freue mich schon darauf das nächste Album aufzulegen.
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Nochmal zu den technischen Aspekten des Denon: die sehr effektiv dämpfenden Füsse erlauben eine penible waagerechte Ausrichtung des Spielers. Ich hatte dafür zuerst eine Dosenlibelle verwendet, was aber doch etwas ungenau im Vergleich zu einer Präzisionswasserwaage war. Am Anfang muss man beherzt den unteren Teil der Füsse zum Erhöhen nach links drehen, da das Losbrechmoment ziemlich hoch ist. Aber keine Bange, es funktioniert und der Spieler lässt sich so sehr feinfühlig exakt ausrichten. Klasse.
Der Denon lässt mein AT-33PTG/II singen, sein mittelschwer/schwerer Tonarm scheint mit der Nadelnachgiebigkeit dieses Audio Technica-Systems sehr gut zu harmonieren. Mir ist bei der Montage aufgefallen, dass der Überhang perfekt eingestellt ist, wenn die Vorderkante des PTG-Gehäuses direkt an der Vorderkante des Denon-Originalheadshells anliegt - also ein Feature, das eigentlich für die eigenen Tonabnehmer von Denon wie die DL-103/R gedacht ist. Zufall?!
Die Denon-Systeme sind in den 60ern nach den Vorgaben der japanischen Rundfunkanstalten entwickelt worden, aber die PTGs sind viel später entstanden. Möglicherweise haben sich die Entwickler von Audio Technica dabei stark an den Denons orientiert, worauf auch die schlichten rechteckigen und relativ flachen schwarzen Gehäuse hinweisen.
Ich finde es ausgesprochen schade, dass Denon bei seinen DL-103/R-Modellen so am elliptischen Schliff festhält. Ich bevorzuge schärfere Schliffe und dabei besonders den Shibata. Es gab vor Jahren tatsächlich mal eine limitierte Kleinserie des DL-103 mit Shibata, die aber natürlich längst vergriffen und in gutem Zustand nur zu Mondpreisen zu bekommen ist. Ob es wohl von Denon nochmal eine Neuauflage geben wird? Ich würde sofort zugreifen.
Bis dahin füllt Audio-Technica mit den PTGs diese Lücke, seit kurzem sogar mit einer dritten Evolutionsstufe, die noch besser klingen soll. Das interessanteste Modell davon kommt in einem dezenten Goldton, der wie der A….. auf den Eimer zum Farbton des Denon passt. Zufall?! Ich glaube eher nicht. Wenn mein PTG/II irgendwann am Ende ist und Denon bis dahin noch nicht aus dem Quark gekommen ist, dann weiß ich was ich mache.
Mein Favorit am Denon-DP3000NE Istanbul bleibt bis jetzt aber weiterhin das AT-VM750SH. MM vor MC - so isses halt momentan bei mir.
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