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RE: Der limitierende Faktor - Simply V. - 22.12.2025 Egal, einfach alles. RE: Der limitierende Faktor - SolidCore - 22.12.2025 (22.12.2025, 08:29)andi_bln schrieb: .... Genau da hätten wir wieder mal so eine Kombination, die anscheinend einrastet. Wobei es diesmal wirklich nicht schwer ist, sie zu finden. Der Wiim spielt "elektronisch, nüchtern, neutral, weniger Körperhaft". Der alte Philips TDA Chip körperhaft, warm, zurückhaltend. Kombiniert man beide, Voila, gleichen sie sich aus, und spielen zusammen rund. Ein RME Dac wäre der falsche Spielpartner, außer man mag so hören. Würdest du einen alten Marantz CD an den China DAC machen, wäre es etwas "zu" warm und belegt. Hatte das Gegenteil am Meitner DAC. Vom Intel NUC per USB zugespielt war es zu schlank, etwas hell, wenig "Fleisch" an den Tönen. Mit Linn Streamer davor spielt es Mega. Gruß Stephan RE: Der limitierende Faktor - Kellerkind - 23.12.2025 Morjen morjen, ich will niemanden zu nahe treten, kann nur erzählen, wie es mir ergeht. Das Meiste neue Zeug - seien es Lautsprecher, Verstärker, Streamer, Kabel......... könnte man mir schenken und ich wollte es nicht. Je teurer, desto größer der Anteil. Mein Eindruck ist, daß man früher noch Entwickler hatte, die sich für Musik und Instrumentenklang und Seele interessierten und Feinabstimmungen in Hörsessions und mit den Ohren vornahmen- teilweise sogar zusammen mit Musikern, Tondruiden und Hifi Fans. Heute wird oft vom Reißbrett aus entwickelt und im schalloptimierten Raum abgenommen und gehts um die letzte Stelle nach dem Komma- Musik hören hingegen gerät damit für mich zu Qual und Pein, weil sämtliche Livehaftigkeit und Emotion raus ist. Ich sach mal Maschinenklang. Wir "alten Knacker" haben noch erlebt, wie es einem die Freudentränen in die Augen treibt - so was ist heute anscheinend unerwünscht hoch drei. Ich selber war dieses Jahr wieder bei einem Lautsprecherhersteller zu Besuch, der mir im Vorfeld über Jahre schon erzählte, was für eine Fehlentwicklung von Lautsprechern ich daheim stehen habe, wir hörten nun mal dessen Entwicklungen - und waren schockiert, meine Frau bekam sogar ernsthaft Ohrenschmerzen. Muß jeder machen wie er will - ich werde mich im Alter nicht mehr an den Mainstream anpassen oder mir vorlabern lassen, wie ich optimal hören muß. Von daher - ich verstehe Leute sehr gut, die auf ihren alten Bandmaschinen weiter hören wollen, ihren Plattenspieler nie gegen digital tauschen wollen oder mit alten Hörnern und Mehrwegern aus längst vergangenen Tagen hören wollen.
RE: Der limitierende Faktor - Spassgeneral - 23.12.2025 Schöne und interessante Beiträge. ![]() Ich sehe das übrigens auch so wie Kellerkind. Aber das meiste geht aber an meine ursprünglichen Überlegungen vorbei. Ein guter Freund von mir, der allerding nicht so oft vorbei kommt dass er ein Setup 2 mal hören kann, ist jedes mal hellauf begeistert und sagt dass er noch nie so gut Musik gehört hat. Darauf erwiedere ich ihm,: "Sie Dir den Fuhrpark an, das hätten wir vor 40 Jahren schon so haben können". Warum hatten wir das nicht? Natürlich hat der Dual 741q damals nur ein Drittel von dem Micro DDX gekostet. Aber der Dual gehörte damals mit dem MC System, so wie große Thorens auch, zur Weltelite. Dafür sind die Otala Endstüfchen die ich heute nutze weit weg von damaligem High End. Ist es wirklich die (geschickt gewählte) Kombination, die den Unterschied macht, oder sind wir es die vor der Anlage sitzen? RE: Der limitierende Faktor - ProgNose - 23.12.2025 Ich denke der limitierende Faktor ist die eigene Erwartungshaltung dass es immer weiter und besser gehen müsste. Das kann zu einer permanenten Unzufriedenheit führen, die einen davon abhält, das zu genießen, um was es hier doch eigentlich gehen sollte: die Musik. Ich habe damals 20 Jahre gebraucht um das zu realisieren und mich weitgehend aus diesem Strudel zu befreien. Wenn man mir Ende der 70er prophezeit hätte dass ich heute wieder zur vollen Zufriedenheit mit meinem fast 50 Jahre alten original Universum F2095 Platten hören würde, hätte mir wohl nur grinsend an die Stirn getippt.
RE: Der limitierende Faktor - Spassgeneral - 23.12.2025 Ja, das ist das was ich meine. Erwartunshaltung, die Grenzen kennen, konzentration auf das wesentliche und nicht auf das was nicht geht. Man muss gereift sein um gute Musik gut hören und erleben zu können. Neue Elektronik schafft es vielleicht hier und da Effekte zu erhaschen, aber nicht das Wesen der Musik besser zu übertragen als die alte Hardware. Jetzt haben wir es
RE: Der limitierende Faktor - E-8 - 23.12.2025 Hallo in die Runde, etwas spät noch meine bescheidenen Erfahrungen. Ich bin Mitte der 70er aus Neugierde (+ starker finanzieller Limitierung als 13-jähriger Schüler) über den Eigenbau von Verstärkern u. Lautsprechern ins Hobby hineingewachsen. Wenn das Gebastel mal stabil lief und hinreichend Schalldruck lieferte, war ich bereits zufrieden und habe mich einfach der Musik hingegeben. Gerade mal halbwegs erwachsen, lauschte ich dann im abendlich dunklen Zimmer den Klängen von Metheney/Mays, den Werken Dvoraks, Tschaikowskys, u.v.m. Irgendwann fing die Branche das "High End"-Getue an, auf welches ich leider hereinfiel. Geräte konnten im Grunde nie gut genug sein, sofern die Anlage unterhalb des Gegenwertes eines Einfamilienhauses lag... Dieser Irrtum hielt sich tatsächlich noch ein ganze Zeit, während der ich in einer Manufaktur/Servicewerkstatt für Röhrenelektronik arbeitete, wo von Uraltkisten bis hin zu irre teuren Edelgeräten der 60kg-Gewichtsklasse alles auf den Arbeitstisch kam. Nebenher ließ ich oft ein altes einfaches Radio laufen, praktisch ausschließlich eingestellt auf die Kulturwelle mit Klassik u. Jazz. Die sehr wichtige Erfahrung dieser Arbeitsnachmittage/-abende war, daß selbst mit derart bescheidener Technik und "nebenher" eine ansprechende bis mitreißende Musikrezeption möglich ist. Witzigstes Erlebnis: ein 50 Jahre altes Tefifon-Radiochassis wurde überholt (Austausch sämtlicher gammeliger u. jenseits der Toleranzen befindlicher Bauteile) und dann abends langsam am Stelltrafo hochgefahren. Das Teil stand hochkant auf dem Tisch und da ich das Gehäuse mit dem eingebauten Lautsprecher nicht dazustellen konnte, wurden kurzerhand die in der Werkstatt auf dem Regal stehenden Yamaha-Monitore NS10 angeschlossen. Nach einiger Zeit stellten sich stabile Betriebsverhältnisse ein und es konnte jene Kulturwelle empfangen werden, welche zufällig eine Liveübertragung der Jazztage brachte. Andere Arbeiten standen an, die Sendung lief nebenher weiter... und ich wurde bald gewahr, wie unglaublich authentisch die Übertragung ´rüberkam - ich war hin und weg. Später kam der Chef (erfahrener Tontechniker) herein, blieb sofort stehen und meinte "Oh, das klingt ja richtig gut!" Zu den diversen Erfahrungen mit einfachsten Geräten kamen stetig wachsende Erfahrungen bzl. des Aufbaus und vor allem der Servicefreundlichkeit vieler angesehener Produkte. Quer durch alle Hersteller war dies mitunter ernüchternd, zumindest "erdend" Einige Jahre später packte mich die Begeisterung für Aktivlautsprecher, Regelungselektronik usw. Solche Systeme konnte ich mehrfach sehr beeindruckend erleben, aber die Änderung der eigenen Kette in dieser Richtung zeitigte dann nicht das erhoffte, ja erträumte Ergebnis. Mir gelingt es nie, mir etwas vorzumachen oder schönzureden, also wurden die Traumteile rasch wieder abgegeben. Ich habe dann verschiedene kompakte, teils uralte Böxlein betrieben (Myro Koax, Telefunken TL500, L5000, ...) und Ambitionen auf Hochend-Wiedergabe aufgegeben. Allmählich kehrte der Spaß am Hobby zurück, vor allem das "Sich hingeben können" in die Musik. Dies ist auch so geblieben - ich höre nach momentaner Lust mit irgendwelchen noch halbwegs funktionierenden Uraltgeräten, dabei fast ausschließlich ohne Beachtung der objektiven Klangqualität der Einspielung. Die Technik dient lediglich dazu, dem Ohr hinreichende Informationen anzubieten, aus denen im Kopf ein Werk und dessen Interpretation lebendig werden mag. Ja, der Kopf ist m.E. der entscheidende Faktor, wie viel Freude empfunden werden kann. P.S.: die derzeitige Kette besteht u.a. aus ~40 Jahre alten englischen Boxen (Kef/Audax-Bestückung) und einem wirklich kleinen japanischen Verstärker der früheren 70er (soeben via Kleinanzeigen erworben). Selbst mit YTube-Material (Dave Brubeck Quartett, Hugh Masekela live,...) sehr ansprechend. |